Aktualisiert: 01.03.2021 - 19:31

Genderneutrale Sprache "Muttermilch" soll umbenannt werden in "Menschenmilch"

Von der Redaktion

Darf man das Wort "Muttermilch" bald nicht mehr sagen? In England steht der Begriff "Menschenmilch" hoch im Kurs.

Foto: Getty Images / NoSystem images.

Darf man das Wort "Muttermilch" bald nicht mehr sagen? In England steht der Begriff "Menschenmilch" hoch im Kurs.

Stillende Mütter werden Augen machen: Der Begriff "Muttermilch" soll in England umbenannt werden in "Menschenmilch". Doch es hagelt auch Kritik.

Sie ist das Grundnahrungsmittel für Neugeborene und hat viele gesunde Inhaltsstoffe: die Muttermilch. Sie versorgt Kleinkinder optimal und macht sie groß und stark. Doch jetzt gibt es Ärger um den Begriff "Muttermilch". Darf man das noch sagen? Werden andere Menschen dadurch benachteiligt?

In England wird gerade viel über genderneutrale Sprache diskutiert. Und in diesem Zuge soll "Muttermilch" in "Menschenmilch" umbenannt werden. Warum das so ist und welche Argumente dafür und dagegen sprechen, erfahren Sie hier.

Menschenmilch statt Muttermilch: Warum der Begriff umbenannt wird

Der Begriff "Muttermilch" ist wohl bei vielen fest im Sprachgebrauch verankert. Und dennoch, so wird in England argumentiert, könnte er bei Eltern zu Benachteiligung führen. Um für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, soll das Wort nun durch einen genderneutralen Begriff ersetzt werden.

Erste Geburtsstationen in England haben sich bereits angepasst. So werden bereits Angestellte der Unikliniken in Sussex und Brighton dazu ermutigt, genderneutrale Sprache zu verwenden. Damit sollen sich auch Trans-Menschen angesprochen fühlen.

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"Geburtselternteil" statt "Mutter"

Doch nicht nur der Begriff "Muttermilch" soll ersetzt werden. Statt "Mutter" soll es "Geburtselternteil" heißen, statt "Frau" soll man „Person“ sagen. Auch der Begriff "Vater" soll so nicht mehr benutzt werden, stattdessen sollte man auf die Begriffe "Co-Elternteil" oder nur "Elternteil" zurückgreifen.

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Viele Medien bewerteten die genderneutrale Sprache auf den Geburtsstationen als positiv. So sei ein sensiblerer Umfang mit der Sprache gewährleistet und trans- und nichtbinäre Menschen würden weniger ausgegrenzt. Allerdings gibt es auch Kritik. Die Zeitung "Times" kritisierte, dass es eine "Sprachpolizei" gebe, die Frauen "ausradieren" wolle.

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Kliniken reagieren auf Kritik

Darauf reagierten wiederum die Kliniken. Sie wollen die Empfehlung geben, neben der genderneutralen Sprache auch die üblichen Begriffe zu benutzen, sodass Frauen angemessen angesprochen werden.

Bleibt abzuwarten, ob sich die geschlechtsneutrale Sprache in Englands Geburtsstationen durchsetzt – und ob eines Tages auch Deutschland nachzieht …

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