Aktualisiert: 03.04.2021 - 22:02

Der Schauspieler im Interview Bjarne Mädel: Romantik ist, ihr eine Wärmflasche ins Bett zu legen

Auf dem roten Teppich: Bjarne Mädel mit Filmhund "Cord".

Foto: imago images/Future Image

Auf dem roten Teppich: Bjarne Mädel mit Filmhund "Cord".

Bürotrottel, schräger Dorfpolizist, kauziger Tatortreiniger – der 52-Jährige ist auf skurrile Rollen abonniert, für die ihn Fans und Kritiker lieben. Wie passend: Als Nächstes spielt er einen Kommissar mit schwerer Angststörung...

Der Schauspieler Bjarne Mädel wurde am 12. März 1968 in Hamburg geboren. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen seine Rollen in "Stromberg" (2004-2012) und "Mord mit Aussicht" (2011-2018). 2020 führte er außerdem Regie im NDR-Film "Sörensen hat Angst" und übernahm vor der Kamera die Hauptrolle des Kriminalhauptkommissars Sörensen. Er lebt gemeinsam mit seiner Partnerin in Berlin.

Im Interview mit BILD der FRAU spricht Bjarne Mädel über seine Freundschaften, Ängste und was für den Schauspieler ECHTE Romantik bedeutet.

Bjarne Mädel im Interview: "Eine Hochzeit empfinde ich als verpflichtend"

BILD der FRAU: Lieber Bjarne Mädel, wovor haben Sie Angst?

Bjarne Mädel: Wie jeder habe ich Angst vor Schmerzen, vor einer schlimmen Diagnose beim Arzt und zuletzt natürlich vorm Tod. Dann habe ich noch Angst vor Verlust und vor Kälte. Ich friere ungern.

Sie wirken im neuen Film, bei dem Sie auch Regie geführt haben, so empathisch. Sind Sie auch privat ein guter Freund?

Ich habe en paar sehr gute Freunde, die ich toll finde. Die sagen von mir hoffentlich auch, dass ich ganz okay bin. Aber Freundschaft ist mir extrem wichtig. Freunde sind ja die Menschen, die mir frische Unterwäsche ins Krankenhaus bringen würden. Furchtbar, wenn man die nicht hat.

Und Sie sind ebenso für Ihre Freunde da?

Es gab Momente, wo ich das mal nicht geschafft habe. Das bedauere ich sehr. Ich bin aber normalerweise sofort da, auch wenn mich Freunde nachts um drei Uhr anrufen.

Könnten Sie sich vorstellen, in einem so kleinen Dorf wie Ihre Filmfigur Sörensen zu leben?

Hm. Ich wohne jetzt schon seit einigen Jahren in Berlin und mir geht die Großstadt oft ganz schön auf die Nerven. Manchmal sehne ich mich dann tatsächlich nach mehr Ruhe und nach etwas Grünem, wenn ich aus dem Fenster schaue. Aber so ein richtig kleines Dorf? Da lauern auch Abgründe, das muss nicht sein. Hier in Kreuzberg kann ich unerkannt einkaufen gehen, das schätze ich auch sehr.

Vermissen Sie Ihre Heimat Hamburg?

Oft. Ich mag die Stadt gern. Immer wenn ich dort ankomme, habe ich das Gefühl, die Stadt nimmt mich in den Arm. Dort ist mir alles so vertraut. Die Menschen, der Humor. Ein warmes Gefühl, nach Hause kommen eben.

Das klingt fast poetisch. Sind Sie ein Romantiker?

Das hoffe ich. Romantisch ist für mich jemand, der aufmerksam ist, der weiß, was den Partner oder die Partnerin glücklich macht – und ihn oder sie dann damit überrascht. Ich lege meiner Freundin im Winter abends zum Beispiel gern eine Wärmflasche ins Bett. Das ist bei uns schon seit Jahren ein unausgesprochenes Ritual. Sobald es draußen kalt wird, kommt der Gummimax zum Einsatz.

Sie wirken immer so lustig. Sind Sie der Erste, der auf Partys Witze erzählt?

Natürlich bringe ich Menschen gern zum Lachen, aber ich bin keine Stimmungskanone. Ich bin eher ruhig, beobachte und warte auf den richtigen Moment. Komik hat für mich viel mit Timing zu tun. Leute, die pausenlos Sprüche machen und laut sind, treffen selten mein Humorzentrum. Denen gelingt die feine Komik oft nicht, weil sie selbst so viel Raum brauchen. Ich warte lieber und "ploppe" dann – also norddeutsch.

Sie sind ein uneitler Mensch?

Ja, kann schon sein. Jedenfalls gehöre ich nicht zu denen, die sich permanent um ihr Äußeres kümmern. Solche Leute finde ich auch uninteressant, zerknitterte Gesichter spannender und schöner.

Herr Mädel, wollen Sie noch mal heiraten?

Nein, das ist nicht mein Konzept. Ich glaube, dass die Beziehung für mich dann auch was Ungezwungenes verliert. Eine Hochzeit empfinde ich als verpflichtend. Romantik heißt für mich, jeden Tag aufs Neue freiwillig Ja zu sagen.

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Als Schauspielende hat man es nicht leicht, das weiß auch das Schauspieler-Duo Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Im Interview verrät das Ehepaar, wie sie mit dem beruflichen Druck umgehen.

Auch Friedrich von Thun gibt im Interview mit BILD der FRAU einen ganz privaten Einblick in sein Liebes- und Familienleben.

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