06.04.2021 - 10:05

Modellprojekt Als erstes Bundesland: Saarland beendet den Lockdown!

Das Saarland setzt auf umfassende Corona-Tests. Unter anderem kann ein solcher in ausgewählten Filialen des Drogeriemarkts dm gemacht werden, der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans weihte letzte Woche eines der drei dm-Testzentren ein. Auf diese Weise will das Bundesland den Ausstieg aus dem Lockdown möglich machen.

Foto: imago images/BeckerBredel

Das Saarland setzt auf umfassende Corona-Tests. Unter anderem kann ein solcher in ausgewählten Filialen des Drogeriemarkts dm gemacht werden, der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans weihte letzte Woche eines der drei dm-Testzentren ein. Auf diese Weise will das Bundesland den Ausstieg aus dem Lockdown möglich machen.

Das Saarland steigt aus dem Lockdown aus. Auf diese Weise möchte das Bundesland normales Leben während der Pandemie wieder möglich machen…

Ursprünglich war der Lockdown, den die Bundesregierung in der zweiten Dezemberhälfte beschlossen hatte, als zeitlich begrenzter "Wellenbrecher-Lockdown" geplant gewesen. Doch mittlerweile dauert dieser schon über ein Vierteljahr an – und ein Ende ist nicht in Sicht. Nicht weiter verwunderlich, dass sich die Menschen nach Öffnungen sehnen und die Kritik am Dauer-Lockdown immer lauter wird. Ein deutsches Bundesland zieht jetzt Konsequenzen: Das Saarland beendet den Lockdown und öffnet Kultur- und Freizeiteinrichtungen wieder – unter bestimmten Voraussetzungen.

Modellprojekt macht Alltagsfreuden wieder möglich

Wer möchte, kann im Saarland jetzt wieder im Fitnessstudio trainieren oder sich im Kino einen Film ansehen, im Außenbereich eines Cafés bei einem Cappuccino die ersten Sonnenstrahlen genießen oder sich mit bis zu zehn Personen draußen im Park treffen. Kleine Alltagsfreuden, die uns mittlerweile unglaublich fern scheinen – doch wie will das Saarland diese in Anbetracht des aktuellen Infektionsgeschehens wieder ermöglichen?

Denn das Saarland beendet den Lockdown nicht "einfach so" – ein solches Vorgehen wäre inmitten einer Pandemie wohl kaum durchzusetzen. Alle Öffnungen, die das Bundesland beschlossen hat, sind mit dem derzeit gültigen Beschluss der Bundesregierung vereinbar. Unter dieser Prämisse versucht sich das Bundesland an einem Modellprojekt, über das unter anderem n-tv bereits berichtete.

Lockdown-Aus im Saarland: Testen, testen, testen!

Konkret bedeutet das: Die wiedererlangten Freiheiten genießen die Bürger nur so lange, wie die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Steigt die Inzidenz auf über 100, greift eine ausgeweitete Testpflicht. Droht eine Überlastung des Gesundheitssystems, wird die Notbremse gezogen: Dann heißt es: Tschüss, Öffnungen, hallo, neuer Lockdown.

Weiterhin setzt das Modellprojekt auf flächendeckende Corona-Tests: Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Außengastronomie sind – mit Sicherheitsmaßnahmen wie Terminvereinbarung und Angabe der Kontaktdaten – zwar wieder geöffnet. Wer diese Angebote nutzen möchte, muss jedoch einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können, der nicht älter ist als 24 Stunden. Ausreichende Testkapazitäten garantieren die mehr als 400 Teststationen, die es mittlerweile im Saarland gibt. Sogar in drei ausgewählten Filialen der Drogeriekette dm können Bürger sich mittlerweile testen lassen.

Auch Kontaktsport wie Fußball oder private Treffen bis zu 10 Personen sind im Saarland-Modell wieder erlaubt – vorausgesetzt, die Anwesenden wurden zuvor negativ getestet und die Treffen finden im Freien statt. Wer sich mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen möchte, muss nicht einmal einen Test vorweisen.

Kann das Saarland-Modell sich durchsetzen?

Der Versuch des Saarlands hatte bundesweit Kritik bei Politikern und Medizinern ausgelöst. Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Taktik des Bundeslandes als "sehr gewagt".

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hingegen weist darauf hin, dass das Saarland "beim Testen wie auch beim Impfen zur Spitzengruppe in Deutschland" gehöre. Somit herrschen dort gute Voraussetzungen für einen solchen Modellversuch. Weiterhin vertritt er die Meinung, dass "uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen muss, als nur zu schließen und zu beschränken".

Trotz umfassender Tests und Impfungen sind die Corona-Infektionszahlen zuletzt auch im Saarland wieder gestiegen. Während die Inzidenz vor zwei Wochen noch bei 65 lag, gab das Bundesland sie auf seiner offiziellen Webseite gestern mit 91 an. Ob das Saarland-Modell sich durchsetzt und ab dem 19. April sogar die weiteren geplanten Öffnungsschritte durchgeführt werden können, bleibt also abzuwarten.

Endlich beginnen die Corona-Impfungen beim Hausarzt! Das müssen Sie darüber wissen. Eine weitere Frage, die im Moment viele beschäftigt: Können sich wirklich nur noch Menschen ab 60 mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen? Wir klären auf.

Ehe genügend Menschen geimpft sind, werden wir uns wohl noch lange an die bisher geltenden Sicherheitsmaßnahmen halten müssen. Ein nützliches Tool für die Bekämpfung der Corona-Pandemie ist und bleibt die Corona-Warn-App – und die ist bald um zwei neue Funktionen reicher…

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