05.03.2021 - 09:40

Exportkontrolle Italien blockiert Ausfuhr von AstraZeneca-Impfstoff

Auch in Italien wird der Corona-Impfstoff von AstraZeneca verimpft. Um zu verhindern, dass das in einer italienischen Fabrik produzierte Vakzin von der EU aus in Drittländer versendet wird, verbietet Italien jetzt den Export des AstraZeneca-Impfstoffs.

Foto: Getty Images/ NurPhoto

Auch in Italien wird der Corona-Impfstoff von AstraZeneca verimpft. Um zu verhindern, dass das in einer italienischen Fabrik produzierte Vakzin von der EU aus in Drittländer versendet wird, verbietet Italien jetzt den Export des AstraZeneca-Impfstoffs.

Immer Ärger um AstraZeneca: Zwar gibt es an der Qualität des Impfstoffs nichts zu beanstanden, bezüglich der Verteilung des Vakzins kommt es jedoch zu Differenzen.

Dass der Corona-Impfstoff von AstraZeneca ein qualitativ hochwertiges, wirksames Vakzin ist, das einfach das Pech hatte, schlechte Presse abzubekommen, wissen wir mittlerweile. Doch die Kritik an der Verteilungspolitik des britisch-schwedischen Herstellers reißt nicht ab: Italien verbietet jetzt den Export des AstraZeneca-Impfstoffs in Drittländer – und macht somit zum ersten Mal von dem im Januar eingeführten EU-Exportkontrollmechanismus Gebrauch.

Zurückhaltung beim Impfen mit Astrazeneca
Zurückhaltung beim Impfen mit Astrazeneca

Italien verbietet Export von AstraZeneca-Impfstoff

Wie unter anderem die Tagesschau bereits berichtete, plante AstraZeneca den Export von einer Viertelmillion Impfdosen, die in einer italienischen Fabrik produziert wurden, aus der EU nach Australien. Doch die Regierung in Rom hat den Antrag abgelehnt – mit Zustimmung der EU-Kommission.

Hintergrund des Export-Verbots ist, dass AstraZeneca sich in der Vergangenheit nicht an die vertraglich festgehaltenen Liefervereinbarungen gehalten hat. Das Unternehmen lieferte weniger Impfstoff in die EU, als ursprünglich vorgesehen war, nämlich nur 40 der erwarteten 80 Millionen Dosen. Man geht davon aus, dass der Rest der Impfdosen in Drittländer geliefert wurde.

Exportkontrollmechanismus der EU

Um derartige Lieferpannen zu verhindern, führte die EU Ende Januar einen Exportkontrollmechanismus ein. Dieser sieht vor, dass Hersteller von Impfstoffen diese nicht einfach so aus der EU an Drittstaaten senden können, sondern die Ausfuhr von den nationalen Behörden genehmigen lassen müssen. Diese wiederum erteilen die Genehmigung nur, wenn die Hersteller ihre Lieferverträge mit der EU einhalten. So wurden beispielsweise Lieferanträge von Biontech/Pfizer bislang genehmigt.

Da AstraZeneca die Vereinbarungen bisher nicht erfüllt, forderte Italiens Regierungschef Mario Draghi einem Spiegel-Bericht zufolge eine harte Linie gegenüber dem Unternehmen.

Exportverbot erhält Kritik und Fürspruch

Kritiker bemängeln, dass man durch die Exportverbote die Unternehmen möglicherweise dazu zwinge, Lieferverträge mit anderen Staaten zu brechen. Man befürchtet außerdem, dass derartige Maßnahmen die Pharmafirmen davor abschrecken, Standorte in EU-Ländern zu etablieren.

Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese hingegen sprach sich für Italiens Durchsetzung des Exportverbots aus. In der USA gebe es ein solches Verbot ebenfalls, sogar das Nachbarland Kanada erhalte seine Impfstoff-Lieferungen nicht von dort, sondern aus Deutschland und Belgien. London hingegen habe mit AstraZeneca sogar einen Vertrag geschlossen, der Großbritannien eine Vorrangstellung einräume. Es könne nicht sein, dass nur die EU offen sei und alle Welt mit Impfstoffen versorge.

Mehr Neuigkeiten und Informationen über das Coronavirus gibt es auf unserer Themenseite. Hier können Sie auch noch einmal genau nachlesen, warum das Corona-Vakzin von AstraZeneca kein Impfstoff zweiter Klasse ist. Auch die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs bei Personen, die älter als 65 sind.

Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie in Ihrem Bundesland einen Impftermin vereinbaren können.

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