Aktualisiert: 03.02.2021 - 19:53

Naturkosmetik enthüllt Weleda: Wussten Sie, wer und was hinter der berühmten Marke steckt?

Weleda ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für ganzheitliche Naturkosmetik. Was verbirgt sich hinter der Idee und der Marke?

Foto: IMAGO / epd

Weleda ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für ganzheitliche Naturkosmetik. Was verbirgt sich hinter der Idee und der Marke?

Ein weltbekanntes Label, das in der ganzen Welt erhältlich ist: Wo kommt es her, wie wird produziert und wer steckt hinter der Idee Weleda?

Weleda ist weltbekannt. Die Produkte des Unternehmens sollen ganzheitlich pflegen und finden sich in Apotheken, Bio- und Naturkostläden sowie in Drogerien. Aber wissen Sie auch, wer Weleda geschaffen hat, wo die Produkte hergestellt werden und was genau hinter der Marke steckt? Wir verraten es Ihnen.

Weleda: Das verbirgt sich hinter der berühmten Marke

Seit 100 Jahren existiert Weleda bereits. Grund genug, mal einen Blick hinter die Kulissen zu wagen und zu erfahren wie alles begann.

1921 sollte die Erfolgsgeschichte seinen Lauf nehmen. Eine niederländische Ärztin, ein österreichischer Philosoph und ein Apotheker aus München gründeten ein Krankenhaus und ein pharmazeutisches Labor. Ihre Namen: Dr. Ita Wegmann, Rudolf Steiner, und Oscar Schmiedel. Weleda war geboren und in Arlesheim in der Schweiz wurde das Klinische und Therapeutische Institut betrieben, ein Krankenhaus, welches anthroposophische Medizin für kranke Patienten einsetzte.

Drei, die sich gut kannten: Der Chemiker Oskar Schmiedel hatte bereits während des Studiums mit Dr. Wegman und Rudolf Steiner gearbeitet. Gemeinsam mit Wegman entwickelte Schmiedel das erste Mistelpräparat für die Krebsbehandlung, das interessanterweise auch heute noch im Einsatz ist.

Die Unternehmensstruktur von Weleda

Laut eigenen Angaben besteht Weleda aus 19 Mehrheitsgesellschaftern und beschäftigt ca. 2.000 Mitarbeiter weltweit. Die Produkte des Unternehmens sind in über 50 Ländern auf allen Kontinenten erhältlich.

Der Hauptsitz von Weleda befindet sich im schweizerischen Arlesheim, nur wenige Kilometer von Weleda Hüningen in Frankreich entfernt. Der dritte Standort ist Weleda Schwäbisch Gmünd, in der Nähe von Stuttgart.

Hier werden die Weleda-Produkte hergestellt

An diesen drei Standorten werden laut Angaben auf der Weleda-Website auch die meisten der 1.000 natürlichen Rohstoffe für die Produkte verarbeitet. In Summer werden dort ca. 120 Naturkosmetikprodukte und mehr als 1000 Arzneimittel produziert.

Woher kommt der Name Weleda?

Der Name soll von der germanischen Prophetin und Heilerin Veleda stammen, die 70 nach Christus gelebt haben soll.

Weleda soll der größte Heilpflanzengarten in Europa gehören, auf den sage und schreibe 23 Hektar werden über 1000 verschiedene Pflanzenarten angebaut. Interessantes Detail: Einige Pflanzenarten sollen sogar fast so alt wie das Unternehmen selbst sein, erklärte Tassja Dâmaso, Weledas Global Communications Manager, stylebook.de gegenüber: "Es gibt Produkte im Sortiment, die ihre Wurzeln in der Gründungszeit vor 100 Jahren haben. Dazu gehören das Pflegende Haaröl, das 1921 eingeführt wurde und bis heute nur kleine Anpassungen in der Rezeptur erhielt. Oder aber das Arnika-Massage-Öl, das seit 1926 unverändert bleibt.“

Promisupport für Weleda

Etliche Promis sind Fans der Weleda-Produkte, und schwören vor allem auf die bereits seit 1926 zum Sortiment gehörende Skin Food für trockene Haut. Victoria Beckham ist seit einigen Jahren Fan dieser Pflegeserie, so wie auch Julia Roberts.

Missmanagement und Austausch der Führungsriege

100 Jahre sind eine lange Zeit, in der natürlich auch innerhalb des Unternehmens einiges passiert ist. Weleda als (nach eigenen Aussagen) Weltmarktführer für ganzheitliche Naturkosmetik hat schon viel erlebt und wäre vor 10 Jahren beinahe insolvent gewesen. Nach Vorwürfen des Missmanagements sollen daraufhin alle Führungskräfte ausgetauscht worden sein. Auch ein drastischer Sparkurs bewahrte Weleda vor dem Untergang.

Das war 2011, heute schreibt Weleda mit Naturkosmetik wieder schwarze Zahlen. Der Beweis: 2019 wurde eine Umsatzsteigerung von 4,1 Prozent auf 429,3 Millionen Euro verzeichnet. Dagegen ging der Umsatz bei Weleda-Arzneimitteln aber um 2,3 Prozent zurück.

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Welche Idee steckt hinter Weledas Arzneien?

Weleda produziert anthroposophische Präparate. Hintergrund: Rudolf Steiner war der Begründer der Anthroposophie, eine laut dem Bund deutscher Heilpraktiker "umfassende, spirituell geprägte Betrachtung der Welt", in der die Menschen "in Beziehung zum Übersinnlichen" betrachtet werden.

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Und was unterscheidet die Arzneimittel-Herstellung bei Weleda von anderen? Bei Weleda sollen neben modernen technischen Verfahren auch "rhythmische Prozesse" eingesetzt werden. Ein spiritueller Ansatz, der auch Kritiker auf den Plan ruft. Apotheken.de berichtet, dass die anthroposophische Medizin auf wenig wissenschaftlichen Grundlagen fuße und noch zu wenig untersucht worden wäre. Ausnahme sei der zur Krebsbehandlung eingesetzte Mistelextrakt von Weleda. Hier gäbe es zwar Studien, deren Ergebnisse seien aber nicht abschließend verwertbar, weil zu uneinheitlich.

Geheimrezepte und Naturkosmetik im Wert von Millionen

Die Süddeutsche Zeitung beschrieb in einem Artikel die "Schatzkammern" von Weleda, in deren Kellern in gigantischen Fässern sechs Millionen Euro lägen. Viele der kostbaren ätherischen Öle kosteten mehrere Tausend Euro pro Liter, zum Beispiel das Moschuskernöl, das mehr als 10.000 Euro kosten solle. Nach ausgetüftelten Geheimrezepten würden hier Düfte mischt. Ein teures Unterfangen, benötige man doch ca. 5000 Kilogramm Rosenblätter für einen Liter ätherisches Öl.

Dieses Weleda-Produkt ist das meistverkaufte

Weleda achtet nicht nur auf natürliche Inhaltsstoffe, sondern soll schon früh auf Nachhaltigkeit gebaut haben, vom Anbau der Rohstoffe über die Produktion bis zur Verpackung. Die strenge weltweite Kontrolle der Lieferanten und die faire Bezahlung sollte Weleda von der Konkurrenz abheben.

Der Longseller und das erfolgreichste, weil meistverkaufte Produkt ist übrigens die Calendula-Babycreme von Weleda. Rund 4,3 Millionen Tuben wurden allein in 2017 in Schwäbisch Gmünd abgefüllt.

Quellen: sueddeutsche.de, stylebook.de, weleda.de, eigene Recherche

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