Aktualisiert: 25.02.2021 - 19:54

Abgesichert im Ruhestand Was Rentenpunkte genau sind und wie sie berechnet werden

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Durch Rentenpunkte kann man errechnen, wieviel Rente man im Alter zur Verfügung hat.

Foto: Getty Images/Oliver Rossi

Durch Rentenpunkte kann man errechnen, wieviel Rente man im Alter zur Verfügung hat.

Wer später Rente beziehen will, sollte unbedingt darüber Bescheid wissen, was Rentenpunkte sind und wie sie berechnet werden. Wir erklären es.

Wer jahrzehntelang hart gearbeitet hat, möchte den Ruhestand finanziell abgesichert genießen. Dafür gibt es die Rente. Doch wie dieses System genau funktioniert, wissen in der Regel nur die wenigsten. Dabei ist es durchaus sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, wie die Rente berechnet wird: und zwar mit Rentenpunkten, auch Entgeltpunkte genannt.

Was Rentenpunkte überhaupt sind, wie sie berechnet werden und aus welchen Faktoren sie sich zusammensetzen, erklären wir Ihnen hier. Außerdem erfahren Sie, ob man die Rente aufstocken kann, indem man sich Punkte "erkauft".

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Rentenpunkte berechnen: Das müssen Sie wissen

Um nach dem Berufsleben Rente zu erhalten, müssen Arbeitnehmer, die sozialversicherungspflichtig versichert sind, in die gesetzliche Rentenversicherung (DRV) einzahlen. Das trifft auf rund 38 Millionen Menschen in Deutschland zu. Damit werden automatisch Rentenpunkte gesammelt. Durch diese wird später die Höhe der Rente errechnet.

Die Höhe des Beitrages, der an die Rentenversicherung geleistet wird, liegt derzeit bei 18,6 Prozent des Bruttolohns. Diesen teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Dabei gibt es aber eine Beitragsbemessungsgrenze, die gewährleistet, dass der gesetzliche Beitrag einen gewissen Lohn nicht überschreitet.

Wer zum Beispiel in Westdeutschland monatlich mehr als 6.900 Euro brutto und in Ostdeutschland mehr als 6.450 Euro brutto verdient, muss über diese Grenze hinaus keine Beiträge abführen.

Haben Sie schon gewusst, dass sich immer mehr Ältere zur Rente etwas dazu verdienen? Hier erklären wir, wieviel Sie mit einem Job neben der Rente wirklich dazu verdienen dürfen.

Je mehr Gehalt, desto mehr Rentenpunkte

Die Beiträge, die Sie und Ihr Arbeitgeber zahlen, werden umgerechnet in Rentenpunkte. Generell gilt: Je höher das Gehalt, desto mehr Rentenpunkte sammelt man. Dadurch steigt die Höhe der monatlichen Rente im Alter.

Nicht nur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bringt Rentenpunkte. Auch Kindererziehungszeit, Berufsausbildung, Wehr- und Bundesfreiwilligendienst, Pflege von Angehörigen oder Zeiten, in denen Arbeitslosengeld bezogen wurde, führen dazu, dass Punkte für die Rente im Alter gesammelt werden. Hier lesen Sie im Detail, wie sich die Pflege von Angehörigen auf die Rente auswirkt.

Doch wie genau werden Rentenpunkte berechnet? Das ist abhängig davon, wieviel Sie im Vergleich zur Gesellschaft verdienen. Dafür wird ein durchschnittlicher Jahresverdienst aller Arbeitnehmer, die sozialversicherungspflichtig versichert sind, errechnet. Je nachdem wie stark man davon abweicht, berechnen sich die Rentenpunkte.

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Durchschnittsgehalt der Gesellschaft entscheidend

Zur Erklärung: Im Jahr 2010 lag das Durchschnittsentgelt beispielsweise bei 31.114 Euro. Wenn Sie exakt so viel verdienen, dann erhalten Sie einen Rentenpunkt pro Jahr. Liegen Sie unter oder über dieser Grenze, bekommen Sie anteilig mehr oder weniger Punkte. Das Durchschnittsentgelt stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, 2018 lag es schon bei 38.212 Euro. So variiert jährlich die Berechnung der Rentenpunkte.

Um ihre individuellen Rentenpunkte zu berechnen, müssen Sie folgende Formel anwenden:

  • Jahresbruttoeinkommen / Durchschnittsentgelt = Rentenpunkte pro Jahr.

Haben Sie im Jahr 2018 also zum Beispiel 40.000 Euro brutto verdient, teilen Sie diesen Wert durch 38.212 Euro. Sie würden dann für dieses Jahr 1,04 Rentenpunkte durch die Erwerbsarbeit erhalten.

Zuschläge, zum Beispiel durch Kindererziehungszeit, können noch angerechnet werden. Wer beispielsweise nach 1992 Mutter geworden ist, erhält drei Rentenpunkte.

Zugangsfaktor, aktueller Rentenwert, Rentenartfaktor

Doch es gibt weitere Faktoren, mit denen die Rentenpunkte berechnet werden. Die Entgeltpunkte, die mit dem Vergleich des durchschnittlichen Einkommens erfasst wurden, werden noch multipliziert mit dem Zugangsfaktor, dem aktuellen Rentenwert und dem Rentenartfaktor.

  • Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor = monatliche Bruttorente

Der Zugangsfaktor sagt etwas darüber aus, wann Sie in Rente gehen. Wenn Sie mit dem Regelalter planen, dann liegt dieser Faktor bei 1,0. Wollen Sie früher in den Ruhestand, müssen Sie entsprechend mit Abschlägen rechnen. Der Rentenwert beschreibt, wie viel ein Rentenpunkt wert ist. Derzeit entspricht ein Rentenpunkt in Westdeutschland 33,05 Euro, in Ostdeutschland 31,89 Euro. Der Rentenartfaktor definiert die Art der Rente, die bezogen wird, also beispielsweise mit Erwerbsminderung. Wer eine normale Altersrente bezieht, hat einen Rentenartfaktor von 1,0.

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So können Sie sich Rentenpunkte "erkaufen"

Durch die umfangreiche Berechnung wird klar: Nicht jeder kommt auf eine hohe Anzahl Rentenpunkte. Doch man kann sich einige von ihnen im weitesten Sinne sogar erkaufen. Und zwar durch Sonderzahlungen, durch die man die Rentenbeiträge aufstocken kann. So können Zeiten, in denen man weniger oder gar nicht gearbeitet hat, ausgeglichen werden. Außerdem ist es sogar möglich, durch Sonderzahlungen früher in Rente zu gehen – und zwar ohne Abschläge. Hier beantworten wir die Frage, wann Sie in Rente gehen können.

Am besten kontaktieren Sie direkt die DRV, um die für Sie besten Möglichkeiten zu erfragen. Schließlich möchte später jeder eine ordentliche Rente haben. Zu wissen, wie Rentenpunkte dafür berechnet werden, ist dabei der erste wichtige Schritt.

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