Aktualisiert: 07.04.2021 - 21:59

Winzige Wohnungen So erdrückend ist das Leben in Hongkongs Sargzimmern

Von der Redaktion

Schätzungsweise 200.000 Menschen leben in Hongkong unter oftmals menschenunwürdigen Bedingungen.

Foto: Oliver Tsang/South China Morning Post via Getty Images

Schätzungsweise 200.000 Menschen leben in Hongkong unter oftmals menschenunwürdigen Bedingungen.

Ein Leben auf nicht mal zwei Quadratmetern: Was unvorstellbar klingt, ist in Hongkong Realität. Dort wohnen Menschen in sogenannten Sargzimmern.

Hongkong gilt als eine der größten Metropolen der Welt. Die Stadt wächst stetig, ist finanzkräftig und zieht Einflussreiche an. Doch hinter der glitzernden Fassade der Wolkenkratzer zeigt sich ein trauriges Bild. Reichtum und Armut liegen in Hongkong dicht beieinander.

Fotograf Benny Lam hat fotografiert, wie Menschen in winzigen Wohnungen, sogenannten Sargzimmern, in Hongkong leben. Die Bilder sind erschreckend und verdeutlichen, wie stark die soziale Schere in der luxuriösen Stadt auseinander gegangen ist.

Hongkongs Sargzimmer: In diesen winzigen Wohnungen leben Menschen

Fast 7,5 Millionen Menschen nennen Hongkong ihr Zuhause. Schätzungsweise 200.000 dieser Menschen, davon 40.000 Kinder, leben in winzigen Wohnungen, die lediglich zwischen 1,4 und 9,3 Quadratmeter groß sind. Es sind Zustände, die man niemandem wünscht.

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Auf extrem wenig Raum verschmelzen Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Toilette. Es sind kleine Baracken, oft illegal, die Menschen Zuflucht bieten, weil sie sich die hohen Mietpreise für gewöhnliche Wohnungen einfach nicht mehr leisten können.

Mit Draht abgesteckte Betten für 220 Euro im Monat

Lam hat Hongkongs Sargzimmer fotografiert und dokumentiert in seiner Serie "Trapped", was auf Deutsch "Gefangen" bedeutet, wie ein Leben in der glamourösen Metropole auch aussieht. "Vom Kochen bis zum Schlafen finden alle Aktivitäten in diesen winzigen Räumen statt", sagte er.

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Viele Vermieter würden eine normale Wohnung unterteilen, um dort bis zu 20 Doppelstockbetten unterzubringen. Oft sind die Sargzimmer-Einheiten mit Maschen- oder Kaninchendraht abgetrennt – um zumindest etwas Privatsphäre vorzugaukeln. Umgerechnet 220 Euro werden im Monat dafür berechnet – für eine Fläche von gerade einmal 1,8 Meter mal 0,8 Meter.

"Eine Frage der Menschenwürde"

Lam will mit seinem Fotoprojekt auf die soziale Ungerechtigkeit in Hongkong aufmerksam machen. "Man fragt sich vielleicht, warum einen das interessieren sollte, da diese Menschen vielleicht kein Teil des eigenen Lebens sind", schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Und erklärte: "Es sind genau jene Menschen, die jeden Tag das eigene Leben berühren: Sie bedienen einen als Kellner in den Restaurants, in denen man isst; sie sind die Sicherheitsleute in den Einkaufszentren, in denen man umherschlendert, oder die Reinigungskräfte und Lieferanten auf den Straßen, durch die man läuft. Der einzige Unterschied zwischen uns und ihnen ist (ihr Zuhause). Das ist eine Frage der Menschenwürde."

Welche Aufnahmen auf Instagram Sie sich außerdem ansehen sollten, erfahren Sie auf unserer Themenseite.

Quelle: "nationalgeopraphic.de"

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