Aktualisiert: 12.04.2021 - 22:27

Kunsthistoriker lösen Rätsel Die geheime Botschaft hinter dem Kunstwerk "Der Schrei"

Von der Redaktion

Im Gemälde "Der Schrei" ist eine geheime Botschaft versteckt, die Kunsthistorikern jahrelang Kopfzerbrechen bereitete.

Foto: Getty Images/ CARL COURT / Freier Fotograf

Im Gemälde "Der Schrei" ist eine geheime Botschaft versteckt, die Kunsthistorikern jahrelang Kopfzerbrechen bereitete.

Jeder kennt das Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch. Darin versteckt sich eine geheime Botschaft, die Kunsthistoriker nun entschlüsselt haben.

Es ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt: "Der Schrei" von Edvard Munch. Es stammt aus dem Jahr 1893 und zeigt eine Figur, die vor einem roten Himmel die Hände gegen den Kopf presst sowie Mund und Augen voller Angst aufreißt. Das Bild des norwegischen Malers diente sogar als Inspiration für ein entsetzt schreiendes Emoji, das heute in keiner Whatsapp-Kommunikation fehlen darf.

Doch wussten Sie, dass in "Der Schrei" eine geheime Botschaft versteckt ist? Es gibt einen Schriftzug auf dem Bild, der lange Zeit Rätsel aufgegeben hat. Kunsthistoriker haben die spannende Botschaft nun entschlüsselt.

Der Schrei: Diese geheime Botschaft steckt hinter dem Kunstwerk

Der Fokus liegt auf dem ersten Bild der vierteiligen Reihe Munchs. Dort ist in der linken oberen Ecke ein Satz mit Bleistift geschrieben. Auf Norwegisch heißt es: "Kann nur von einem Verrückten gemalt worden sein." Wer hat diese Botschaft auf dem Kunstwerk hinterlassen? War es Munch selbst? Oder ein Museumsbesucher, der sich spontan auf dem Gemälde verewigte?

Darüber haben sich Kunsthistoriker lange Zeit den Kopf zerbrochen. Doch nun scheinen sie das Rätsel gelöst zu haben.

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"Die Schrift ist ohne Zweifel Munchs eigene"

Das Nationalmuseum in Oslo hat dazu Infrarotscans an dem Gemälde durchführen lassen. In einer Pressemitteilung wird Kuratorin Mai Britt Guleng wie folgt zitiert: "Die Schrift ist ohne Zweifel Munchs eigene. Die Handschrift selbst sowie die Ereignisse von 1895, als Munch das Gemälde zum ersten Mal in Norwegen zeigte, weisen alle in die gleiche Richtung."

Die Handschrift auf dem Gemälde wurde durch Infrarotscans so hervorgehoben, dass Forscher diese mit Tagebucheinträgen und Briefen von Munch vergleichen konnten. Sie sind sich sicher, dass der Künstler sein Gemälde selber mit dem Kommentar versehen haben muss. Doch wieso?

Kunsthistoriker haben dafür eine schlüssige Erklärung. Sie vermuten, dass der Satz zwei Jahre nach Fertigstellung, also 1895, von Munch auf das Kunstwerk geschrieben wurde. Er präsentierte damals der Öffentlichkeit seine Kunst in seiner Heimatstadt Kristiania, dem heutigen Oslo, und erhielt kritische Reaktionen.

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Künstler litt an psychischen Problemen

Es wurde anhand des Bildes darüber spekuliert, ob Munch verrückt sei. Das verletzte den Maler sehr, was durch Tagebucheinträge und Briefe belegbar ist. Der Satz "Kann nur von einem Verrückten gemalt worden sein" wird deshalb als Gegenreaktion Munchs gewertet auf die Kritik an seinem Werk.

Munch litt – wie sein Vater und seine Schwester – an psychischen Problemen und Angststörungen, die er in seiner Kunst verarbeitete. Die geheime Botschaft in "Der Schrei" ist vermutlich Munchs eigene Art und Weise gewesen, mit Kritik an seiner Arbeit umzugehen.

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