Aktualisiert: 02.02.2021 - 13:05

Unternehmen hat schon reagiert Diesen berühmten Disney-Filmen wird Rassismus vorgeworfen

Nicht nur die indigenen Völker Amerikas, bei "Peter Pan" die "Indianer", werden bei Disney stereotyp und diskriminierend dargestellt: Wo sich das Unternehmen noch Rassismus-Vorwürfen stellen muss.

Foto: IMAGO / Everett Collection

Nicht nur die indigenen Völker Amerikas, bei "Peter Pan" die "Indianer", werden bei Disney stereotyp und diskriminierend dargestellt: Wo sich das Unternehmen noch Rassismus-Vorwürfen stellen muss.

Die Rassismus-Debatte ist längst in der Film-Branche angekommen. Zu Recht, denn sogar in vielen Disney-Klassikern sind etliche Schnitzer zu finden...

Disney-Filme kommen gut an: Nicht nur im Heimkino-Jahr 2020 waren es Produktionen aus dem berühmten Filmstudio, die sich am häufigsten auf DVD verkauften, etwa "Die Eiskönigin 2" oder "Jumanji: The Next Level". Schon seit Jahrzehnten sind Klassiker wie "Dschungelbuch" oder "Aristocats" aus dem TV-Kinderprogramm nicht wegzudenken. Und genau das wird mittlerweile problematisch gesehen, denn vielen dieser Disney-Filme wird Rassismus vorgeworfen. Nicht zu Unrecht – das Unternehmen hat auch längst reagiert!

Diesen Disney-Filmen wird Rassismus vorgeworfen

Das US-Medienunternehmen selbst erklärt auf seiner Webseite, warum die beliebten Filmklassiker aus eigener Produktion mit dem Vorwurf des Rassismus behaftet sind – völlig zu Recht, daraus macht Disney gar kein Hehl. Diese Filme sind bislang betroffen:

  • "Aristocats" (1970) zeigt rassistische Karikaturen der asiatischen Bevölkerung. So wird die Katze mit übertriebenen stereotypen Merkmalen wie schrägen Augen und übergroßen Schneidezähnen dargestellt. Sie singt Englisch mit starkem Akzent und spielt Klavier mit Stäbchen. In Texten wird auch die chinesische Sprache und Kultur verspottet.
  • "Dumbo" (1941) thematisiert die Geschichte der afroamerikanischen Sklaverei und der Rassentrennung auf rassistische Art und Weise. Die Krähen mit ihrer Musiknummer sind eine Hommage an rassistische Shows, in denen weiße Darsteller mit geschwärzten Gesichtern und zerfetzten Kleidern versklavte Afrikaner auf Plantagen im Süden imitierten und verspotteten. In "The Song of the Roustabouts" schuften gesichtslose schwarze Arbeiter zu beleidigenden Texten wie "Wenn wir unser Gehalt bekommen, schmeißen wir's sofort zum Fenster raus."
  • In "Peter Pan" (1953) wird die Kultur der US-amerikanischen Urbevölkerung falsch porträtiert: Auf stereotype Weise wird gezeigt, wie sie in einer unverständlichen Sprache sprechen, sie werden wiederholt mit dem beleidigenden Begriff "Rothäute" bezeichnet. Wenn Peter und die Lost Boys tanzen, tragen sie dabei Kopfschmuck und andere übertriebene Trophäen, womit sie sich über die Kultur und Symbolik der Ureinwohner lustig machen.
  • "Dschungel der tausend Gefahren" (1960) stellt eine Gruppe Piraten als stereotype, ausländische Bedrohung dar. Viele von ihnen haben ein übertrieben gelbes oder braunes Gesicht mit Haarknotenfrisuren, tragen "typische" Kostüme, und Make-up und Schmuck, was ihre Barbarei und Andersartigkeit unterstreichen soll. Sie sprechen in einer nicht entzifferbaren Sprache und repräsentieren so eine extrem rassistische Darstellung von Völkern aus Asien und dem Nahen Osten.

Hinweis auf Streaming-Portal schon seit rund drei Monaten

Disney hat die genannten Filmklassiker auf seinem Streaming-Portal mit zusätzlichen Rassismus-Warnungen versehen. Bevor Zuschauer die Filme anschauen können, wird ihnen ein Text angezeigt, der sie auf die herabwürdigende Darstellung von Minderheiten aufmerksam macht: "Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder Misshandlungen von Völkern oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind heute falsch. Anstatt diese Inhalte zu entfernen, wollen wir ihre verletzende Wirkung anerkennen, daraus lernen und das Gespräch darüber anregen, um gemeinsam eine inklusivere Zukunft zu erreichen."

Disney betont, es wolle die kritischen Inhalte nicht entfernen, sondern ihre schädliche Wirkung anerkennen. Allerdings wolle man unter der Aktion "Stories Matter" künftig stärker für Diversität sorgen und das gesamte Portfolio an Filmen, Serien und sonstigen Inhalten einer strengen Prüfung unterziehen. "Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können sie aufarbeiten, von ihr lernen und gemeinsam nach vorne schreiten, um ein Morgen zu schaffen, von dem wir heute nur träumen können", heißt es aus dem Unternehmen. Man wolle aus den Fehlern lernen und zu Gesprächen anregen. Bereits in der Vergangenheit hatte der Konzern auf "veraltete kulturelle Darstellungen" in seinen Filmen hingewiesen.

Für den Nachwuchs sind einige Titel ab sofort auch gar nicht mehr zugänglich: "Peter Pan", "Aristocats", "Susi und Strolch", "Dumbo" und "Das Dschungelbuch" sind mit Kinderprofilen nicht mehr aufzurufen.

Auch hier wurden ähnliche Vorwürfe laut: Rassismus bei "Kevin – Allein in New York"! In der deutschen Synchronisation finden sich Stellen, die gar nicht gehen.

Kommt leider auch immer noch viel zu häufig vor: Sexismus! Diese Corona-Plakate müssen deshalb wieder weg.

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