25.02.2021 - 11:16

Das ist im Gespräch Niedrigerer Rundfunkbeitrag, mehr Bildung: Werden ARD und ZDF zusammengelegt?

Aus zwei mach eins: Werden die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zusammengelegt?

Foto: imago images/Stefan Zeitz

Aus zwei mach eins: Werden die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zusammengelegt?

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF könnten bald nur noch ein Sender sein. Was bisher über den Plan bekannt ist.

ARD und ZDF zählen zu den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern in Deutschland. Sie haben den Auftrag, die Bevölkerung unabhängig und objektiv über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Um nicht von Geldgebern mit eigenen Interessen abhängig zu sein, werden sie nicht durch Werbung o.ä., sondern von der Bevölkerung selbst finanziert – das geschieht in Form des Rundfunkbeitrags. Jetzt ist ein neuer Plan im Gespräch, der die öffentlich-rechtlichen Sender betrifft: ARD und ZDF könnten bald zu einem Sender zusammengelegt werden.

Weshalb ARD und ZDF zusammengelegt werden sollen

Medienberichten zufolge soll die Mittelstandsunion von CDU und CSU ein Konzept für die Fusion der Sender ARD und ZDF vorgelegt haben. Ausschlaggebend dafür war der Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar. ARD und ZDF hatten damals viel zu lange nicht live vom Ort des Geschehens berichtet, stattdessen war das Unterhaltungsprogramm weitergelaufen. Viele hatten danach kritisiert, dass man in Anbetracht des Rundfunkbeitrags erwarten könne, dass die Sender ihrem Informationsauftrag nachkämen und eine aktuelle, umfassende Berichterstattung liefern.

Der Welt liegt das Papier, in dem die Fusions-Pläne beschrieben werden, vor. Darin heißt es in Anlehnung auf die Kapitol-Panne: "Besonderer Wert wird neben der Auslandsberichterstattung auf eine Ausweitung der Regionalkompetenz, mehr Dokumentationen und zusätzliche Live-Übertragungen von politisch, wirtschaftlich sowie gesellschaftlich relevanten Ereignissen gelegt."

Um dieses Ziel umsetzen zu können, soll aus ARD und ZDF eine große Sendeanstalt werden. Die Fachredaktionen sollen jedoch über ganz Deutschland verteilt sein, um "weiterhin dem föderalen Charakter der bisherigen Sender gerecht zu werden".

Bildung statt Unterhaltung

Die Neuerungen zielen also auf ein besseres Informations- und Bildungsangebot ab, wohingegen das Unterhaltungsprogramm auf ein Minimum reduziert werden soll. Das könnte auch bedeuten, dass "Liveübertragungen bedeutsamer Sportereignisse" in Zukunft nicht mehr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verfügbar sein werden.

Mehr Bildung, weniger Unterhaltung also – welche Konsequenzen hat die Fusion von ARD und ZDF für Zuschauer noch? Ein weiterer Begleitumstand dürfte viele ganz besonders erfreuen: Der Rundfunkbeitrag könnte niedriger werden. "Das Beitragsaufkommen soll insgesamt sinken", heißt es in dem Papier. Alle sieben Jahre sollen die Bedarfskosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überprüft und der Beitrag angepasst werden. Eigentlich war ab Januar 2021 eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags geplant gewesen. Doch im Dezember hatte das Bundesverfassungsgericht die Eilanträge von ARD, ZDF und Deutschlandradio gegen die Blockade der geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags abgelehnt.

Ob die Fusion sicher ist und wie das finale Konzept einer Zusammenlegung von ARD und ZDF aussehen soll, steht noch nicht fest. Am Freitag soll über die weitere Vorgehensweise beraten werden.

Quellen: welt.de, focus.de, br.de

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