Aktualisiert: 12.02.2021 - 17:43

Ist Balkonien Pflicht? Keine Reise wegen Corona: Muss ich trotzdem meinen Resturlaub nehmen?

Eigentlich sollten Sie Ihre restlichen Urlaubstage nehmen, aber weil man wegen der Pandemie nicht verreisen kann, haben Sie gar keine Lust darauf? Hier erfahren Sie, ob Sie trotz Corona Ihren Resturlaub nehmen müssen.

Foto: Getty Images/ Luis Alvarez

Eigentlich sollten Sie Ihre restlichen Urlaubstage nehmen, aber weil man wegen der Pandemie nicht verreisen kann, haben Sie gar keine Lust darauf? Hier erfahren Sie, ob Sie trotz Corona Ihren Resturlaub nehmen müssen.

Urlaub ohne Reisen? Dann doch lieber gleich den Resturlaub auf das nächste Jahr verschieben – oder?

Natürlich gibt es Menschen, die vollkommen zufrieden sind, ihren Urlaub zu Hause zu verbringen. Reisen müssen geplant werden, und wer seine innere Batterie aufladen muss, erlebt dabei häufig kein vorfreudiges Kribbeln, sondern eine Extra-Portion Stress. Viele ticken da aber auch genau andersrum: Wenn man während des Urlaubs nicht verreisen kann, wozu dann überhaupt Urlaub nehmen…?

Aus diesem Grund haben viele Arbeitnehmer ihren Urlaub im letzten Jahr nicht voll ausgeschöpft – oder kommen spätestens in diesem Jahr, in dem wir uns nach wie vor mit der Pandemie herumschlagen, an diesen Punkt. Den Urlaub für bessere Zeiten aufzusparen, liegt da nahe. Aber wie ist das eigentlich – müssen Sie trotz Corona Ihren Resturlaub nehmen?

Trotz Corona-Pandemie: Resturlaub verfällt

Egal, ob Pandemie oder nicht: Prinzipiell gilt, dass Sie Ihren Urlaub innerhalb des laufenden Jahres nehmen müssen, sonst verfällt er. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel. Zum einen muss Ihr Arbeitgeber Sie explizit und rechtzeitig darüber in Kenntnis setzen, dass Ihre Urlaubstage verfallen, falls Sie sie nicht nehmen. Rechtzeitig bedeutet, dass die Information Sie so früh erreicht, dass Sie noch Gelegenheit haben, die Tage zu nehmen und Ihren Urlaub zu planen. Informiert Ihr Arbeitgeber Sie nicht, werden die Urlaubstage auf das nächste Jahr übertragen.

Resturlaub verschieben – diese Gründe machen's möglich

Der Urlaub lässt sich auch auf das nächste Jahr übertragen, wenn er aus "betrieblichen Gründen" oder Gründen, die "in der Person des Arbeitnehmers liegen", nicht im laufenden Jahr genommen werden kann. Ein betrieblicher Grund wäre zum Beispiel, wenn die Mehrbelastung durch die Pandemie es nicht zulässt, dass alle Angestellten eines Betriebs ihren gesamten Urlaub nehmen können. Wenn ein Arbeitnehmer hingegen krank wird und deshalb nicht seinen ganzen Urlaub nehmen kann, ist das ein Grund, der "in der Person des Arbeitnehmers liegt".

Aber Vorsicht: Falls Sie während Ihres Urlaubs krank werden, können Sie die Urlaubstage zwar zu einem anderen Zeitpunkt nehmen. Sie müssen sich aber krankschreiben lassen und ein Attest vorweisen können.

Resturlaub – lieber nach der Pandemie?

Dass Sie auf Ihren Urlaub verzichten, weil Sie während der Pandemie nicht verreisen können, und ihn lieber erst im nächsten Jahr nehmen, wenn die Situation wieder unter Kontrolle ist, ist nicht möglich. Schließlich ist die Pandemie weder ein "betrieblicher Grund" noch einer, der allein Ihre Person betrifft. Stattdessen beeinflusst sie das Leben aller. Der Arbeitgeber kann von Ihnen also verlangen, Ihren Urlaub trotz Corona zu nehmen.

Sollten Sie bereits Urlaub genommen haben und ihn dann wieder zurückgeben wollen, beispielsweise weil die Pandemie-Situation sich verschlimmert und sie Ihre geplante Reise doch nicht antreten können, ist Ihr Arbeitgeber nicht dazu gezwungen, die Tage wieder zurückzunehmen.

Resturlaub nach März nehmen?

Falls Sie Ihren Resturlaub von 2020 mit ins Jahr 2021 genommen haben, sollten Sie sich spätestens jetzt überlegen, wann Sie Ihre Urlaubstage nehmen möchten. Im Regelfall muss der Resturlaub nämlich bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. In Ausnahmefällen können Arbeitgeber und Arbeitnehmer aber auch längere Übertragungszeiträume vereinbaren.

Quellen: personalwirtschaft.de, morgenpost.de, sueddeutsche.de

Weitere Informationen rund um Steuern, Finanz- und Rechtsangelegenheiten finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Hier erfahren Sie unter anderem, ob Sie trotz Unfallgefahr durch Eis und Schnee den Weg zur Arbeit antreten müssen. Ebenfalls wissenswert: Gefahr durch Schnee auf dem Dach: Das sind Ihre Pflichten als Hausbesitzer*in!

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