Aktualisiert: 18.02.2021 - 16:11

Beunruhigende Wetterextreme Nach dem Wintereinbruch jetzt frühlingshaft: Bleibt es so?

Eine Woche Wintereinbruch mit Frost, jetzt kommt der Frühling mit warmen Temperaturen: Bleibt es so? Und sind diese Wetterextreme beunruhigend?

Foto: Getty Images / Jackie Bale

Eine Woche Wintereinbruch mit Frost, jetzt kommt der Frühling mit warmen Temperaturen: Bleibt es so? Und sind diese Wetterextreme beunruhigend?

Auf einen Schlag wird es jetzt Frühling – genauso unvermittelt, wie uns davor der Winter ereilt hatte. Bleibt es warm? Kann es nochmal frostig werden? Und sind diese Wetterextreme noch normal? Ein Experte antwortet.

Bis zu 20 Grad am Wochenende: Deutschland taut wieder auf! Doch was Wärmehungrige freuen wird, hat auch seine Schattenseiten: Solche Temperaturen wären eigentlich erst im April normal. Es scheint, als würden solche Wetterextreme zunehmen. Sollte uns das beunruhigen? Und bleibt es nach dem Wintereinbruch jetzt auch frühlingshaft? Oder könnte es nochmal frostig werden? Wir haben einen Experten gefragt.

Frühling nach dem Wintereinbruch: Bleibt es warm? Sind die Wetterextreme bedenklich?

Das Wetter ist mindestens sechs, vielleicht sogar acht Wochen vor seiner Zeit: "Es ist, als hätte es diese stramme Winterwoche nie gegeben", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zu BILD der FRAU. Erschreckende Wetterkarten seien das, fährt er fort.

Bei entsprechendem Sonnenschein und guter Durchmischung der Luftmassen sind kommende Woche bis zu 23 Grad möglich, so der Wetterexperte: "Dann nähern wir uns schon dem Kriterium für einen Sommertag an." Athen, Istanbul und Texas versänken hingegen in Schnee und Glatteis: ein "wirklich bizarres Wetter". Sollten uns diese Extreme zu denken geben? Und wie geht es bei uns weiter mit dem Wetter? BILD der FRAU hat bei Dominik Jung nachgehakt.

BILD der FRAU: Wetterextreme nehmen aufgrund des Klimawandels zu – wie dieser krasse Wetterumschwung, sagen Sie. Gab es das bislang wirklich kaum?

Dominik Jung: Das gibt es immer wieder mal, dass die Wetterlagen sich binnen kurzer Zeit extrem ändern. Die Häufigkeit dieses Phänomens nimmt aber zu und wird auch weiter zunehmen. Vor einer Woche dachten viele noch: Wow, endlich mal ein "kalter Februar". Und jetzt? Nächsten Sonntag endet der Monat, und dann wird er trotz dieses extremen Winterwetters zu warm enden. Davon bin ich fest überzeugt – und das ist wirklich krass. Vor fünf Tagen war der Monat noch drei Grad unter dem Klimamittel, diese ganze negative Abweichung wird dann pulverisiert sein.

Wie wahrscheinlich ist es, dass es im Frühjahr nochmal richtig frostig wird?

Die Wahrscheinlichkeit wird es auf jeden Fall geben, und die ist auch nicht gering. Bis weit in den April kann es immer wieder Kaltlufteinbrüche geben, das beobachten wir immer wieder. Sollte es nun eine volle Woche so warm werden, blüht die Natur schon auf, Frost kann dann großen Schaden anrichten – auch das wäre nicht das erste Mal, dass das passiert. Derzeit ist aber erstmal bis Monatswechsel kein Wintereinbruch in Sicht.

Vorsichtige Prognosen: So könnte es wettertechnisch werden

Ihre Einschätzung für die nächste Zeit?

Eine volle Woche extreme Wärme: Ab Samstag bis nächsten Freitag wird es sehr mild oder besser gesagt warm, wirklich warm. Die Topwerte liegen bei täglich 15 bis 20 oder gar 22 Grad. Nachts wird es allerdings frisch sein, da kann es noch stark abkühlen. Aber am Tag werden wir gutes Wetter zum Spazierengehen oder Angrillen haben – selten Schauer und immer wieder Sonne. Zum Monatswechsel wird es dann wohl etwas kühler, so um die zehn Grad. Mal sehen, wie es dann weitergeht.

Gibt es schon erste Prognosen, was den Sommer betrifft: eher durchwachsen oder ständige Wechsel wie jetzt?

Schon das Frühjahr könnte wieder zu trocken ausfallen, bei normalen bis leicht zu warmen Temperaturen. Beim Sommer sieht alles noch sehr entspannt aus, weder deutlich zu warm, aber eben auch nicht zu kalt. Da sind wir einfach noch zu weit weg, damit die Modelle da eine klare Richtung erkennen können. Da wir ja nun mit dem neuen Klimamittel arbeiten, wären zu kalte Sommermonate nicht unwahrscheinlich. Wir nutzen nun ja das Klimamittel 1990 bis 2020 und nicht mehr 1961 bis 1990.

Erst vor wenigen Tagen haben wir mit Dominik Jung noch über den Wintereinbruch, und wie lange es noch so eisig bleibt, gesprochen. Außerdem hat er das Winter-Unwetter inklusive Polarkälte, Schnee und Eisregen unter die Lupe genommen.

Auch über die Extremwetterlage in Deutschland, die Hochwasser und Glatteis mit sich brachte, hat der Wetterexperte neulich mit uns gesprochen.

Der Winter scheint sich also zu verabschieden. Zeit, den Frühling hereinzulassen – und sich langsam wieder mit Garten und Balkon zu beschäftigen.

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