Aktualisiert: 11.02.2021 - 16:49

Schneelawinen & Einsturzgefahr Gefahr durch Schnee auf dem Dach: Das sind Ihre Pflichten als Hausbesitzer*in!

Von Franziska Wohlfarth

Verschneite Dächer sind zwar schön anzusehen, doch die Gefahren, die von ihnen ausgehen, sind nicht zu unterschätzen.

Foto: Getty Images/SOPA Images

Verschneite Dächer sind zwar schön anzusehen, doch die Gefahren, die von ihnen ausgehen, sind nicht zu unterschätzen.

Wenn es tagelang geschneit hat, sammelt sich auf vielen Dächern eine dicke Schicht Schnee. Was schön aussieht, kann ganz schnell gefährlich werden: Durch das Gewicht nehmen Dächer Schaden und die Verletzungsgefahr durch Dachlawinen steigt.

Ist es nicht schön, wenn im Winter die Hausdächer mit Weiß bedeckt sind und in der morgendlichen Sonne glitzern? Schnee ist einfach herrlich anzusehen. Doch Vorsicht: Das Winterwunderland kann schnell gefährlich werden! Vor allem wenn die Schneedecken auf Hausdächern abrutschen, Eiszapfen abbrechen und ahnungslose Passant*innen zu Schaden kommen. Das sollten Sie bei Schnee auf dem Dach beachten.

Viel Schnee auf dem Dach: Das macht es so gefährlich

So eine kleine Schneeflocke wiegt fast gar nichts. Wenn Sie auf der Nasenspitze landet, kitzelt es vielleicht ein wenig aber das war's dann auch schon. Deswegen wird die Schneelast auf Dächern von vielen Leuten häufig unterschätzt.

Bei einer Schneehöhe von 30 bis 50 Zentimetern, wirkt jedoch eine Last von 100 Kilogramm pro Quadratmeter auf das Dach ein. Wenn der Schnee nass ist und viel Eis enthält, reicht auch nur eine 10 Zentimeter dicke Schneeschicht. Ein besonderes Risiko stellen daher Schneeschichten dar, die bereits mehrmals angetaut und wieder gefroren sind.

Als Folge daraus können in den Dächern Risse entstehen oder sie brechen im schlimmsten Fall sogar ein. Das Risiko besteht vor allem bei Flachdächern, da sich dort der Schnee leichter anstaut.

In den Bauunterlagen des Hauses stehe die maximale Schneelast im Abschnitt Lastannahmen. Wer die Papiere nicht findet, sollte sich an das örtliche Bauamt wenden oder eine*n Statiker*in beauftragen.

Doch auch die Gefahr von Dachlawinen und herunterfallenden Eiszapfen ist eine ernste. Vor allem Kinder, ältere Menschen und parkende PKWs können durch den herunterrutschenden Schnee Schaden nehmen.

Das sind Ihre Pflichten als Hausbesitzer*in

Eigentümer*innen tragen grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht. Diese besagt, dass Hausbesitzer*innen alle vorhersehbaren Gefahren für Dritte entweder vermeiden oder sofort beseitigen müssen. Wenn eine akute Bedrohung durch Dachlawinen besteht, müssen Passant*innen beispielsweise direkt durch ein Warnschild darauf aufmerksam gemacht werden.

Auch als Mieter*in ist man nicht fein raus: Vermieter*innen haben die Möglichkeit Teile der Verkehrssicherungspflicht an Sie zu übertragen. Überprüfen Sie deshalb am besten Ihren Mietvertrag. Denn wenn dieser Pflicht nicht nachgekommen wird, kann das ganz schön teuer werden.

Es gibt noch mehr Dinge, die Sie beachten sollten: Das sind die wichtigsten 12 Winter-Regeln!

Gefährliche Stellen vorab sichern

Damit es erst gar nicht zu einem Unfall kommt, sollten Sie gefährliche Stellen vorbeugend sichern. Relevant sind vor allem die Bereiche über Hauseingängen. Verkehrsflächen und Wegen.

Bei Dächern mit einer Neigung von mindestens 45 Grad ist die Anbringung solcher Schneefangsysteme sogar Pflicht. Besonders beliebt sind hierbei Schneefanggitter oder Rundhölzer, welche an der Dachkante angebracht werden, und den Schnee auffangen, sobald er ins Rutschen gerät.

Auch Schneestopper verschaffen Abhilfe: Diese Metallbügel werden in gleichmäßigen Abständen auf dem Dach montiert, sodass der Schnee schon abgefangen wird, bevor er überhaupt ins Rutschen gerät. Die Last des Schnees wird dadurch außerdem gleichmäßig auf das gesamte Dach verteilt und sammelt sich nicht nur an der Dachkante.

Doch nicht nur auf Dächern kann Schnee schnell zur Gefahr werden: Auch am Boden können Eis und Glätte zu Unfällen führen. Hier erfahren Sie alles zur Räum- und Streupflicht.

Schnee vom Dach räumen: So geht's!

Grundsätzlich sollten Dächer nur von Fachleuten geräumt werden, die ausreichend Kenntnis und Zugriff auf geeignete Werkzeuge haben. Wenn Sie sich dem Sturz- und Fallrisiko bewusst sind und sich dennoch selbst auf Dach wagen möchten, sollten Sie nur mit Schutzausrüstung und einer Höhensicherung arbeiten.

Auf einem flachen Dach lässt sich der Schnee relativ leicht schippen: Nehmen Sie hierfür eine Schaufel oder Schneewanne zur Hand, entfernen Sie überschüssigen Schnee und legen Sie alle Wasserabläufe frei.

Auf Schrägdächern sollte immer von oben beginnend geräumt werden. Hier eignet sich statt einer Schaufel, auch ein Schneerechen mit Teleskopstil. Dank der Verlängerung kann man Teile des Daches sogar vom Boden aus freischippen.

Denken Sie auch daran, Eiszapfen zu entfernen. Dafür bietet sich ein Besen oder ein Rechen hervorragend an.

Vereiste und verschneite Straßen erschweren den Weg zur Arbeit und erhöhen die Unfallgefahr. Müssen Sie trotz Eis und Schnee zur Arbeit gehen?

Wenn Sie das verschneite Wetter bei einem schönen Winterspaziergang in der Natur genießen wollen, dann sollten Sie diese Gefahren im Wald kennen!

Schnee ist vom beheizten, trockenen Wohnzimmer aus wirklich schön anzusehen. Frustrierend ist es jedoch, wenn die Wohnung einfach nicht warm wird. Welche Rechte haben Mieter*innen bei einer kaputten Heizung?

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Mehr zu Ihren Rechten und Verpflichtungen im Winter finden Sie auf unseren ausführlichen Themenseiten.

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