19.02.2021 - 10:09

Doch keine Zoonose? Hamburger Nanowissenschaftler ist überzeugt: Corona stammt aus Labor

Das Wuhan Institute of Virology. Nahm die Coronavirus-Pandemie hier ihren Anfang? Diese Theorie vertritt zumindest der Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger von der Universität Hamburg: In einer Studie hat er Indizien dafür gesammelt, dass Corona aus einem Labor stammt.

Foto: Getty Images/ HECTOR RETAMAL

Das Wuhan Institute of Virology. Nahm die Coronavirus-Pandemie hier ihren Anfang? Diese Theorie vertritt zumindest der Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger von der Universität Hamburg: In einer Studie hat er Indizien dafür gesammelt, dass Corona aus einem Labor stammt.

Kommt das Coronavirus doch aus einem Labor? Roland Wiesendanger von der Universität Hamburg hat ein Jahr lang Indizien für diese Theorie gesammelt.

Seit mittlerweile einem Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Ihr Ursprung scheint eindeutig: Es handelt sich dabei um eine Zoonose, also um eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Doch bereits zu Beginn der Katastrophe, die die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf stellen sollte, kursierte auch eine andere Geschichte: Das Virus sei aus einem Labor entkommen, so munkelte man. Während diese Theorie lange Zeit Verschwörungstheoretikern und Dystopie-Fans zugeschrieben wurde, ziehen jetzt auch andere, renommiertere Instanzen die Theorie, dass Corona aus einem Labor stammt, in Erwägung – zum Beispiel der Hamburger Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger.

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Stammt Corona aus dem Labor? Physiker präsentiert Indizien

Von Januar bis Dezember 2020 trug Roland Wiesendanger vom Institut für Nanostruktur- und Festkörperphysik an der Universität Hamburg Indizien zusammen, die dafür sprechen, dass es sich bei der Corona-Pandemie keineswegs um eine Naturkatastrophe, sondern um das Ergebnis eines Laborunfalls im Wuhan Institute of Virology handelt. Daraus entstanden ist seine "Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie".

Darin untersucht Roland Wiesendanger die Frage, ob die Pandemie wirklich eine Naturkatastrophe ist oder sich vielmehr auf die "Unachtsamkeit eines Wissenschaftlers oder einer Wissenschaftlerin bei der Durchführung hoch risikoreicher Forschung mit weltweitem Pandemie-Potential" zurückführen lässt.

Ist die Pandemie das Resultat menschlichen Versagens?

Roland Wiesendanger geht auf die beiden Theorien ein, die über den Ursprung der Pandemie existieren. Da ist einmal die Zoonose-Erklärung von den Fledermäusen und dem Tiermarkt in Wuhan, die heute von den meisten vertreten wird. Dann gibt es noch die Theorie von einem Laborunfall in einem biotechnologischen Hochsicherheitslabor im Zentrum der Stadt Wuhan, ganz in der Nähe des in Verdacht geratenen Tiermarkts.

Er weist darauf hin, dass die zweite Erklärung rasch verworfen wurde – obwohl es einige Indizien gibt, die dafür sprechen. Als solche nennt er unter anderem bekannte Sicherheitsmängel in dem Labor in Wuhan sowie den Fakt, dass kein Zwischenwirtstier im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bekannt ist. Er merkt an, dass Fledermäuse auf dem Wildtiermarkt gar nicht angeboten wurden, wohl aber in dem betreffenden Labor mit ihnen experimentiert wurde. Weiterhin führen Coronaviren, die auf Fledermäuse zurückgehen, ihm zufolge nicht zu Infektionserkrankungen in dem Ausmaß, das eine Covid-19-Erkrankung mit sich bringt.

Heiße Spur oder Holzweg?

Roland Wiesendanger selbst weist bereits im Vorwort seines Papiers darauf hin, dass die Studie "auf einem interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatz" basiert, "d.h. nicht auf einer ausschließlich fachspezifischen Sichtweise, sowie auf einer umfangreichen Recherche unter Nutzung aller denkbaren Informationsquellen". Als solche führt er nicht nur wissenschaftliche Literatur auf, sondern auch in den Medien veröffentlichte Artikel oder die Kommunikation mit Kollegen.

Auch die Universität Hamburg urteilt in einer Pressemitteilung, dass die Studie "keine hochwissenschaftlichen Beweise, wohl aber zahlreiche und schwerwiegende Indizien" dafür liefert, dass die Pandemie das Resultat eines Laborunfalls ist. Andere Medien und Wissenschaftler hingegen kritisieren nicht nur die Seriosität der von Roland Wiesendanger angeführten Quellen sowie den Fakt, dass er fachfremd ist, sondern auch, wie beispielsweise das ZDF, den Umstand dass die Universität Hamburg eine solche "fragwürdige Theorie" verbreitet.

Verfolgt Roland Wiesendanger mit seinem Papier eine heiße Spur – oder ist er auf dem Holzweg? Das wird vermutlich erst die Zeit zeigen – und weitere Untersuchungen: Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, hatte die Weltgesundheitsorganisation vor Kurzem bekanntgegeben, die anfangs verworfene Labor-These nun doch prüfen zu wollen.

Sie wollen sich selbst ein Urteil bilden? Das Papier von Roland Wiesendanger können Sie hier herunterladen: Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie

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