Aktualisiert: 24.02.2021 - 18:51

Öffnungsdebatte Lockerungen ahoi! Das ist der Vier-Stufen-Plan des RKI

Egal, ob Kino, Museum oder Bar: Das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland ist nach wie vor in der Corona-Pause. Doch die Rufe nach Lockerungen werden immer lauter. Um diese umsetzen zu können, hat das Robert Koch-Institut jetzt einen Vier-Stufen-Plan erarbeitet.

Foto: Getty Images/ RgStudio

Egal, ob Kino, Museum oder Bar: Das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland ist nach wie vor in der Corona-Pause. Doch die Rufe nach Lockerungen werden immer lauter. Um diese umsetzen zu können, hat das Robert Koch-Institut jetzt einen Vier-Stufen-Plan erarbeitet.

Mit den ersten Frühlingstagen werden auch die Rufe nach Lockerungen der Corona-Regeln immer lauter. Das ist die Lockerungsstrategie des Robert Koch-Instituts.

Der Frühling ist da! Zumindest hat es sich letztes Wochenende so angefühlt und auch diese Woche klettert das Thermometer in manchen Regionen Deutschlands sogar bis knapp unter die 20-Grad-Marke. Während sich viele während der eisigen Temperaturen der letzten Wochen gut mit den Corona-Maßnahmen arrangieren konnten, werden pünktlich zum gefühlten Frühlingsbeginn die Rufe nach Lockerungen wieder lauter. Doch das Coronavirus kümmert sich nicht um unsere Wetterpräferenzen – wie also sollen Öffnungen und Lockerungen möglich sein? Das Robert Koch-Institut hat sich einen Vier-Stufen-Plan überlegt.

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Der Vier-Stufen-Plan des Robert Koch-Instituts

Die Lockerungsüberlegungen des Robert Koch-Instituts basieren nicht nur auf den sinkenden Fallzahlen, sondern auch auf dem Rückgang der Akzeptanz von Maßnahmen in der Bevölkerung. Dies mache eine "klare Zielstellung" und eine "transparente Perspektive für die nächsten Monate" notwendig.

Die Strategie des Robert Koch-Instituts trägt den Namen "ControlCOVID". Ihr Ziel besteht darin, die Zahl der schweren Verläufe, Langzeitfolgen und Todesfälle durch Covid-19 zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Zu diesem Zweck sind weiterhin Schutzmaßnahmen notwendig, bis die Bevölkerung ausreichend geimpft wurde. Laut RKI ist es jedoch wichtig, dass die Maßnahmen verhältnismäßig sind.

Die Hauptsäulen der Strategie sind die Reduktion von Neuinfektionen, effektive Testung, das Ermöglichen der Kontaktpersonennachverfolgung, flächendeckende Impfungen und der besondere Schutz von Risikogruppen.

Vier Intensitätsstufen bestimmen Einschränkungen

Welche Einschränkungen genau verhängt werden, soll von vier Intensitätsstufen abhängen. Das empfiehlt das RKI:

Basisstufe (Inzidenzwert unter 10, Auslastung der Intensivbetten bei weniger als 3 Prozent): Kitas und Schulen, kulturelle und gastronomische Einrichtungen und Geschäfte dürfen unter Schutzauflagen öffnen. Treffen in Innenräumen sind mit weniger als 100 Menschen in Innenräumen gestattet und mit weniger als 1000 Menschen im Freien. Die Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen bleiben bestehen.

Intensitätsstufe 1 (Inzidenzwert zwischen 35 und 10, Auslastung der Intensivbetten bei 5 bis 3 Prozent): Alles, was auf der Basisstufe geöffnet ist, bleibt geöffnet. Aber: Treffen in Innenräumen sind mit weniger als 35 Menschen in Innenräumen gestattet und mit weniger als 500 Menschen im Freien. Die Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen bleiben bestehen.

Intensitätsstufe 2 (Inzidenzwert zwischen 50 und 35, Auslastung der Intensivbetten bei 12 bis 5 Prozent): Schulen und Kitas dürfen unter Schutzauflagen öffnen, an weiterführenden Schulen und Berufsschulen gibt es Distanzunterricht und die Klassengröße wird reduziert. Kulturelle Einrichtungen und Geschäfte dürfen unter Schutzauflagen öffnen. Gastronomische Einrichtungen sind geschlossen. Treffen in Innenräumen sind mit weniger als 10 Personen gestattet. Die Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen bleiben bestehen.

Intensitätsstufe 3 (Inzidenzwert über 50, Auslastung der Intensivbetten bei mindestens 12 Prozent): Schulen und Kitas dürfen unter Schutzauflagen öffnen, dazu zählt die Verkleinerung der Klassen oder feste Gruppenverbände. In weiterführenden Schulen und Berufsschulen gibt es Distanzunterricht, die Schließung kann in Betracht gezogen werden. Geschäfte und gastronomische Einrichtungen sind geschlossen. Treffen in Innenräumen sind nur mit der Familie gestattet. Die Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen bleiben bestehen.

Nicht allein die Inzidenzwerte sind entscheidend

Sollte eine Region einen kritischen Inzidenzwert erreichen, ist ein neuer Lockdown somit jederzeit möglich. Das RKI schreibt jedoch auch, dass "die automatische Kopplung der Intensitätsstufen an einen einzelnen Indikator", wie eben den Inzidenzwert, nicht ausreicht, "um die Komplexität des Infektionsgeschehens sowie die tatsächliche Belastung des Gesundheitssystems und die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung durch COVID-19 abzubilden".

Stattdessen sollen auch Indikatoren wie die der Anteil der nachverfolgbaren Kontaktpersonen oder die wöchentliche Inzidenz hospitalisierter Fälle unter den über 60-Jährigen in die Überlegungen einbezogen werden.

Das vollständige Strategiepapier des Robert Koch-Instituts finden Sie hier: ControlCOVID: Strategie und Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021.

Mehr Neuigkeiten und Informationen über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Hier erklären wir unter anderem, warum der Corona-Impfstoff von AstraZeneca kein "Impfstoff zweiter Klasse" ist. Mit 94 Prozent weniger Klinikaufenthalten erreicht das Vakzin von AstraZeneca sein Hauptziel definitiv.

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