19.02.2021 - 15:48

Wunsch nach Aufklärung Ein Jahr nach Hanau: Erinnern heißt verändern

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Die Angehörigen der Opfer von Hanau fordern bis heute Antworten auf ihre Fragen.

Foto: Getty Images/Sean Gallup

Die Angehörigen der Opfer von Hanau fordern bis heute Antworten auf ihre Fragen.

Am 19. Februar 2020 wurden neun Menschen bei einem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau erschossen. Bis heute bleiben viele Fragen unbeantwortet.

Ein Jahr ist seit dem rechtsterroristische Anschlag in Hanau vergangen. Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nessar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Vili Viorel Păun wurden am 19. Februar 2020 Opfer eines rechten Attentäters, der anschließend seine Mutter und sich selbst erschoss. Die Trauer, die Wut und der Wunsch nach Aufklärung ist bei vielen Angehörigen geblieben.

Ein Jahr nach Hanau: Angehörige fühlen sich alleine gelassen

Viele Fragen bleiben auch ein Jahr nach der Tat ungeklärt. Für einige sitzt der Schock noch tief – Zeit zum Trauern blieb den Angehörigen kaum, erklärt Ajla Kurtović in einem Interview mit tagesschau.de.

Vor einem Jahr verlor er bei dem Anschlag seinen Bruder Hamza Kurtović, bis heute fordert er Antworten von Politik und Behörden. Fragen wie: "Hätte die Tat verhindert können? Was genau ist in der Tatnacht passiert? Warum konnten wir keinen würdigen Abschied nehmen von meinem Bruder?" sind bis heute offen und sorgen für Fassungslosigkeit bei Hinterbliebenen.

Die Ermittlungen zur Tat gehen nur langsam voran. Versäumnisse seitens der Behörden sind bis heute nicht aufgearbeitet: In der Tatnacht war der Notruf zeitweise nicht erreichbar, Opfer wurden ohne Zustimmung der Angehörigen obduziert. Diese und weitere Fehler sollten laut SPD-Generalsekretär Klingbeil geklärt werden. Im Interview mit tagesschau.de forderte er eine Verbesserung in der Politik und sagte: "Wir sind alle in der Verantwortung".

So können Sie helfen

Hanau ist kein Einzelfall. Der Anschlag reiht sich in eine Kette von rechtsterroristischen Anschlägen ein: Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen, der NSU-Komplex und Halle sind Beispiele für rechte Gewalt in Deutschland.

Erinnern heißt verändern – so titelt die "Initiative 19. Februar Hanau". Hier finden Sie eine Liste aller Gedenkveranstaltungen am 19. Februar 2021 in Deutschland. Die Initiative bittet außerdem um Unterstützung in Form von Spendengeldern. Am Heumark, einem Tatort der Nacht, möchten sie einen Ort der Begegnung und des Vertrauens schaffen, an dem die Erinnerung lebendig bleibt und Aufklärung gefordert wird.

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Fassungslosigkeit und Trauer auch bei dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle, dem zwei Menschen zum Opfer fielen. Prominente haben sich dafür eingesetzt, dass die Opfer nicht vergessen werden und die Familien finanzielle Unterstützung erhalten.

Wie wir mit der Angst vor Anschlägen umgehen können , erklärt eine Expertin im Interview mit BILD der FRAU.

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