22.02.2021 - 10:46

Heldenhaft oder verrückt? 18-Jähriger lässt sich für 5000 Euro mit Corona infizieren

Sind es 5000 Euro wert, sich mit dem Coronavirus anstecken zu lassen, damit die Forschung vorangeht?

Foto: Getty Images/Lucas Ninno

Sind es 5000 Euro wert, sich mit dem Coronavirus anstecken zu lassen, damit die Forschung vorangeht?

Die einen sehen seine Tat wohl als uneigennützig und heldenhaft, bringt sie doch die Corona-Forschung weiter. Die anderen werden den jungen Briten, der sich freiwillig mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren lässt, als wahnsinnig erklären.

Wie viel Euro müsste man Ihnen bieten, damit Sie sich freiwillig mit dem Coronavirus anstecken lassen würden? Sicherlich sagen nun an dieser Stelle ganz viele, dass sie es für kein Geld der Welt tun würden. Verständlich! Aber es gibt auch andere Menschen. Solche, die sich freiwillig mit dem Coronavirus infizieren lassen, damit die Forschung vorangeht. Einer von ihnen ist der 18-jährige Alistair Fraser-Urquhart aus Großbritannien. Ist das heldenhaft oder eher irre? Was auch immer, jedenfalls kassiert der angehende Medizinstudent für diesen Einsatz 5000 Euro.

Ermutigende Studie: Corona bald nur noch harmlose Erkältung?
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18-Jähriger bekommt 5000 Euro, wenn er sich mit Corona anstecken lässt

Die Covid-19-Forschung muss vorangehen. Um schnellstmöglich aus der Pandemie herauszukommen, ist das unabdingbar. Der Forschung dienlich ist es natürlich, wenn sich Probanden freiwillig melden, um an klinischen Studien im Zusammenhang mit Corona teilzunehmen. Jedoch ist das Finden von Testpersonen bestimmt nicht immer einfach. Denn verständlicherweise möchte sich kaum jemand ein Virus verabreichen lassen, über das noch nicht alles umfangreich bekannt ist. Doch der junge Alistair Fraser-Urquhart scheint damit keine so großen Problem zu haben. Er lässt sich freiwillig mit dem neuen Coronavirus infizieren, wie bild.de und nau.ch berichteten.

Der britische Alistair Fraser-Urquhart ist gerade einmal volljährig. Im September beginnt er zu studieren. Biomedizin soll es sein, schließlich will er später einmal als Krebsforscher tätig werden. Ambitionierte Pläne, bleibt nur zu hoffen, dass ihm hier seine Corona-Erkrankung, die er sich zu Forschungszwecken für 5000 Euro holen wird, keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn Alistair ist einer der gesunden Freiwilligen der Studie des Forschungsunternehmens hVivo am Imperial College London, bei der weiter zu Corona geforscht wird. In dieser wird geschaut, wie viele Viruströpfchen nötig sind, damit sich jemand mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, wie der Verlauf vonstattengeht und wie Impfstoffe und Medikamente wirken.

Freiwilliger lässt sich mit Corona anstecken – die Risiken bereiten Sorgen

Laut des Nachrichtenpotals Guardian habe sich der junge Mann sofort gemeldet, als er von der Suche nach Freiwilligen für diese Studie erfahren hat. Doch ganz naiv ist Alistair nicht und denkt keinesfalls, dass ihm niemals etwas passieren könne. Er hat sich Gedanken gemacht, wie er erzählte: "Natürlich mache ich mir Sorgen. Es gibt Risiken, über die wir nichts wissen. Habe ich am Ende ein höheres Lungenkrebs-Risiko, wenn ich 50 bin?" "Long Covid" kann auch Jüngere treffen. Was zudem auch nicht gerade die schönste Nachricht ist: Mit der Studienteilnahme muss sich Alistair 16 Tage in Isolation begeben.

Und dennoch hat sich Alistair zu dem Schritt entschlossen, sich mit dem Coronavirus anstecken zu lassen, um die Forschung voranzutreiben. Denn wie Bild berichtete, weiß er: "Wir brauchen die Informationen, die wir so bekommen, um mit der Pandemie fertigzuwerden." Seine Familie weiß von dem Vorhaben, versteht seine Beweggründe und unterstützt ihn. Doch begeistert sind sie dennoch nicht.

Corona-Ansteckung bringt 5000 Euro – was hat der Alistair mit dem Geld vor?

Und was hat der freiwillige Covid-Patient in spe mit der hohen Summe vor, die er für seinen Einsatz kassiert? Vielleicht ein schönes Auto als Belohnung, den Führerschein oder nimmt er es doch für seine Studienzeit? Nichts von alledem. Seine Aufwandsentschädigung geht als Spende an die People's Vaccine Alliance.

Mehr zum Coronavirus lesen Sie auf unserer informativen Themenseite. Dort erfahren Sie auch, ob die Corona-Pandemie auch Gutes bewirkt hat.

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