22.02.2021 - 09:48

Mogelpackung Deluxe Halb Waschpulver, halb Luft? Warum diese Marke jetzt abgemahnt wird…

Wer einmal einen XXXL-Karton Waschpulver gekauft hat, ist erst einmal versorgt – oder? Nicht unbedingt: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Verkaufsstopp eines XXXL-Waschpulvers von Unilever erwirkt. Der Grund: Die Packung enthält zu viel Luft.

Foto: Getty Images/ Janwith Chaisiri / EyeEm

Wer einmal einen XXXL-Karton Waschpulver gekauft hat, ist erst einmal versorgt – oder? Nicht unbedingt: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Verkaufsstopp eines XXXL-Waschpulvers von Unilever erwirkt. Der Grund: Die Packung enthält zu viel Luft.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Verkaufsstopp eines Waschpulvers erwirkt. Warum XXXL-Verpackungen oft Verbrauchertäuschung sind, erfahren Sie hier.

Waschpulver wird meist in großen Kartons verkauft – und das ist auch sinnvoll: Die Boxen aus dicker Pappe sind nicht nur besonders stabil, es passt auch so einiges hinein und man muss das Alltagsprodukt weniger schnell nachkaufen. Zumindest theoretisch ist das so. Ein Produkt hat den XXL-Verpackungstrick jetzt aber so ausgereizt, dass es von der Verbraucherzentrale Hamburg eine Abmahnung erhalten hat: In einem XXXL-Waschpulver des Unilever-Konzerns befindet sich zu viel Luft.

Zu viel Luft: Abmahnung für Unilever-Waschpulver

Laut einer Pressemitteilung auf der Website des Verbraucherschutzvereins hat die Verbraucherzentrale Hamburg den Verkauf des Waschpulvers "OMO Intensive Leuchtkraft / Variante XXXL – 100 Wäschen" gestoppt. Der Grund dafür: Der 7 Kilo schwere Karton ist zwar ganze 45 cm hoch – die Füllhöhe beträgt aber lediglich 25 cm! Damit ist beinahe die Hälfte des Kartons mit Luft gefüllt – und der XXXL-Vermerk auf der Packung im wahrsten Sinne des Wortes ein leeres Versprechen.

Dass das in Deutschland überhaupt möglich ist, liegt an der unklaren Gesetzeslage. Laut Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg gibt es kein Gesetz, dass Unternehmen verbietet, ihre Verpackungen nur teilweise zu befüllen. Wie notwendig eine solche Regelung wäre, zeigt die Reaktion des Unilever-Konzerns: Diese möchte die Packung nach der Abmahnung nun zwar verkleinern – allerdings nur um 4 cm.

XXXL-Waschpulver = XXXL-Umweltsünde

Verpackungstricks wie dieser sind insbesondere dann ein Problem, wenn Kartonagen und Boxen so wie die Wachpulver-Packung nicht über ein Sichtfenster o.ä. verfügen. Der Kunde hat in diesem Fall keine Möglichkeit, vor dem Kauf nachzuprüfen, wie hoch der Anteil der Füllung tatsächlich ist. Das Resultat: "Wer den Deckel zu Hause öffnet, ärgert sich", so Armin Valet.

Dazu kommt, dass unnötig große Verpackungen nicht nur den Verbraucher in die Irre, sondern auch zu mehr Verpackungsmüll führen. Außerdem wird für den Transport mehr Platz und somit schlussendlich auch Kraftstoff benötigt. XXXL ist an den Verpackungen dann vor allem eines: ihre Umweltbilanz.

Übrigens: Sie haben selbst schon einmal versehentlich zur Luftpackung gegriffen? Auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg können Sie diese auch melden.

Es gibt zahlreiche Kniffe, mit denen Unternehmen versuchen, den Profit durch ein bestimmtes Produkt zu erhöhen. Für den Kunden bedeutet das meistens nichts Gutes. Das waren die Mogelpackungen des Jahres 2020!

Mehr über Rechts- und Finanzangelegenheiten und Ihre Rechte als Verbraucher finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Hier erfahren Sie zum Beispiel, was Sie tun können, wenn bei Ihnen auf der Arbeit nicht auf die Corona-Regeln geachtet wird. Ebenfalls wissenswert: Diese Versicherungen sollten Sie unbedingt abschließen!

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