Aktualisiert: 10.02.2021 - 21:26

Selbstversorgung als Trend Hühner im Garten halten: Das sollten Sie wissen!

Von Franziska Wohlfarth

Vom eigenen Federvieh im Garten hat bestimmt jede*r schon einmal geträumt.

Foto: imago-images.de/Mint Images

Vom eigenen Federvieh im Garten hat bestimmt jede*r schon einmal geträumt.

Immer mehr Menschen möchten sich den Traum vom eigenen Hühnerstall verwirklichen. Denn was gibt es auch Schöneres, als sich morgens das Frühstücksei aus dem eigenen Garten sammeln zu können? Alle wichtigen Tipps rund um die Haltung und Pflege von Hühnern.

Selbstversorgung und das Leben "off grid" ist voll im Trend! Neben dem eigenen Grundstück mit Gemüsegarten und Obstwiesen, träumen immer mehr Menschen von einer Hühnerfamilie. Wir geben Ihnen alle Antworten auf die wichtigen Fragen rund um die Hühnerhaltung im Garten.

Hühner im eigenen Garten: Tipps zur richtigen Haltung

Die Hühnerhaltung im Garten bringt einige Vorteile mit sich. Der wohl offensichtlichste liegt auf der Hand: Man hat andauernd frische Eier und weiß sogar, welches Huhn es gelegt hat. Das ist eine gute Möglichkeit, um der grausamen Massentierhaltung zu trotzen und trotzdem sein Frühstücksei genießen zu können.

Ethisch unproblematisch ist die Hühnerhaltung ja nicht: Gezüchtete Legehennen legen etwa 280 bis 300 Eier pro Jahr, in der freien Natur bringt ein Huhn es auf nur etwa 60 Eier. Legehennen erreichen deshalb auch nie ihre Lebenserwartung von 50 Jahren: Nach etwa 2 Jahren sind Sie so ausgelaugt, dass sie keine Eier mehr legen und "entsorgt" werden.

Ohne des Eingriff des Menschen würde ein Huhn etwa fünf bis zehn Eier legen und diese dann über einen Zeitraum von etwa 21 Tagen ausbrüten. Wenn Ihnen diese direkt entrissen werden, kommt es nicht zu dieser Pause und die Hühner produzieren weiterhin am laufenden Band Eier. Das ist ganz schön Kräfte zehrend und enttäuschend für die Mutterhenne.

Wenn man jedoch nicht auf Eier verzichten kann oder möchte, dann ist die Haltung eigener Hühner definitiv eine nachhaltigere Lösung.

Highlight für Kinder und Erwachsene

Vor allem Kinder freuen sich über das Federvieh: Den Kleinen wird schon früh der Umgang mit Lebewesen und der Respekt zu Nahrungsmitteln nahegebracht. Doch auch Erwachsenen macht es Spaß, sich um die Tiere zu kümmern und ihnen beim Fressen und Gackern zuzuschauen.

Außerdem sind Hühner die idealen Schädlingsbekämpferinnen: Durch das Scharren im Boden, reißen sie Unkraut heraus und befreien ihn gleichzeitig von Larven und Insekten. Der Nachteil ist hierbei jedoch, dass die Hühner auch nützliche Insekten, wie Regenwürmer und Marienkäfer, fressen.

Bürokratische Voraussetzungen für die Hühnerhaltung

Bevor es an die Planung des Hühnergeheges geht, sollten Sie sich zunächst mit der Gemeinde, dem*der Vermieter*in und Nachbar*innen absprechen. Der strenge Geruch des Hühnermists, das Gegacker und das Krähen des Hahnes in den frühen Morgenstunden, können schnell zu einem Streitthema werden.

Auch wenn Sie nur ein paar Hühner als privates Hobby halten, müssen sie bei der Tierseuchenkasse und beim zuständigen Veterinäramt angemeldet werden. Das hat den Vorteil, dass man entschädigt wird, falls ein Tier aufgrund einer Tierseuche stirbt oder aufgrund einer behördlichen Anordnung getötet werden muss.

Wenn Sie eine größere Anzahl an Tieren in festen Ställen halten möchten, dann sollten Sie sich mit dem örtlichen Bauamt in Verbindung setzen. Denn auch hier gibt es Vorschriften und Mindestabstände einzuhalten.

Ausreichend Auslauf ist ein Muss

Eine weitere Voraussetzung ist ausreichend Platz: Beim Grünauslauf sollten Sie pro Huhn 30, besser 50 Quadratmeter einplanen. Für eine artgerechte Haltung empfehlen sich drei bis vier Hühner und ein Hahn. Auch wenn der Hahn keine Eier legt, ist er für ein friedliches Beisammensein unverzichtbar: Er schlichtet Streit zwischen den Hennen, warnt vor Greifvögeln und sorgt sich um den Nachwuchs.

In einem mobilen Hühnerstall können sich die Tiere zurückziehen und tagsüber können sie in einem abgezäunten Gelände herumtollen. Der Zaun sollte hierbei ca. 250 Zentimeter hoch und 40 Zentimeter tief im Boden verankert sein.

Ein mobiler Hühnerstall ist deshalb praktisch, da man ihn an verschiedenen Stellen im Garten platzieren kann. Wenn das Gelände rundherum plattgetreten und abgefressen ist, können die Hühner einfach an eine unberührte Stelle umziehen.

Der perfekte Hühnerstall

Wie bereits erwähnt, ist ein mobiler Hühnerstall optimal. Achten Sie darauf, dass das Haus ausreichend isoliert, zugfrei und trocken ist. Das Legenest der Hennen sollte keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein, ein paar Fenster sind im besten Fall dennoch vorhanden.

Der Boden sollte mit einer dicken Schicht Einstreu (Stroh, Hobelspähne oder Heu) bedeckt sein. Sitzstangen sind außerdem unverzichtbar: Dieses sollte im oberen Drittel des Stalles angebracht werden, da die Hühner sich nachts auf höher gelegenen Plätzen am Sichersten fühlen.

Damit der Hühnerstall stets sauber bleibt und keine Ratten angelockt werden, empfiehlt sich die Montage eines mit Streu ausgelegten Kotbrettes. Das erleichtert das Sammeln des Kots und eine schnelle Entsorgung im Hausmüll, auf dem Kompost oder zur Weiterverwendung als Dünger.

Der Auslauf sollte durch eine Hühnerklappe leicht zu erreichen sein. Damit die Einstreu nicht aus dem Stall gescharrt wird, sollte die Klappe etwa 30 Zentimeter über dem Boden gesetzt sein. Eine Leiter kann den Ein- und Ausstieg erleichtern. Nachts sollte die Tür stets geschlossen bleiben damit Marder und Füchse keine Chance haben.

Hühner richtig füttern

Das tolle an Hühnern ist, dass sie Allesfresser sind: Sie freuen sich also tierisch über alte Küchenabfälle, wie hartes Brot, Nudeln, Obst- und Gemüsereste. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass die Lebensmittel ungewürzt und frei von Schimmel sind.

Um für ausreichend Mineralien und Vitamine zu sorgen, sollten Sie ein Körnerfutter und zusätzliches Legemehl anbieten. Frisches Wasser ist außerdem ein Muss.

Geeignete Hühnerrassen

Huhn ist nicht gleich Huhn. In Deutschland gibt es etwa 180 Hühnerrassen und jede von ihnen hat ihre ganz eigenen Vorzüge und Nachteile. Für Anfänger*innen eignen sich vor allem pflegeleichte Hybrid- und Zwerghühner. Die sind von Natur aus zutraulich und fressen einem sogar aus der Hand.

  • Wyandotten
  • Cochins
  • Sussex
  • Welsumer
  • Vorwerk
  • Bielefelder Kennhuhn

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