Aktualisiert: 04.03.2021 - 20:45

Etwas für den süßen Zahn Hervorragend erhalten: Dieses Früchtebrot wurde nach 100 Jahren in der Antarktis gefunden

Das Basislager am Kap Evans in der Antarktis. Hierher sind Robert Falcon Scott und sein Team nie zurückgekehrt. Dafür wurde jetzt sein Früchtebrot hier gefunden – nach über 100 Jahren.

Foto: Getty Images/ Galen Rowell

Das Basislager am Kap Evans in der Antarktis. Hierher sind Robert Falcon Scott und sein Team nie zurückgekehrt. Dafür wurde jetzt sein Früchtebrot hier gefunden – nach über 100 Jahren.

Der Entdecker Robert Falcon Scott kehrte nie von seiner Expedition an den Südpol zurück. Jetzt ist dafür ein Teil seines Proviants aufgetaucht.

Angenommen, Ihnen stünde eine lange, Kräfte zehrende Reise an einen sehr kalten, sehr unwirtlichen Ort bevor: Welchen Proviant würden Sie auf Ihre Expedition mitnehmen? Den britischen Entdecker Robert Falcon Scott gelüstete es nach einem ganz besonderen Schmankerl: Ein Früchtebrot sollte ihm den Ausflug ins ewige Eis versüßen. Aufgrund eines tragischen Zwischenfalls fand es nie den Weg von der Lunchbox in seinen Magen, doch nach 100 Jahren in der Antarktis ist das Früchtebrot noch immer fast essbar.

Nach 100 Jahren: Perfekt erhaltenes Früchtebrot in Antarktis gefunden

Um den Wechsel vom 19. auf das 20. Jahrhundert konzentrierte sich die Faszination der internationalen Forschergemeinschaft in den Naturwissenschaften und der Geographie auf ein ganz besonderes Ziel: Es war das ewige Eis, das die Menschen fesselte und trotz Todesgefahr und zahlreicher Expeditionen mit tödlichem Ausgang immer wieder aufs Neue anzog.

Zu jenen, die während des sogenannten Goldenen Zeitalters der Antarktisforschung die Reise an den gefährlichen Ort wagten, gehörte auch der Brite Robert Falcon Scott. Er war einer der ersten zehn Menschen, die den geographischen Südpol erreichten – doch von seiner zweiten Forschungsreise kehrten er und sein Team nicht mehr zurück…

Experten graben Basislager aus

Am 18. Januar 1912 erreichten Robert Falcon Scott und seine Männer den Südpol. Am 19. Januar traten sie den mehr als 1300 Kilometer langen Rückweg an. Ihr Ziel: das Basislager am Kap Evans – ein Ziel, das sie niemals erreichen sollten. Ein Schneesturm zwang das Team dazu, ihr Zelt aufzuschlagen, in dem sie, als die Nahrungsmittel- und Brennstoffvorräte aufgebraucht waren, starben. Die Leichname der Männer wurden nie geborgen, der Standort ihres kalten Grabes ist heute nur ungefähr bekannt.

Das Basislager am Kap Evans jedoch existierte weiterhin – in genau dem gleichen Zustand, in dem die Männer es einst verlassen hatten. Das führte jetzt zu einer ungewöhnlichen Entdeckung: Wie National Geographic berichtete, fanden Mitarbeiter des neuseeländischen Antarctic Heritage Trust Robert Falcon Scotts Früchtebrot, das nach über 100 Jahren immer noch hervorragend erhalten ist.

Früchtebrot immer noch "fast essbar"

Laut dem Antarctic Heritage Trust war das Früchtebrot in Papier eingewickelt und befand sich in den Überresten einer Blechdose. Es sei in "tadellosem Zustand", sehe immer noch "fast essbar" aus und rieche auch so.

Seit 2016 nehmen Mitarbeiter des Antarctic Heritage Trust Ausgrabungen um das Basislager herum vor. Experten haben die 15 Meter lange Hütte und diverse andere, transportable Holzhütten so restauriert, dass sie wieder so aussehen wie zu Robert Falcon Scotts Zeiten. Die gefundenen Gegenstände – auch das Früchtebrot – werden von ihnen sorgsam überarbeitet und anschließend wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht.

Die Chancen stehen gut, dass bald viele weitere Menschen Robert Falcon Scotts Früchtebrot zu Gesicht bekommen werden, denn die Antarktis wird als Reiseziel immer beliebter – ganz zu schweigen davon, wie sich die Situation entwickelt, wenn der Klimawandel das einst durch tödliche Missionen erschlossene Gebiet in ein ganz normales Reiseziel verwandelt.

Und auch das ist eine Folge des Klimawandels: Diese Städte könnte es 2050 nicht mehr geben.

Auch dieser Snack wäre auf einer Antarktis-Expedition ein echter Stimmungsaufheller: unser saftiges Rum-Früchtebrot. Lagern können Sie das übrigens auch in einem handelsüblichen Kühlschrank – wenn auch vielleicht nicht 100 Jahre lang. So frieren Sie Brot und Kuchen richtig ein.

Auch, wenn Sie keinen Trip in arktische Gefilde planen, schadet es nicht, über die richtige Hautpflege bei Kälte Bescheid zu wissen. Hier finden Sie acht nützliche Tipps! Wer allerdings schon mal eine Reise in die Antarktis gewagt hat, ist die Schauspielerin Mariele Millowitsch. Hier geht's zum Interview!

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