10.03.2021 - 09:36

Rigides Abtreibungsrecht Arkansas verbietet Abtreibungen nach Vergewaltigung oder Inzest

Der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, hat ein neues Abtreibungsgesetz unterzeichnet. Dieses verbietet Abtreibungen, selbst wenn die Schwangerschaft das Resultat von Vergewaltigung oder Inzest ist.

Foto: Getty Images/ NBC NewsWire

Der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, hat ein neues Abtreibungsgesetz unterzeichnet. Dieses verbietet Abtreibungen, selbst wenn die Schwangerschaft das Resultat von Vergewaltigung oder Inzest ist.

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Arkansas hat ein neues, restriktives Abtreibungsgesetz unterzeichnet.

Die Entscheidung, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden, sollte selbstbestimmt von der schwangeren Person getroffen werden. Leider gibt es immer noch viele Länder, die, oft geprägt von religiösen Überzeugungen, in Sachen Schwangerschaftsabbruch eine Haltung an den Tag legen, die mit Frauenrechten nicht vereinbar ist. Auch Deutschland ist in dieser Hinsicht nicht so liberal, wie man glauben möchte – Stichwort Kristina Hänel. In den USA ist das Recht auf Abtreibung ebenfalls seit Jahrzehnten hoch umstritten und wird von den Bundesstaaten unterschiedlich geregelt. Für traurige Schlagzeilen sorgt jetzt der US-Staat Arkansas: Hier sind Abtreibungen bald selbst nach einer Vergewaltigung oder Inzest verboten.

Arkansas: Keine Abtreibungen nach Vergewaltigung oder Inzest

Auch viele Abtreibungsgegner, für die der Schutz des ungeborenen Lebens vor allem anderen steht, stimmen jenen, die das Recht auf die freie Entscheidung der Schwangeren verteidigen, bei einer Sache häufig zu: Abtreibungen sollten zumindest dann legal möglich sein, wenn sexuelle Gewalt im Spiel war oder das Leben der Schwangeren durch die Schwangerschaft gefährdet ist.

Das erste Szenario wird voraussichtlich ab Sommer 2021 im US-Bundesstaat Arkansas keine Abtreibung mehr rechtfertigen. Wie t-online bereits berichtete, hat der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, ein neues, strenges Abtreibungsgesetz unterzeichnet, das Abtreibungen selbst dann illegal macht, wenn vorher eine Vergewaltigung stattgefunden hat oder wenn die Schwangerschaft das Resultat von Inzest ist. Abtreibungen sind dann nur noch legal möglich, wenn eine akute Gefahr für das Leben der Schwangeren besteht.

Abtreibungsgegner wollen Grundsatzentscheidung Roe v. Wade ändern

1973 fällte der Oberste Gerichtshof in den USA die historische Grundsatzentscheidung Roe v. Wade. Laut dieser ist Abtreibung in dem Land generell zulässig. Es obliegt jedoch den einzelnen Staaten, zusätzlich eigene Regeln zu erlassen, solange sie keine "ungebührliche Belastung" für die Schwangere darstellen. In vielen konservativen US-Bundesstaaten ist das Recht auf Abtreibung deshalb stark eingeschränkt. Abtreibungsgegner in den USA kämpfen dafür, das geltende Recht zu ändern. Auch Gouverneur Asa Hutchinson hofft auf eine Änderung der Gesetzeslage.

Bis das neue, strenge Abtreibungsgesetz in Arkansas in Kraft treten kann, müssen 90 Tage vergehen. Die liberalistische Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) hat bereits angekündigt, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Wissen Sie eigentlich, wie Abtreibung in Deutschland gesetzlich geregelt ist?

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