Aktualisiert: 28.03.2021 - 20:01

Damit Spenden garantiert ankommen Für mehr Chancengleichheit: Wie können Frauen Frauen helfen?

Von der Redaktion

Ganz unkompliziert spenden und genau wissen, dass die Hilfe auch da ankommt, wo sie benötigt wird: Plattformen wie moonshot mission machen das Spenden transparenter. So können Sie als Frau etwa anderen Frauen gezielt helfen.

Foto: Getty Images/PeopleImages

Ganz unkompliziert spenden und genau wissen, dass die Hilfe auch da ankommt, wo sie benötigt wird: Plattformen wie moonshot mission machen das Spenden transparenter. So können Sie als Frau etwa anderen Frauen gezielt helfen.

Strukturelle Benachteiligung trifft Frauen überall auf der Welt. Wenn Sie gezielt anderen Frauen in Not helfen möchten, gibt es dafür ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Gut zu wissen: Heute geht das ganz einfach und trotzdem voll transparent.

Ob medienwirksame Diskussionen über Themen wie Gender-Pay-Gap oder feste Quoten für Frauen in Führungspositionen – in den vergangenen Jahren ist das gesellschaftliche Bewusstsein für die strukturelle Benachteiligung von Frauen deutlich gestiegen, immer mehr Initiativen und Organisationen setzen sich für Gleichberechtigung und faire Voraussetzungen ein. Die Power, die hinter diesem neuen Bewusstsein steckt, sollten wir als Frauen nutzen, um anderen Frauen überall auf der Welt zu helfen – vor allem dort, wo Benachteiligung und die verschiedenen Folgen von Armut schnell lebensgefährlich werden können.

Glücklicherweise gibt es viele Organisationen und Projekte, die sich dem Kampf gegen die Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen auf der ganzen Welt verschrieben haben und sich damit für Chancengleichheit und ein besseres Leben für Frauen einsetzen.

Frauen helfen Frauen: Wie kann ich Chancengleichheit weltweit unterstützen?

Ganz unabhängig davon, ob es sich um Organisationen mit Bildungsprogrammen, Initiativen zur Armutsbekämpfung oder Projekte für die Zukunftsförderung junger Mädchen handelt – sie sind auf Unterstützung und Geld in Form von Spenden angewiesen. Dass bei vielen Frauen der konkrete Wille vorhanden ist, gezielt anderen Frauen in Not zu helfen, lässt sich in den vergangenen Jahren immer stärker beobachten, auch viele soziale Organisationen haben dafür spezielle Projekte ins Leben gerufen.

Sobald es um das Thema Spenden geht, scheint jedoch eine Art Ungewissheit im Weg zu stehen: Insbesondere bei internationalen Organisationen ist für Einsteigerinnen häufig nur schwer nachzuvollziehen, welche Projekte die "richtigen" sind – vereinzelte Negativschlagzeilen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass häufig Fragen wie "kommt mein Geld tatsächlich an?" einer Spende im Weg stehen.

Dieses Problem hat mittlerweile auch der "Spenden-Markt" erkannt und arbeitet an Lösungen: Die Plattform moonshot mission setzt beispielsweise wissenschaftliche Erkenntnisse ein, die 2019 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurden, um unterschiedliche soziale Organisationen vergleichbar zu machen und so allen interessierten Menschen zu zeigen, wo ihre Spenden am effektivsten eingesetzt werden.

"Effektiv spenden" bedeutet, an die Organisationen zu spenden, die pro Euro die größte Wirkung vor Ort erzielen kann. Durch die wissenschaftliche Grundlage, die die Plattform nutzt, lassen sich endlich Antworten auf Fragen wie "welche Organisation kann pro Euro am meisten Leben retten?" geben.

Plattform hilft, die effektivsten Organisationen auszuwählen

Den Stellenwert dieses neuen Ansatzes bestätigt auch Dr. Alexandra Avdeenko, Forschungsleiterin beim Mannheimer Zentrum für Evaluation und Entwicklungsforschung gGmbH:

"Rigorose Wirkungsmessungen, für welche es 2019 einen Nobelpreis in den Wirtschaftswissenschaften gab, werden in der Entwicklungszusammenarbeit zunehmend genutzt. Hierbei möchte man sicherstellen, dass bei begrenzten Ressourcen die größtmögliche Wirkung erreicht und dabei kein Schaden bei den Betroffenen verursacht wird. Rigoros getestet wird beispielsweise, durch welche Maßnahmen am effektivsten und effizientesten die Sterberate bei Geburten reduziert, der fortwährende Schulbesuch sichergestellt oder die Impfraten gesteigert werden können."

Die Plattform moonshot mission nutzt die wissenschaftliche Grundlage, um vorab die effektivsten sozialen Organisationen auszuwählen und diese Auswahl jederzeit aktuell zu halten. Die Daten der Spenderinnen werden dabei niemals weitergegeben – gehört eine Organisation also nicht mehr der Weltspitze an, kann diese Sie als Spenderin auch nicht mehr kontaktieren. Der Ansatz der Plattform kann in Zukunft auch für die "Frauen helfen Frauen"-Idee eine wichtige Rolle spielen. Die Unsicherheit bezüglich der Arbeit einer Organisation steht nicht mehr im Vordergrund, der wichtige Zweck der Spende wird in den Mittelpunkt gerückt.

Dass Spenden leider oft noch mit Hürden verbunden ist, weiß auch Thanh Binh Tran, Gründer von moonshot mission: "Wir haben selbst gemerkt, wie schwer es sein kann, zu helfen. Die schiere Anzahl an Organisationen und die stetige Unsicherheit darüber, was mit dem Geld passiert, wollen wir mithilfe von wissenschaftlichen Erkenntnissen aufheben, damit wir den Menschen helfen können, die es am meisten brauchen."

Wo hilft meine Spende anderen Frauen?

Der klare Fokus auf die Ziele und den Einfluss der Spenden ist unter anderem wichtig, weil es weltweit viele Notsituationen für Frauen gibt, für die in Deutschland nach wie vor nur ein sehr geringes gesellschaftliches Bewusstsein herrscht. Über 300 Millionen Frauen leben weltweit von im Schnitt 1,62 Euro am Tag und damit unter der offiziellen Armutsgrenze.

Da viele Organisationen aktiv gegen weltweite Armut kämpfen, ist hierbei die Frage nach der Effektivität der Hilfsorganisationen besonders wichtig – wissenschaftliche Ansätze werden in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen. Armut sollte viel mehr als übergeordnetes Problem verstanden werden – die Folgen können sich auf unterschiedliche Lebensbereiche beziehen und erfordern dadurch auch Unterstützung an verschiedenen Stellen:

Schwangerschaft: Eine Schwangerschaft kann für in Armut lebende Frauen schnell zur Bedrohung werden – sowohl finanziell als auch gesundheitlich. Zudem ist die Kindersterblichkeitsrate beispielsweise in Tansania zwölfmal höher als in Deutschland und stellt damit eines der zentralen Probleme dar. Ziel der Organisationen ist es, die Schwangerschaft für Mütter und Kinder sicherer zu machen. Zusätzlich zur besseren Gesundheitsversorgung setzen sich die Helferinnen und Helfer vor Ort deshalb auch für die Sensibilisierung junger Mütter in Bereichen wie Familienplanung, gesunder Ernährung und dem Umgang mit Krankheiten ein.

Wasser: Auch wenn der Zugang zu sauberem Trinkwasser seit 2010 zu den Menschenrechten gehört, ist dies in vielen Teilen der Welt längst keine Normalität. Schätzungen zufolge sterben mehr als 240.000 Frauen jährlich an den Folgen von verunreinigtem Wasser und dadurch entstehenden Durchfall. Um diesem Problem entgegenzuwirken, arbeiten soziale Organisationen vor allem an dezentralen Wasserreinigungsanlagen (v. a. Chlorspender) und bekämpfen so neben Durchfallkrankheiten auch Cholera und Hepatitis A.

Bildung: Ein Aspekt, der für das Leben von Frauen überall auf der Welt eine wichtige Rolle spielt, ist Chancengleichheit. Armut oder Flucht haben häufig zur Folge, dass Frauen bereits früh in ihrem Leben auf sich alleine gestellt sind. Durch gezielte Bildungsangebote helfen Organisationen dabei, diesen Frauen ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig dient auch Bildung in Form von Aufklärungsarbeit dem Schutz der Frauen: Zwangsheiraten, Genitalverstümmelung und auch Hexenverfolgungen stellen in vielen von Armut betroffenen Gebieten nach wie vor Traditionen dar – gezielte Aufklärung soll dabei helfen, ein Bewusstsein dafür in der Gesellschaft zu schaffen, dass derartige "Bräuche" nichts mehr auf dieser Welt verloren haben.

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Blindheit: Da Faktoren wie eine schlechte Wasserqualität, mangelnde Hygienemöglichkeiten oder Mangelernährung immer auch langfristige Auswirkungen auf den Körper haben, gehört der Verlust der Sehkraft für viele in Armut lebende Frauen zu den größten Gesundheitsrisiken – obwohl es mittlerweile eine effektive Lösung dafür gibt. Mithilfe von sogenannten Katarakt-Operationen können von grauem Star getrübte Augenlinsen durch künstliche Varianten ersetzt werden, wodurch sich auch die Sehkraft wiederherstellen lässt. Was zunächst nach einem komplizierten Eingriff klingt, lässt sich in der Praxis innerhalb von ca. 20 Minuten und zu Kosten von lediglich 32 Euro je Operation umsetzen.

Effektiv spenden: Das funktionert

Die effektivsten Organisationen, die sich diesen Problemen annehmen, finden Sie auf Plattformen wie moonshot mission. Ähnliche Anbieter sind etwa die Plattformen The Life You Can Save oder Effektiv Spenden. Wichtig bleibt zu erwähnen, dass es selbstverständlich auch in Deutschland und innerhalb Europas viele Projekte gibt, die Frauen in Not helfen und einen wichtigen Teil zum Kampf gegen Benachteiligung und für Chancengleichheit beitragen. Die genannten Beispiele sollen viel mehr dabei helfen, den Blick auch auf Schicksale von Frauen zu lenken, die in unserem Alltag häufig zu wenig Beachtung finden – und Ihre Unterstützung deshalb besonders gut gebrauchen können.

Werden Sie selbst zur starken Frau und helfen Sie mit, anderen Frauen diesen Weg zur Stärke ebenfalls zu ebnen!

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