Aktualisiert: 11.03.2021 - 12:08

Hoffnung für den Einzelhandel Wie funktioniert eigentlich Click & Meet?

Auch Galeria Kaufhof bietet jetzt Shopping mit Termin an. Doch wie funktioniert Click & Meet eigentlich?

Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Auch Galeria Kaufhof bietet jetzt Shopping mit Termin an. Doch wie funktioniert Click & Meet eigentlich?

Click & Meet, also Shopping nach Terminvereinbarung, soll den Einzelhandel wieder ankurbeln. Das müssen Sie dabei beachten.

Zwar dauert der Corona-Lockdown vorerst noch bis zum 28. März an, gleichzeitig wurden jedoch Lockerungen beschlossen. Eine besonders wichtige Änderung betrifft den Einzelhandel. Während die Geschäfte in Regionen, deren 7-Tage-Inzidenz unter 50 liegt, mit einem entsprechenden Hygienekonzept wieder regulär öffnen dürfen, ist in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 jetzt Termin-Shopping erlaubt. Hier erfahren Sie, wie Click & Meet funktioniert.

Click & Meet: Einkauf im Einzelhandel mit Termin möglich

Das Konzept Click & Collect kennen Sie sicher bereits. Dabei können Sie sich Ihren Einkauf, zum Beispiel im Drogerie- oder Supermarkt, online zusammenstellen und nach ein paar Stunden in der Filiale abholen. So ersparen Sie sich das Gedränge und die lästige Suche vor Ort.

Doch gerade, wenn man größere und teurere Anschaffungen tätigt, beispielsweise Möbel oder ein Brautkleid, wollen viele nicht darauf verzichten, die Ware vorher vor Ort eingehend zu mustern. Das war wegen des Lockdowns bislang schwierig bis unmöglich. Click & Meet soll Shopping vor Ort jetzt trotz Pandemie wieder möglich machen und auch den Geschäften, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, wieder eine Öffnungsperspektive bieten.

So vereinbaren sie einen Termin für das Click-&-Meet-Shopping

Vor allem große Ketten und Kaufhäuser bieten bereits Shopping nach dem Click-&-Meet-Konzept an. Mit dabei sind unter anderem Tchibo, Galeria Kaufhof, IKEA, H&M, C&A, Butlers, Deichmann, Saturn und Media Markt. Sie können den Termin online vereinbaren, die Option hierfür ist meist gut sichtbar auf der Website der jeweiligen Kette platziert. Alles, was Sie tun müssen, um ein Einlassticket zu lösen, ist, eine Filiale und einen Zeitraum für Ihren Besuch zu wählen und Ihre Kontaktdaten einzugeben. Die Eingabe der Kontaktdaten dient der Nachverfolgung möglicher Coronavirus-Infektionsketten und ist Voraussetzung, um das Geschäft besuchen zu dürfen.

Vorsicht: Sie dürfen den Shopping-Termin nur gemeinsam mit Angehörigen Ihres eigenen Haushalts wahrnehmen. Dennoch müssen Sie meist für jede Person ein eigenes Einlassticket lösen. Lesen Sie die Informationen auf der Website aufmerksam, um zu erfahren, wie das jeweilige Geschäft die Angelegenheit regelt.

Bei kleinen Geschäften, die keine Website haben, lohnt sich ein Anruf, um in Erfahrung zu bringen, ob sie Click & Meet anbieten. In der Regel können Sie dann auch Ihren Termin gleich am Telefon vereinbaren. Bei manchen Geschäften besteht sogar die Möglichkeit, die Termine draußen vor dem Geschäft, sozusagen im Vorbeilaufen, auszumachen.

Einkaufen mit Termin – das müssen Sie beachten

Damit die Geschäfte planen können, müssen Sie Ihren Termin für einen bestimmten Zeitraum buchen, der nicht überschritten werden darf. Normalerweise sind die Termine zwischen 30 und 60 Minuten lang. Bei C&A können Sie zwischen den beiden Zeitfenstern wählen, bei IKEA stehen Ihnen sogar 90 Minuten zur Verfügung. Wichtig: Innerhalb dieses Zeitfensters muss Ihr Einkauf abgeschlossen sein, inklusive Zahlung und Verlassen des Ladens. Das ist wichtig, da die Mitarbeiter das Geschäft nach jedem Kundentermin lüften und die Oberflächen desinfizieren müssen. Außerdem müssen zwischen den einzelnen Besuchen mindestens 15 Minuten liegen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie zwei Dinge mit sich führen: Ihr Ausweisdokument, da Sie vor dem Betreten des Geschäfts Ihre Identität bestätigen müssen, und die Terminbestätigung, um zu beweisen, dass Sie tatsächlich einen Termin vereinbart haben. Die Terminbestätigung erhalten Sie in der Regel per E-Mail, nachdem Sie den Termin auf der Website vereinbart haben.

Wie sinnvoll ist Click & Meet wirklich?

Seit Dezember waren die Einzelhändler, deren Geschäfte nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, dazu gezwungen, ihre Läden zu schließen. Wie unter anderem die Zeitung Merkur bereits berichtete, hatten sie in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel Kritik an dem Lockdown geübt, wenig später führte mit Rheinland-Pfalz das erste Bundesland eigenmächtig die Click-&-Meet-Strategie ein, laut MDR vorerst nur für Bekleidungs- und Brautmodengeschäfte, Schuhläden und Möbelhäuser.

Die Entscheidung für Click & Meet kommt den Bedürfnissen des Einzelhandels ein Stück weit entgegen. Doch wie sinnvoll ist das Konzept wirklich? Es ist anzunehmen, dass sich Click & Meet für kleine Geschäfte oder Geschäfte, die nicht dem oberen Preissegment zuzurechnen sind, nicht lohnt, sondern eher jene großen Ketten davon profitieren, die ohnehin ein finanzielles Polster haben.

Auch, ob sich die Kunden an das Click-&-Meet-Angebot gewöhnen können, ist fraglich. Durchaus möglich, dass die vorherige Terminvereinbarung und der Einzelkontakt mit den Mitarbeitern Druck aufbaut, am Ende auch tatsächlich etwas kaufen zu müssen. Ein weiterer großer Nachteil, insbesondere für Klamottenläden, ist, dass Umkleidekabinen nicht benutzt werden dürfen. Darauf weist beispielsweise die Kette Muji bei der Terminvereinbarung über die Website der Eventmanagement-Firma Eventbrite hin. Das Anprobieren von Kleidung ist somit nur eingeschränkt möglich. Gut denkbar, dass das für viele keine adäquate Alternative zum Online-Shopping darstellt.

Bestellen und den Einkauf wenig später abholen – das war schon in der Vergangenheit möglich. So funktioniert Click & Collect bei Rewe und dm!

Mehr über die Lockdown-Verlängerung und wie genau die von der Regierung geplanten Öffnungsschritte aussehen, erfahren Sie hier.

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