Aktualisiert: 23.03.2021 - 22:27

Ewige Liebe Warum sich eine Frau mit dem Herzen ihres Mannes bestatten ließ

Von der Redaktion

Liebe über den Tod hinaus? Im Sarg einer Frau in Frankreich wurde das Herz ihres verstorbenen Ehemannes gefunden.

Foto: Getty Images/ Patrick Daxenbichler

Liebe über den Tod hinaus? Im Sarg einer Frau in Frankreich wurde das Herz ihres verstorbenen Ehemannes gefunden.

Die Geschichte ist faszinierend: Eine Frau hat sich in Frankreich mit dem Herzen ihres Mannes bestatten lassen. Symbolisiert das ewige Liebe?

Tiefe, innige Liebe ist mit nichts anderem vergleichbar. Wer große Gefühle hegt, der sagt schon mal, dass man sein Herz an jemanden verloren habe. Durch die folgende Geschichte bekommt dieser Satz eine völlig neue, einzigartige Bedeutung. Dafür muss man weit zurück in die Vergangenheit schauen.

Archäologen sind auf historische Gräber in Frankreich gestoßen. Dabei entdeckten sie, dass sich vor über 350 Jahren eine Frau mit dem Herzen ihres Mannes bestatten ließ. So scheint es heute so, als wären sie auch noch nach ihrem Tod vereint.

Ewige Liebe? Frau ließ sich mit dem Herzen ihres Mannes bestatten

"National Geographic" berichtet, dass Forscher des französischen Landesinstituts für präventive archäologische Forschung (INRAP) im Jahre 2013 bei Ausgrabungen in Rennes auf das Grab von der Adligen Louise de Quengo gestoßen sind. Der Bleisarg war auf dem Gelände eines ehemaligen Jakobinerklosters beigesetzt.

Nach umfangreichen Recherchen stellten die Forscher fest, dass de Quengo bereits 1656 mit 65 Jahren verstorben war. Der Leichnam war im Sarg dennoch gut erhalten, ebenso ihre Nonnenroben und Lederhandschuhe.

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Herz lag in einem Bleibehälter im Sarg

Doch die Wissenschaftler entdeckten noch mehr: In einem kleinen Bleibehälter befand sich das Herz von de Quengos Ehemann, dem Ritter von Brefeillac, Toussaint de Perrien. Es soll den Forschern zufolge das erste bekannte archäologische Beispiel dieser Praktik sein, bei dem es konkret um die romantische Vereinigung nach dem Tode geht.

Denn Toussaint de Perrien starb bereits sieben Jahre vor Louise de Quengo im Jahre 1649. Das geht aus einer Inschrift auf der herzförmigen Urne hervor. Demnach soll sein Leichnam in einem Kloster nahe des französischen Carhaix bestattet sein, rund 200 Kilometer entfernt von seiner Ehefrau.

Das sind die weltweit verrücktesten Bestattungs-Arten! Und hier erfahren Sie, was aus den Überresten Verstorbener gemacht werden kann.

Wo ist das Herz der Ehefrau?

Den INRAP-Forschern zufolge wurde Toussaint de Perriens Herz nach seinem Tod wohl in einem luftdichten Behälter verwahrt, um zu verhindern, dass es verwesen könnte. Dann soll es in das Jakobiner-Kloster nach Rennes gebracht worden sein. In der Stadt blieb seine Ehefrau bis zu ihrem Tod und betete in der Kapelle. Zu ihrer Beisetzung wurde das Herz dann offenbar in den Sarg gelegt.

Was besonders spannend ist: Das Herz von Louise de Quengo fehlt in ihrem Leichnam. Das haben CT-Scans hervorgebracht. Wurde es etwa auch ihrem Ehemann mit ins Grab gelegt?

"Logisch", dass Herzen ausgetauscht werden sollten

Bisher wurden weder das Grab von Toussaint de Perrien noch das Herz von Louise de Quengo entdeckt. INRAP-Anthropologe Rozenn Colleter schätzt es aber als "logisch" ein, dass beide zu Lebzeiten zugestimmt haben könnten, dass ihre Herzen getauscht werden.

Der Leichnam von Louise de Quengo wurde nach der wissenschaftlichen Untersuchung von ihren Nachfahren 2017 in der Nähe des Familienschlosses in Tonquédec beigesetzt. Das Herz von Toussaint de Perriens dagegen bleibt noch für mögliche weitere Analysen in der Kühlkammer eines Labors.

Doch vielleicht wird das Rätsel um den besonderen Liebesbeweis eines Tages gelöst. Wie schön, dass die Liebe der beiden über den Tod hinaus ging …

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