11.02.2021 - 11:49

Der Wetter-Experte antwortet Wintereinbruch: Wie lange bleibt es noch so eisig?

Bis zu minus 20 Grad in der Nacht: Ist dieser eisige Winter noch normal? Wie lange bleibt es so? Was ein Meteorologe dazu sagt.

Foto: Getty Images / Andrew Bret Wallis

Bis zu minus 20 Grad in der Nacht: Ist dieser eisige Winter noch normal? Wie lange bleibt es so? Was ein Meteorologe dazu sagt.

Der Winter hat uns also doch noch voll erwischt: Bis zu minus 20 Grad in der Nacht – das ist wirklich eisig! Aber ist das auch noch normal? Und wie lange bleibt es noch so? Ein Meteorologe gibt Auskunft.

Es ist, mit Verlaub, saukalt! In ganz Deutschland herrscht derzeit ein Winterwetter, das seinen Namen wirklich verdient: Schneemassen, vereiste Straßen, Temperaturen bis zu frostigen minus 23 Grad: Wie lange bleibt der Winter wohl noch so eisig?

Mit einem derart eisigen Wintereinbruch haben die meisten wohl eher nicht gerechnet. Anders Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net: "Also wenn ich überrascht wäre, wäre ich kein guter Meteorologe", erklärt er BILD der FRAU gegenüber.

Ein Meteorologe zum eisigen Winter – und wie lange er noch bleibt

Bisher war der Winter 2020/21 1,7 Grad wärmer als das Klimamittel, der Februar 2021 lag sogar fast 1,9 Grad darüber. "Das dürfte sich nun mit der Kältewelle aber alles etwas ändern", so Dominik Jung. Dabei war der Februar in den vergangenen Jahren immer sehr mild gewesen, fährt er fort: "Im vergangenen Jahr gab es teilweise bis zu 20 Grad im Februar – über Null!"

BILD der FRAU: Sie hatten ja angekündigt, Deutschland stehe die kälteste Februarwoche seit langem bevor...

Dominik Jung: Ja genau, eine Überraschung war das nicht. Es lief alles genau so, wie von unseren Wettermodellen berechnet. Da bin ich eher überrascht, wie gut die Prognose auch diesmal wieder war. Es ist in der Tat sehr kalt – so kalt war es in einem Februar zuletzt 2012.

Klimaforscher Stefan Rahmstorf schreibt auf Spiegel-Online, es läge auch am arktischen Polarwirbel, der eigentlich über dem Nordpol ist, manchmal aber über diese Grenzen hinaus wandert. "Dort wird es dann ungewöhnlich kalt und schneereich, während die Arktis sich drastisch erwärmt." Was sagen Sie dazu? Und ist das ein besorgniserregendes Phänomen?

Nein, das passiert immer wieder mal. Als Klimaforscher ist man eben gerne in Wachstellung bzw. Warnhaltung. Dazu fällt mir das berühmte "Winter ade"-Zitat des Spiegels vom April 2000 ein: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", hatte Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie damals gesagt. Tja, Herr Latif sollte aktuell in die Mitte Deutschlands fahren...

Man hat oft das Gefühl, Klimawissenschaftler suchen und finden überall ihre Klimaheulboje. Manchmal etwas übertrieben. Da sollten sie sich nicht wundern, wenn sie mit ihren überspitzen, unseriösen Aussagen mitunter keiner mehr ernst nimmt. Es ist einfach kalt geworden, weil sich eine Ostströmung ausgebildet hat. Das ist, wie gesagt, schon öfters passiert und nun wirklich nichts Neues.

Dominik Jung zur Dauer der Eiseskälte – und seine Prognose fürs Frühjahr

Deutschland bibbert! Wie lange noch?

Mindestens bis in die kommende Woche hinein. Es wird zum Wochenende immer sonniger und richtig toll. Am Tag sind dann schon leichte Plusgrade drin, also zwei bis drei Grad. Und dann kriecht die Milderung kommende Woche gaaaaanz langsam, fast so langsam wie unsere Impfaktion, nach Osten. Es taut wirklich langsam. Nachts gibt es aufgrund der klaren Nächte immer wieder Frost, teils auch weiter unter -10 Grad. Es ist keine stramme, milde Westwetterlage mit Regen in Sicht.

Ihr vorsichtiger Blick aufs Frühjahr: Wie wird es Ihrer Meinung nach?

Tja, kein Turbostart in den Frühling, der für uns Meteorologen ja eigentlich am 1. März losgeht. Eher ein normales bis leicht unterkühltes Frühjahr – wissen tut man das heute allerdings noch nicht. Aber: Es wird auch wieder von einem zu trockenen Frühjahr ausgegangen. Nach drei zu trockenen Jahren wäre das wirklich übel, wenn es so kommt!

Erst vor wenigen Tagen hat Dominik Jung das Winter-Unwetter inklusive Polarkälte, Schnee und Eisregen unter die Lupe genommen.

Auch über die Extremwetterlage in Deutschland, die Hochwasser und Glatteis mit sich brachte, hat der Wetterexperte neulich mit uns gesprochen.

Der Winter hat sich also mit einem Paukenschlag gemeldet. Zeit, sich im wohligen Zuhause um schöne Dekoideen zu kümmern! Lassen Sie doch schon mal den Frühling herein – mit dieser hübschen Tischdeko:

Blumen-Servietten falten
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Auch für Handarbeiten ist jetzt die perfekte Zeit: Probieren Sie sich doch mal an diesem Zauberschal: Der wird doppelt so lang, wie daran gestrickt wird...

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