15.02.2021 - 09:18

Brauchen wir Sanktionen? Wie sich DIESE Politiker bei der Corona-Impfung vordrängeln konnten!

Einige Politiker konnten sich bereits einer Corona-Impfung unterziehen, obwohl diese ihnen gar nicht zugestanden hat. (Symbolbild)

Foto: Getty Images/Luis Alvarez

Einige Politiker konnten sich bereits einer Corona-Impfung unterziehen, obwohl diese ihnen gar nicht zugestanden hat. (Symbolbild)

Es gibt einige Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten haben, obwohl sie noch nicht an der Reihe gewesen wären, sich impfen zu lassen. Ist der Grund in diesen Fällen nachvollziehbar oder regt dieses Vorgedrängle einfach nur auf?

Deutschland impft seit Dezember vergangenen Jahres gegen Corona. Dabei wird eine strenge Reihenfolge eingehalten, die besagt, dass Ältere und Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Co besonders gefährdet sind, zuerst den Piks bekommen. Aber wird die Rangfolge überhaupt so strikt befolgt? Schließlich haben sich einige Politiker, aber auch Geistliche und andere schon eine Corona-Impfung gesichert, obwohl es noch nicht ihre Zeit gewesen wäre. Wie konnte das passieren?

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Warum sich diese Politiker gegen Corona impfen lassen konnten, obwohl sie nicht an der Reihe waren

Im Zusammenhang mit Corona wurden in letzter Zeit massiv viele Regeln aufgestellt, die wir davor gar nicht kannten. Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht usw. Aber eine wichtige Bestimmung wurde scheinbar vergessen. Es wurde nämlich nicht die Frage geklärt, was mit übrig gebliebenen Impfdosen geschehen soll. Und genau diese haben sich jetzt einige Politiker und andere, deren Impftermin noch in weiter Zukunft liegt, nun zunutze gemacht.

Die Impfzentren müssen das Vakzin vor dem Verabreichen aufbereiten, indem sie es verdünnen. Ab diesem Zeitpunkt hat der Impfstoff eine Haltbarkeit von nur wenigen Stunden. Kommen dann nicht alle angemeldeten Person zu ihrem Impftermin, können am Ende des Tages Corona-Impfungen übrig bleiben. In solchen Fällen müssen sich die Länder selbst kümmern. Dabei sollen sie die Priorisierungsvorgaben einhalten. Mancherorts kam es aber eher dazu, dass weniger Wert auf die Priorisierung gelegt wurde, sondern eher die Praktikabilität im Vordergrund stand, wie die die Deutsche Presse-Agentur und AFP berichteten.

Beispielsweise hatte der Oberbürgermeister von Halle an der Saale Bernd Wiegand auf diesem Weg einen Corona-Impfung ergattert. Als der Impfstoff übrig blieb, versucht man diesen zunächst an weitere Angehörige der ersten Priostufe zu vergeben. Nach dem diese nicht erreicht wurden, entschied ein Zufallsprinzip, wer der dortigen Fachärzte, Rettungsdienstmitarbeitende, Politiker und Co die verbleibenden Impfdosen bekommen sollte. Wiegand und zehn Stadträte hatten das große Los gezogen.

Es folgten viele ähnliche Fälle wie diese. Beispielsweise ließ sich der Landrat des sächsischen Erzgebirgskreis Frank Vogel impfen. Er begleitete seine Eltern, die zur ersten Impfgruppe gehörten, ins Impfzentrum und bekam dort auch gleich ein Impfangebot. Bei Hartmut Handschak, Landrat des Saalekreises kam es so, dass sich der 59-Jährige aufgrund eines Beratungstermin in einer Klinik befand, die ihn dann zugleich impfte, weil es für die verbleibende Impfdosis keinen anderen gegeben habe, der diese wollte, wie er der Mitteldeutschen Zeitung erklärte. Die Liste an geimpften Politikern lässt sich noch schier endlos fortführen. Landrat des Landkreises Wittenberg Jürgen Dannenberg sowie sein Stellvertreter Jörg Hartmann sind ebenso nun schon geimpft wie der Landrat von Peine Franz Einhaus und sein Stellvertreter.

Nutzung der übrig gebliebenen Impfdosen: Sind Regeln und Sanktionen von Nöten?

Doch nicht nur Politiker haben die übrig gebliebenen Impfdosen genutzt, auch Augsburger Bischof Bertram Meier und sein Generalvikar Harald Heinrich gehören nun zu den Geimpften. Angeblich sei es bei diesen beiden Personen nötig gewesen, weil sie als Seelsorger in Seniorenheimen tätig seien. Auch manche Feuerwehrleute und Polizisten seien schon außerhalb der vorgeschriebenen Impfreihenfolge geimpft worden. Besonders aufsehenerregend war aber, dass in einem Bremer Krankenhaus die Geschäftsleitung geimpft wurde, noch bevor alle Ärzte und Pfleger dran gewesen waren. Angeblich müsse die Leitung einsatzfähig bleiben, lautete der Grund.

Die Vordrängler sollen bestraft werden, fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Gesundheitsminister Jens Spahn wolle nun zum einen über Regeln für die Nutzung der verbleibenden Impfdosen nachdenken. Zum anderen stellt er sich der Frage nach Sanktionen.

Mehr zur Corona-Lage, dem verlängerten Lockdown und dem Impfgeschehen in Deutschland erfahren sie auf unserer Themenseite.

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