Aktualisiert: 02.04.2021 - 19:02

Schon gewusst? "Das ist Zukunftsmusik": Woher kommt die Redewendung?

Aus welcher Zeit stammt das Wort "Zukunftsmusik", das sagen will, dass etwas noch in Planung und weit weg ist?

Foto: Getty Images / urbazon

Aus welcher Zeit stammt das Wort "Zukunftsmusik", das sagen will, dass etwas noch in Planung und weit weg ist?

Wir benutzen den Begriff "das ist Zukunftsmusik" immer noch, aber kaum einer weiß, welchen Ursprung diese Redensart hat. Wir klären auf!

Etwas ist geplant, die Realisierung liegt aber noch in weiter Ferne. Um diesen Zustand zu umschreiben, gebrauchen wir den Begriff "Zukunftsmusik". Aber warum Musik? Wir erklären, was dahinter steckt?

"Das ist Zukunftsmusik": Woher kommt die Redewendung?

"Das ist doch Zukunftsmusik": Menschen, die diese Redewendung einsetzen, wollen damit sagen, dass es zu früh und zu unrealistisch ist, bestimmte Projekte anzugehen oder anzusprechen. Das Wort Musik ist hier der Schlüssel zur Erklärung.

Was hat Richard Wagner damit zu tun?

Der Komponist Richard Wagner warf in seiner Schrift "Das Judenthum in der Musik" dem Kölner Musikzeitschriftenverleger und Kritiker Ludwig Bischoff vor, dieser habe den Begriff "Zukunftsmusik" 1850 geprägt, um ihn, Wagner, zu verleumden und wolle damit auf seine Arbeit "Das Kunstwerk der Zukunft" anspielen.

Wagner schreibt: "Professor Bischoff [trat] in der Kölnischen Zeitung mit der Begründung des von jetzt an gegen mich befolgten Systemes der Verleumdung auf: dieser hielt sich an meine Kunstschriften, und verdrehte meine Idee eines 'Kunstwerkes der Zukunft' in die lächerliche Tendenz einer 'Zukunftsmusik', nämlich etwa einer solchen, welche, wenn sie jetzt auch schlecht klänge, mit der Zeit sich doch gut ausnehmen würde."

Chopin, Liszt und Berlioz als Zukunftsmusiker

Der Wagner-Biograph Martin Gregor-Dellin stellt klar, dass dieser Vorwurf nicht ganz richtig sei, da Bischoff den Ausdruck erst 1859 in der ersten Nummer der Niederrheinischen Musikzeitung verwendete.

Außerdem sei der Begriff "Musik der Zukunft" schon 1847 verbreitet gewesen, als zum Beispiel Chopin, Liszt und Berlioz als Zukunftsmusiker bezeichnet wurden.

Das Wort "Zukunftsmusik" lässt sich erstmalig in einem Brief von Louis Spohr vom 26. November 1854 nachweisen. Und 1856 schrieben die "Signale für die musikalische Welt" in einem Bericht über Liszts Berliner Konzert: "Wenn man mit einem Wort sagen wollte, worin eigentlich das Wesen dieser Zukunftsmusik besteht…"

Auch der Musikkritiker und Musiker Friedrich Wieck verwendete den Ausdruck "Zukunftsmusik" noch vor Bischoff in einigen Originalkapiteln seiner Aufsatzsammlung "Clavier und Gesang".

Somit lässt sich der Verleumdungsvorwurf von Wagner nicht halten. Vielmehr hat der Komponist selbst dadurch die Verbreitung des Begriffs gefördert und es in diesem Streit um die Bewertung seiner Musik als ironisch-polemisches Schlagwort gefestigt.

Eine Musik, die nicht für die Ohren der Gegenwart sei. Was damals als Verleumdung verstanden wurde, kann man heutzutage interpretieren, wie man will.

Quelle: wikipedia.de, wortschaetze.uni-graz.at

Auch das scheint wie Zukunftsmusik angesichts der Pandemie: Bei einem Testkonzert in Spanien feierten 5000 Besucher. Das steckt dahinter.

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