Aktualisiert: 19.03.2021 - 22:15

"Es war ein echter Schock" 900 Meter unter Eis! Forscher entdecken Leben in Antarktis

Von der Redaktion

Fast einen Kilometer unter dem Eis haben Forscher völlig unerwartet sesshaftes Leben gefunden.

Foto: Getty Images/Ashley Cooper

Fast einen Kilometer unter dem Eis haben Forscher völlig unerwartet sesshaftes Leben gefunden.

Es ist ein spektakulärer Fund: Forscher haben 900 Meter unter dem Eis sesshaftes Leben entdeckt. Worum es sich dabei handelt, lesen Sie hier.

Es gibt Lebewesen, die tief im Meer oder unter Eisoberflächen vorkommen und von denen wir kaum Kenntnis haben. Deshalb sind diese Regionen für Forscher so spannend. Manchmal stoßen sie dann sogar auf Funde, mit denen sie nie gerechnet haben …

Eine solche überraschende Entdeckung machten nun Forscher in der Antarktis: Sie entdeckten Leben – und zwar 900 Meter unter dem Eis! Worum es sich bei den Lebewesen genau handelt und mit welch spektakulärem Aufwand diese überhaupt entdeckt wurden, erfahren Sie hier.

Antarktis: Forscher entdecken Leben – 900 Meter unter Eis!

Eine Gruppe von Forschern berichtete über das besondere Erlebnis im Fachblatt "Frontiers in Marine Science". Sie arbeiteten an der zweitgrößten permanenten Eisdecke der Antarktis, dem Filchner-Ronne-Schelfeis. Dort setzten die Forscher einen Bohrer ein, der sich durch das dicke Eis kämpfte. In fast einem Kilometer Tiefe sendete eine Kamera erstaunliche Bilder an die Oberfläche.

Mit einem Felsen waren dünne Stängel mit runden Köpfen verbunden – es handelte sich um marines Leben. Doch dass man dieses in 900 Meter Tiefe unter dem Eis finden würde, erwartete das Forscherteam überhaupt nicht.

Es gibt noch mehr erstaunliche Entdeckungen am Südpol: Ein Früchtebrot wurde nach 100 Jahren in der Antarktis gefunden!

Leben unter diesen Bedingungen eigentlich unmöglich

Fische, Würmer oder Quallen können unter der dicken Eisschicht zwar überleben. Doch es galt als unmöglich, dass es sesshaftes Leben unter diesen Bedingungen mit Dunkelheit, eisigen Temperaturen und fehlenden Nahrungsquellen geben würde. Doch die Forscher wurden eines Besseren belehrt.

Huw Griffiths, Meeresbiologe vom Polarforschungsprogramm British Antarctic Survey sagte dem englischen "Guardian" zufolge: "Es ist ein bisschen verrückt." Und ergänzte: "Wir hätten nicht in einer Million Jahren daran gedacht, dort nach Leben dieser Art zu suchen, weil wir nicht geglaubt hätten, dass es überhaupt da sein könnte."

"Es war ein echter Schock, sie dort zu finden"

Was weiß man noch über das gefundene sesshafte Leben? Die Forscher nehmen an, dass es sich wohl um Schwämme handelt. "Diese Lebensformen sitzen fest verbunden auf Felsen und bekommen nur etwas zu fressen, wenn zufällig etwas an ihnen vorbeitreibt", sagte Griffiths. Unter diesen Bedingungen ist es sehr selten, dass Pflanzen als Nahrungsquelle an den Schwämmen vorbeischwimmen. Womöglich ernähren sie sich von totem Plankton, das Hunderte Kilometer durchs Meer getrieben ist.

"Es war ein echter Schock, sie dort zu finden", so Griffiths. Zwar wollen die Forscher mehr über die neuen Lebewesen herausfinden. "Aber wir können keine DNA-Tests durchführen, wir können nicht herausfinden, wovon sie sich genau ernähren oder wie alt sie sind. Wir wissen nicht einmal, ob es sich um neue Arten handelt. Aber sie leben definitiv an einem Ort, an dem wir sie niemals erwartet hätten."

Auch an der deutschen Küste gab es einen spektakulären Fund: Forscher entdeckten Seepferdchen in der Nordsee! Und nicht nur Seepferdchen tauchten dort überraschend auf, zuletzt entdeckten Wattwanderer einen seltenen Nagelrochen.

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