Aktualisiert: 27.03.2021 - 10:41

Wegen politischem Lied Im Mai ist ESC – nur dieses Land darf doch nicht dabei sein

Von der Redaktion

Im Mai findet der Eurovision Song Contest in Rotterdam statt – aber ohne Belarus. Das Land ist aufgrund unpassender Lieder nun disqualifiziert worden.

Foto: Getty Images/SOPA Images / Kontributor

Im Mai findet der Eurovision Song Contest in Rotterdam statt – aber ohne Belarus. Das Land ist aufgrund unpassender Lieder nun disqualifiziert worden.

"12 Points for... Belarus!" Diesen Satz werden wir in diesem Jahr im großen Finale des Eurovision Song Contest nicht hören. Der Grund: Die zwei eingereichten Songs sollen sich über die Proteste gegen die weißrussische Regierung lustig machen.

Die Europäische Rundfunkunion hat entschieden: Belarus (Weißrussland) darf beim ESC 2021 nicht teilnehmen. Beim Eurovision Song Contest im Mai sollte eigentlich die Band Galasy ZMesta auftreten, doch sowohl das erste als auch das zweite von der Band eingereichte lied verstoße gegen die ESC-Regeln, heißt es. Beide seien zu politisch. Schlimmer noch: Textstellen lassen sich so interpretieren, als mache sich die Band über die Oppositionsbewegung im Land lustig.

ESC-Regeln gebrochen: Belarus-Beitrag zu politisch

Die ESC-Regeln sind klar: Sie stellen sicher, "dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird". Das sei nun ein zweites Mal mit dem Einreichen des Ersatzbeitrages in Gefahr gewesen. Man schreibt: Die staatliche Rundfunkgesellschaft von Belarus habe es versäumt, "innerhalb der verlängerten Frist einen teilnahmeberechtigten Beitrag einzureichen." Nun zieht man Konsequenzen: Belarus darf am ESC in diesem Jahr nicht teilnehmen.

Die Kommentare unter dem Post spiegeln ein klares Bild: "Wir haben gewonnen!", liest man nahezu durchgängig.

Es war bereits der zweite eingereichte Beitrag

Schon beim ersten eingereichten Song hatte es Probleme gegeben. Das Lied "Ja nauchu tebja" ("Ich werde dir beibringen") der Band Galasy ZMesta stelle laut ESC-Organisatioren "den nicht-politischen Charakter des Wettbewerbs infrage." Das hat auch einen Grund, denn es hatte Beschwerden gegeben. Zeilen wie "Ich werde dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen" verhöhnen in den Augen vieler Menschen die Protestbewegung gegen Staatschef Alexander Lukaschenko. Der Machthaber, der sich selbst auf Langzeit als Staatsoberhaupt eingesetzt hatte, wird im Land nicht mehr akzeptiert, was in der Vergangenheit zu dramatischen Protesten mit zehntausenden Festnahmen geführt hatte. Er wird als "letzter Diktator Europas" kritisiert und ist bereits seit 26 Jahren im Amt. Ob dies aber auch das Wahlergebnis der Wahl im vergangenen August widerspiegelt, wird weithin bezweifelt. Selbst die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an.

Auch der zweite eingereichte Song der Band entsprach den Forderungen des ESC nicht: ebenfalls zu politisch. Die Menschen in Belarus, die dem Machtinhaber negativ eingestellt sind, scheint der Ausschluss jedenfalls lieber zu sein als eine Teilnahme, die die Proteste in Verruf stellt.

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Stattfinden wird der diesjährige Eurovision Song Contest also ohne Belarus. Der Contest bleibt unpolitisch.

Zwischen dem 18. und 22. Mai 2021 findet der 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam statt. Das diesjährige Motto lautet "Open Up", also "Öffne Dich".

Für Deutschland geht Jendrik Sigwart mit "I Don't Feel Hate" beim ESC an den Start. Ex-Teilnehmer Michael Schulte hat eine eigene Meinung zu Sigwarts Beitrag: Seinen persönlichen Geschmack treffe der Song nicht. Aber "ich finde, der Song ist mutig und macht Spaß!" Und der Spaß, das ist das Hauptziel des großen europäischen Musik-Contests, der bei vielen wohl noch immer als "Grand Prix" bekannt ist.

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