Aktualisiert: 06.02.2021 - 21:57

Etikette für mehr Klimaschutz Neue Energielabel für Elektrogeräte: So verändern sich die Effizienzklassen!

Von

Neue Energielabel für mehr Leichtigkeit: So sparen Sie Strom, Wasser und Geld und haben einen freien Kopf für das, was im Leben wirklich zählt.

Foto: GettyImages/evgenyatamanenko

Neue Energielabel für mehr Leichtigkeit: So sparen Sie Strom, Wasser und Geld und haben einen freien Kopf für das, was im Leben wirklich zählt.

Die Plus-Klassen für Elektrogeräte verschwinden. Was das neue Label für Waschmaschine, Kühlschrank und Co bedeutet und wie Sie damit die Umwelt und Ihren Geldbeutel schonen können, lesen Sie hier.

Energieeffizienzklasse A+++, A++ oder einfach A? Klingt doch alles vielversprechend. Die Label sollen Verbraucher*innen beim Kauf stromsparender Haushaltsgeräte beraten – stiften jedoch teilweise mehr Verwirrung als Klarheit. Deswegen wurden die Kennzeichnungen von der EU überarbeitet. Waschmaschinen, Kühlgeräte, Fernseher und Geschirrspüler dürfen ab 1. März 2021 nur noch mit dem neuen Energielabel verkauft werden. Wir erklären Ihnen alles, was Sie über die neuen Energielabel wissen müssen!

Für welche Geräte gilt das neue Energielabel?

Ein neues EU-Effizienzlabel gilt ab 1. März 2021 für folgende Gerätearten:

  • Spülmaschinen
  • Waschmaschinen
  • Waschtrockner (Waschmaschine und Trockner in einem Gerät)
  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Fernseher und Monitore

Neue Energielabel: Was sind die wichtigsten Änderungen?

Die größte Veränderung wird auf den ersten Blick deutlich: Die Plus-Klassen fallen weg. Die Skalierung reicht von A bis G und nicht mehr wie bisher von A+++ bis D. Auf diese Weise haben Sie es als Verbraucher*in einfacher, Produkte zu beurteilen und zu vergleichen. Oft viel es den Kunden*innen schwer einzuschätzen, ob ein A+-Gerät gut oder nur mittelmäßig abschneidet.

Geblieben ist die Farbskala von grün bis rot, die auf den ersten Blick über den Energieverbrauch informieren soll. Neu ist ein QR-Code oben rechts, mit denen Sie mehr zum Produkt erfahren. Im unteren Teil des Labels haben sich manche Piktogramme mit Detailangaben verändert.

Achtung: In vielen Fällen wird aus einem heutigen A+++ ein B oder C. Natürlich hat sich damit nicht plötzlich die Energieeffizienz Ihres Gerätes verschlechtert. Die EU hat ihre Kriterien verschärft, sodass es nur wenige Geräte in die neue A-Klasse schaffen werden. So will die EU die Hersteller ermutigen, ihre Produkte energiesparender zu gestalten.

Fallen die alten Label ab März völlig weg?

Neue Geräte werden grundsätzlich mit dem aktuellen Energielabel beschriftet sein. Elektrogeräte, die schon vor dem 1. März 2021 in den Läden standen, werden von den Händlern innerhalb von 14 Arbeitstagen neu etikettiert. Für Onlineshops gelten die gleichen Fristen. Einzige Ausnahme: Auslaufmodelle dürfen das alte Label behalten, müssen jedoch bis zum 30. November 2021 abverkauft werden. Spätestens bis Mitte März sollten Sie das neue Energielabel verstehen – und so wird’s gemacht!

So deuten Sie die neuen Energielabel richtig

Waschmaschinen:

Alle Angaben auf dem neuen Label beziehen sich auf das Energiesparprogramm "Eco 40–60". Dieses müssen neue Waschmaschinen ab dem 1. März 2021 vorweisen – für Verbraucher*innen ist es das sparsamste Programm. Unter der Energieeffizienzklasse findet sich der Stromverbrauch, dieser wird jetzt pro 100 Waschzyklen angegeben.

Die erste Piktogramm-Zeile beschreibt die Füllmenge pro Waschladung, die Dauer des Eco-Spülgangs und den Wasserverbrauch pro Waschzyklus. Auf dem alten Label stand jeweils der Jahresverbrauch – der jedoch für Nutzer*innen schwer greifbar ist. Geblieben ist die Schleudereffizienz, welche ebenfalls der A bis G- Skalierung folgt. Die Schallemission wird hingegen nur in vier Klassen angegeben. A entspricht einer Schleuderleistung unter 73 Dezibel, D gibts ab 81 Dezibel.

Geschirrspüler:

Auch hier bezieht sich die Energieeffizienzklasse und alle weiteren Angaben auf das Sparprogramm "Eco", dass ab März alle Geschirrspüler haben müssen. Der Stromverbrauch wird bei Geschirrspülern ebenfalls pro 100 Spülzyklen angegeben, der Wasserverbrauch pro Waschgang − und nicht mehr als Jahresverbrauch.

Gleich bleibt die Anzahl der Maßgedecke, die laut Anbieter in die Maschine passen. Ein Maßgedeck besteht aus mehreren Tellern, einer Tasse, einem Glas und Besteck. So können Verbraucher*innen die "Größe" der Maschine besser vergleichen. Die letzte Piktogramm-Zeile gibt Auskunft über die Programmdauer und die Schallemission. Eine Skala sortiert die Schallemission von A für weniger als 39 Dezibel bis D für 51 Dezibel und darüber.

Kühlgeräte:

Die erste Veränderung gibt es bereits in der Energieeffizienz: Diese gibt, vereinfacht gesagt, den Stromverbrauch bezogen auf ein vergleichbares Volumen an. Das alte Label hat diesen Wert nicht bedacht, wodurch große Geräte automatisch schlechter abschnitten.

Der Stromverbrauch wird wie zuvor pro Jahr angegeben, jedoch wurden die Messmethoden angepasst. Das Volumen des Kühl- und Tiefkühlteils wird nun immer ohne Schubladen oder Zwischenböden angegeben, deshalb kann diese Zahl auf dem neuen Label größer sein. Die Schallemission kann durch die neue Skala schnell erfasst und verglichen werden. Bei Kühlgeräten reicht sie von A für unter 30 Dezibel bis D für über 42 Dezibel.

Wohin führt der QR-Code?

Ein weiteres Merkmal des neuen Energielabels ist der QR-Code, den Sie in der oberen rechten Ecke finden. Er verlinkt zur Datenbank "European product database for energy labelling" (kurz: Eprel). Alle Hersteller müssen ihre Elektrogeräte in dieser Datenbank registrieren und technische Daten zu ihrem Produkt hinterlegen. Kunden*innen können so zusätzliche Produktinformationen abrufen.

Fazit: Sind die neuen Label besser als die alten?

Die neuen Effizienzklassen bringen einige Verbesserungen mit sich: Der Wasserverbrauch pro Waschzyklus oder Spüldurchlauf sagt den meisten Verbraucher*innen vermutlich mehr als ein abstrakter Jahresverbrauch – wie er bei dem alten Label üblich war. Außerdem sind die Kriterien der Effizienzklassen gestiegen, sodass nicht mehr fast alle Modelle mit einem "grünen" Image werben können. Das drängt die Hersteller, zukünftige Produkte umweltschonend zu produzieren.

Die neue Etikette ist ein wichtiger Schritt für einen nachhaltigen Konsum. Oder um es in den Worten der Schauspielerin Jane Fonda zu sagen: "Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum." Und wer jetzt nicht gerade eine Notfall-Welt zu bieten hat, sollte bei der nächsten Anschaffung eines Elektrogerätes einen sorgfältigen Blick auf die Effizienzklasse werfen.

_____________________

Nachhaltiger Konsum und Umweltschutz kann auch ganz einfach sein: Einige Elektrogeräte sind zwar wahre Energiefresser – doch mit diesen simplen Tricks können Sie in ihrem zu Hause einiges an Energie einsparen.

Wer im Sommer sein Auto stehen lässt und mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, steigert neben guter Laune auch seine positive CO2-Bilanz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie CO2 im Alltag sparen können.

Im kühlen Winter dreht man die Heizung gern mal etwas höher. Dabei sind die meisten Heizungen wahre Klimakiller. Mit diesen Tricks sparen Sie bis zu 600€ Heizkosten im Jahr und schonen ganz nebenbei auch noch die Umwelt.

Auf unseren Themenseiten finden Sie weitere Tipps für ein nachhaltiges Leben und spannende Ergebnisse von Stiftung Warentest.

Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe