Aktualisiert: 23.02.2021 - 20:39

Eine etwas wildere Welt Kinderbuchautorin Cornelia Funke kritisiert Umgang mit Kindern während Corona

In einem neuen Interview kritisiert die Kinderbuchautorin Cornelia Funke den Umgang mit Kindern während der Corona-Pandemie.

Foto: Getty Images/ Alexander Koerner

In einem neuen Interview kritisiert die Kinderbuchautorin Cornelia Funke den Umgang mit Kindern während der Corona-Pandemie.

Cornelia Funke ist die Schöpferin zahlreicher erfolgreicher Kinderbücher. Jetzt hat sie sich über den Umgang mit den Jüngsten während der Krise geäußert.

Aus der Feder der deutschen Kinderbuchautorin Cornelia Funke (62) stammen zahlreiche wunderbare Geschichten: Ganz gleich, ob man mit den Wilden Hühnern aufgewachsen ist und sich nichts sehnlicher gewünscht hat, als selbst mit Sprotte, Frieda und Co Bandenpläne zu schmieden, oder ob man sich im Geiste mit Ben, Lung und Schwefelfell auf die Suche nach dem Saum des Himmels machte: Die Bücher der Schriftstellerin haben unzählige Menschen geprägt, egal ob jung oder alt. Nicht weiter überraschend also, dass Cornelia Funke auch zum Umgang mit Kindern während der Corona-Krise eine klare Meinung hat…

Cornelia Funke über Corona-Pandemie: Kinder kommen "immer nur am Rande" vor

In einem Interview mit dem Mannheimer Morgen sprach Cornelia Funke nicht nur über ihr neues Buch "Die Brücke hinter den Sternen", das sich mit der Frage beschäftigt, was mit uns passiert, wenn wir sterben, sondern bemängelte auch, dass die Interessen von Kindern während der Corona-Pandemie stark vernachlässigt werden.

Der Schriftstellerin zufolge sei das keine neue Entwicklung: Kinder kämen bereits seit Jahren "immer nur am Rande" vor. Durch Corona sei dieser Umstand noch dramatischer geworden. Cornelia Funke betonte, dass es nach Pandemie-Ende "ein Zurück nach draußen" geben müsse und Kinder die Welt und das Leben wieder erfahren können sollten: "Wir brauchen nicht noch mehr Dogmatismus. Wir müssen der Welt wieder erlauben, ein bisschen wilder zu werden, auch auf Kosten von Sicherheiten."

Die Ernüchterung nach einem Jahr Corona

Die Tintenherz-Autorin kritisierte auch, dass Kinder heute sehr fremdbestimmt leben. Sie würden "zu kleinen Erwachsenen dressiert" und hätten "eigentlich kaum eigene Zeit und eigenen Raum". In dieser Hinsicht müsse sich "fundamental viel ändern", so Cornelia Funke.

Noch im April letzten Jahres, als die Corona-Krise gerade erst ihren Lauf nahm, hatte sich die Autorin optimistischer darüber geäußert. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk hatte sie der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Menschen aus der Krise etwas lernen würden – zum Beispiel, "dass wir nicht wie die Irren überall in der Welt rumfliegen müssen, dass wir dankbarer sind für das, was wir haben".

Vermutlich war sie nicht die Einzige, die zu Beginn der Krise solche Hoffnungen hegte – und nicht die Einzige, die nach beinahe einem Jahr Pandemie deutlich ernüchtert ist…

Quellen: dpa, Mannheimer Morgen, Deutschlandfunk Kultur

"Tintenherz" zählt zu Cornelia Funkes berühmtesten Romanen. 2008 wurde es verfilmt. Einer der Drehorte war das italienische Geisterdorf Balestrino.

Nicht nur KinderbuchautorInnen dürfen ihre Meinung zur Corona-Pandemie und zu ihrer Bekämpfung frei äußern. Auch in den Büchern selbst wird sie zuweilen thematisiert. Im neuesten Conni-Buch "Conni macht Mut" geht es um die Corona-Pandemie. Querdenker, Corona-Leugner und Co sind empört…

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