19.02.2021 - 12:34

Für viele ein Traumjob Stellenanzeige: Bayerische Brauerei sucht trinkfeste Aushilfen

Wird in der Stadtbrauerei Spalt gebraut: das Spalter Bier. Kürzlich sorgte die bayerische Brauerei für Aufsehen, als sie per Stellenanzeige nach trinkfesten Aushilfen suchte.

Foto: IMAGO / Ralph Lueger

Wird in der Stadtbrauerei Spalt gebraut: das Spalter Bier. Kürzlich sorgte die bayerische Brauerei für Aufsehen, als sie per Stellenanzeige nach trinkfesten Aushilfen suchte.

Eine Brauerei in Bayern suchte in einer Stellenanzeige nach Aushilfen, die auch mal beherzt mittrinken. Ein erstrebenswerter Job für viele – doch die Sache hat einen Haken…

Spalt ist ein kleiner Ort in Mittelfranken, zwischen Ingolstadt und Nürnberg. Nur 5047 Menschen leben hier – 586 davon sind Mitglied im Heimatverein Spalter Land. Dieser ist recht aktiv: Unter anderem erscheint seit 1967 jedes Jahr am "Unsinnigen Donnerstag" die Faschingszeitung Razetbote. Dieses Jahr fiel der Faschingsfeiertag auf den 11. Februar. Die Stadtbrauerei Spalt nutzte die Gelegenheit, um an diesem Tag eine Stellenanzeige im Razetboten zu veröffentlichen: Die bayerische Brauerei suche Aushilfen auf 450-Euro-Basis. Diese müssten trinkfest sein, denn zu den Aufgaben zähle unter anderem "das Austrinken von Lagerbeständen".

Stadtbrauerei Spalt sucht Aushilfen – das ist der Haken

Da sich wegen der geschlossenen Kneipen die Biernachfrage in diesem Jahr vom Fass zur Flasche hin verschoben habe, suche man nach Aushilfen, die das Fassbier in Flaschen umfüllen, diese verkorken und die Lagerbestände notfalls auch austrinken, so das Stellengesuch.

Der einzige Wermutstropfen an dieser für viele sicher überaus ansprechenden Ausschreibung: Sie war nicht ernst gemeint. Stattdessen handelte es sich bei dem Aushilfsgesuch um einen Faschingsspaß. Womit die Brauerei vermutlich nicht gerechnet hatte: Der Wirkungskreis des Witzes blieb nicht auf den Razetboten beschränkt, stattdessen zog die Anzeige weite Kreise: Sie landete in den sozialen Medien – und traf dort offenbar einen Nerv.

So viele wollen als Aushilfe in der Brauerei arbeiten

Wie unter anderem der BR bereits berichtete, wurde die Stadtbrauerei Spalt nach dieser Spaß-Anzeige von einer Welle an Bewerbungen überrollt. Viele hätten den Witz verstanden – doch es seien auch ernstgemeinte Bewerbungen dabei, so Brauerei-Sprecher Markus Böhm. Das Telefon in der Brauerei stünde nicht mehr still. Laut einem Spiegel-Bericht fügten zahlreiche, besonders eifrige Bewerber sogar ihren Lebenslauf bei. Kein Wunder, dass mittlerweile sogar zwei Brauerei-Mitarbeiter sich damit abmühen, alle Bewerbungen zu beantworten…

So lustig die Anzeige der Stadtbrauerei Spalt auch sein mag, sie hat übrigens einen ernsten Hintergrund: Weil wegen der Corona-Pandemie Kneipen und Restaurants geschlossen sind und Veranstaltungen ausfallen, machen die Brauereien große Verluste, viele sind dazu gezwungen, das überschüssige Bier zu vernichten.

Ausgerechnet diese Bier-Marke hat die Pandemie ebenfalls hart getroffen: Schon im März klagte das Corona-Bier über die Verluste, die es wegen der Namensgleichheit mit dem Coronavirus verkraften muss.

Im Gegensatz zu der Stellenzeige ist das übrigens kein Witz: In Bayern landet Gurkenwasser auf den Straßen! Hier erfahren Sie, warum.

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