Aktualisiert: 02.03.2021 - 19:55

Zusatzleistung? Mies oder hilfreich? Lieferando betreibt Websites, die denen der Partner-Restaurants ähnlich sind

Hat es Lieferando mit seinen Restaurant-ähnlichen Websites zu weit getrieben?

Foto: IMAGO / Stefan Zeitz

Hat es Lieferando mit seinen Restaurant-ähnlichen Websites zu weit getrieben?

Lieferando sorgt oftmals dafür, dass Kunden über den Liederdienst bestellen statt direkt beim Restaurant. Manche regt das auf, andere sehen darin sogar Vorteile.

Bestellen Sie meist direkt bei Ihrem Lieblingsitaliener oder nutzen Sie den Bestelldienst Lieferando? Es könnte tatsächlich sein, dass Sie glauben, direkt beim Restaurant zu ordern, aber eigentlich auf Lieferando hereinfallen. Denn wenn Sie bei Google nach einem Restaurant suchen, bei dem Sie bestellen möchten, dann finden Sie oftmals nicht nur das Restaurant selbst, sondern eine ähnliche Website, die von Lieferando betrieben wird. Ist das für die Restaurants hilfreich oder ein mieser Trick, mit dem der bekannte Bestellservice seinen Umsatz nach oben treibt, ohne auf seine Partner-Restaurants zu achten?

Lieferando-Trick: Websites betreiben, die denen der Partner-Restaurants ähneln

Der niederländische Konzern "Just Eat Takeaway", der auch Lieferando beherbergt, hat laut BR 120.000 Internetadressen, die sich leicht mit den Original-Domains von Restaurants verwechseln lassen. Ungefähr 50.000 von ihnen sollen deutsche Gastronomiebetriebe betreffen. Wenn Kunden nun bei diesen "Schattenwebseiten" ihre Essensbestellungen aufgeben, dann läuft die Bestellung über Lieferando ab. Das bedeutet, das Unternehmen verdient, während das Restaurant dem Bestelldienst Provision zahlen muss. Das müsste es nicht, wenn Kunden direkt telefonisch oder online in der Gaststätte bestellen würden.

Dieses Vorgehen von Lieferando kann von zwei Seiten betrachtet werden. Während manche Gastronome verärgert sind und auch Rupprecht Podszun von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ein Experte für Kartellrecht und Professor für Bürgerliches Recht, davon spricht, dass sich Lieferando unfair zwischen Kunde und Restaurant drängelt, sehen andere diese Entwicklung weniger negativ.

Lieferando gibt die ähnlichen Restaurant-Domains als Zusatzleistung aus

Manche Restaurant-Betreiber sehen hierin einen zusätzlichen Gewinn. Denn die Extra-Seite sei Werbung für das eigene Unternehmen. So sieht es auch Lieferando selbst. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die betroffenen Restaurants durch diesen "Zusatzservice" Mediabudget sparen. Zudem sei die Seitenerstellung "vertraglich geregelt". Manche Restaurantinhaber scheinen diesen Absatz im Vertrag aber überlesen zu haben. Denn es gibt auch Gastronomen, die sich über diese Zusatzleistung weder freuten noch ärgerten. Sie wussten schlichtweg nichts davon.

Wie denken Sie über Lieferandos Websiten-Vorgehen? Sie meinen auch, dass Restaurants dadurch bei Google noch sichtbarer werden oder wollen Sie in Zukunft lieber genau darauf achten, beim Café oder der Bar Ihrer Wahl direkt zu bestellen? Finden Sie in diesem Fall nur eine von Lieferando betriebene Website, dann wollen Sie lieber gar nicht bestellen, sondern stattdessen selbst kochen? Dann dürfte Sie unsere Themenseite Italienische Rezepte interessieren. Wir können Ihnen außerdem unsere Themenseite Fingerfood und Hausmannskost ans Herz legen.

Vielleicht müssen Sie ja auch bald gar nicht mehr bestellen, sondern besuchen Ihr Lieblingsrestaurant einfach vor Ort, sollte die Corona-Zeit bald enden. Leider sieht es danach momentan nicht aus. Der Lockdown soll verlängert werden, aber wenigstens mit Ausnahmen.

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