Aktualisiert: 03.03.2021 - 09:55

Wer zuerst kommt… Duisburg vergibt Impftermine durch Zufalls-SMS!

Duisburg setzt bei der Corona-Impfung auf eine ungewöhnliche Strategie: Um zu verhindern, dass aufgetaute Impfdosen weggeworfen werden, vergibt die Stadt die übriggebliebenen Termine per Zufalls-SMS an Impfwillige.

Foto: imago images/Reichwein

Duisburg setzt bei der Corona-Impfung auf eine ungewöhnliche Strategie: Um zu verhindern, dass aufgetaute Impfdosen weggeworfen werden, vergibt die Stadt die übriggebliebenen Termine per Zufalls-SMS an Impfwillige.

Damit keine Impfdosen liegen bleiben, vergibt Duisburg per Zufallsgenerator Termine an Impfwillige.

Die Sache mit dem Corona-Impfstoff mutet schon leicht absurd an: Zuerst gab es nicht genug, dann gab es den falschen, jetzt kann man zwar immer noch nicht von genug Impfstoff sprechen, dennoch bleibt Impfstoff liegen… Fast scheint es, als ob die Menschen unzufrieden mit der Organisation der Impfungen wären, ganz gleich, wie sie nun genau abläuft. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass man es offenbar ohnehin niemandem recht machen kann – Fakt ist, dass eine deutsche Stadt jetzt auf eine ungewöhnliche Strategie setzt: Um bereits aufgetaute Impfdosen nicht wegwerfen zu müssen, wählt Duisburg per Zufallsgenerator Impfwillige aus und benachrichtigt sie per SMS über ihr Glück. Wer zuerst auf die SMS antwortet, bekommt die Corona-Impfung.

Darum vergibt Duisburg die Corona-Impfung per SMS

Bislang werden in Deutschland die Corona-Impfstoffe von Biontech, Moderna und AstraZeneca verimpft. Zuerst hieß es, dass das Biontech-Vakzin, was die Lagerung angeht, besonders trickreich sei, da es bei Temperaturen von -70 Grad gelagert werden müsse. Mittlerweile weiß man, dass es auch einfacher geht: Wie unter anderem der Ärztezeitung sowie der Website der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zu entnehmen ist, kann der Biontech-Impfstoff, nachdem er aufgetaut wurde, im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad für bis zu 5 Tage gelagert werden. Den Impfstoff noch einmal einzufrieren, ist allerdings nicht möglich.

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Nun sind 5 Tage keine allzu lange Zeit. Wie geht man also vor, wenn die Impfung aus verschiedenen Gründen doch nicht mehr benötigt wird, der Impfstoff aber bereits aufgetaut ist? Wie der Spiegel bereits berichtete, vergibt die Stadt Duisburg die übriggebliebenen Impfdosen mithilfe einer Software, die auf dem Zufallsprinzip basiert.

Software rettet über 120 Impfdosen vor dem Müll

Duisburg nutzt die neue Software "Impfbrücke", die die Kölner Software-Firma Lit Labs entwickelt hat. Dem Interview zufolge, das der Kölner Stadtanzeiger mit den Entwicklern der Software führte, benachrichtigt die Software im Fall einer übrigen Impfdosis drei Personen. Die Kontaktdaten erhält die Software vom Duisburger Impfzentrum, dieses übermittelt aber nur die Handynummer und die Impfgruppe der in Frage kommenden Person. Die Impfpriorisierung wird durch die Zufallsgenerator-App nämlich nicht außer Kraft gesetzt: Der Termin wird an eine Person weitergegeben, die ohnehin bald an der Reihe gewesen wäre.

Die erste Person, die auf die SMS antwortet, erhält den Termin. Die Impfung erfolgt dann noch am selben Tag. Antwortet niemand, werden innerhalb von 30 Minuten die nächsten drei Personen benachrichtigt. Auf diese Wiese können 15 übriggebliebene Impfdosen pro Tag verimpft werden. Innerhalb von 10 Tagen wurden dank der Software mehr als 120 Personen geimpft – mit Impfstoff, der anderenfalls im Müll gelandet wäre.

Impftermine per Zufallsgenerator – was beim ersten Hören absurd anmutet, ist eigentlich eine clevere Idee, denn im Müll nutzt der Impfstoff niemandem. Je mehr Leute geimpft werden, desto besser: Israel lieferte vor Kurzem die ersten vielversprechenden Daten über die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffes. Und es gibt eine weitere gute Nachricht, die auf Daten aus Israel basiert: Im Moment sieht es so aus, als ob der Biontech-Impfstoff auch Übertragungen verhindert.

Das Gleiche gilt übrigens für den Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Offenbar reduziert auch er die Virus-Übertragung. Wenn das nicht ein klares Zeichen dafür ist, dass das AstraZeneca-Vakzin kein Impfstoff zweiter Klasse ist!

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