Aktualisiert: 27.01.2021 - 19:31

Selbst gekauft oder geschenkt Corona-Maßnahmen: Kann ich die Masken von der Steuer absetzen?

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Spätestens seit der Einführung der verschärften Maskenpflicht fragen sich viele: Kann ich die Masken von der Steuer absetzen?

Foto: Getty Images / 2K Studio

Spätestens seit der Einführung der verschärften Maskenpflicht fragen sich viele: Kann ich die Masken von der Steuer absetzen?

Spätestens seit Einführung der verschärften Maskenpflicht fragen sich viele: Kann ich die Ausgaben für die Masken steuerlich geltend machen?

Seit dem letzten Wochenende gilt in Deutschland eine verschärfte Maskenpflicht. Das bedeutet, dass beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln medizinische Masken getragen werden müssen. Die bisher üblichen Stoffmasken sind nicht mehr erlaubt. Auch die einfachen OP-Masken zählen als medizinische Masken, als besonders sicher gelten jedoch die teureren FFP2-Masken. Eines haben alle medizinischen Masken gemein: Es handelt sich dabei um Einwegprodukte, die regelmäßig neu gekauft werden müssen. Das geht ins Geld. Viele fragen sich deshalb jetzt: Kann ich die Masken von der Steuer absetzen?

Masken als Werbungskosten von der Steuer absetzen – ist das möglich?

Steuer-Experten sind sich bezüglich der Frage, ob sich die Masken von der Steuer absetzen lassen, nicht ganz einig. Thomas Matena, Marketing Manager bei Buhl Data Service, erklärt gegenüber t-online, dass es möglich sei, die Masken bei den Werbungskosten aufzuführen, falls sie beruflich genutzt werden.

Daniel Schollenberger vom Portal steuertipps.de hält das hingegen nicht für möglich. Schließlich könnten die Masken auch privat genutzt werden, sie gelten damit als gemischtgenutztes Arbeitsmittel. Da sich nicht zweifelsfrei zuordnen lassen, zu welchem Anteil sie beruflich und zu welchem Anteil privat genutzt werden, käme die Zuordnung zu den Werbungskosten nicht in Frage. So sieht das auch Ecovis-Steuerberater Mathias Parbs, der außerdem darauf hinweist, dass es für die Masken derzeit keinen Sonderausgabenabzug gibt.

Masken als außergewöhnliche Belastung

Daniel Schollenberger empfiehlt stattdessen, die Masken bei den außergewöhnlichen Belastungen aufzuführen. Sollten diese die zumutbare Eigenbelastung übersteigen, werden die Kosten angerechnet. Auch SWR1-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer rät dazu, die Masken als medizinisches Hilfsmittel als außergewöhnliche Belastung anzugeben. Ob dies tatsächlich funktioniere, sei zwar noch unklar. Die Kassenbelege für die Masken solle man aber sicherheitshalber auf jeden Fall aufbewahren.

Mit diesem Ansatz, die Masken als außergewöhnliche Belastung anzugeben, ist aber nicht jeder einverstanden: Thomas Matena wiederum merkt an, dass die Masken keine außergewöhnliche Belastung darstellen, da wegen der Pandemie aktuell alle Steuerpflichtigen die Kosten dafür aufwenden müssen. Laut Gesetz läge eine außergewöhnliche Belastung nur dann vor, wenn sie "zwangsläufig größere Aufwendungen als die überwiegende Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands" hätten.

Und was ist mit den Masken des Arbeitgebers?

Arbeitgeber sind aktuell dazu angehalten, ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen, wann immer das möglich ist. Erlaubt die Art der Tätigkeit die Arbeit von zu Hause aus nicht, muss der Arbeitgeber im Betrieb für alle Mitarbeiter FFP2-Masken zur Verfügung stellen. Manch einer fragt sich deshalb jetzt, ob er die Masken des Arbeitgebers als geldwerten Vorteil versteuern muss.

Bei dieser Frage geben die Steuer-Experten Entwarnung: Daniel Schollenberger zufolge stellen die Masken trotz kostenloser Weitergabe an die Arbeitnehmer keinen geldwerten Vorteil dar, solange sie aus betrieblichem Interesse gekauft werden. Da sie die Mitarbeiter und somit auch den Betrieb schützen sollen, kann davon ausgegangen werden, dass ein solches betriebliches Interesse vorliegt. Genauso sieht das Ecovis-Steuerberater Mathias Parbs: Da die Masken keine Belohnung für Arbeitsleistung darstellen, müssen sie nicht versteuert werden.

Quellen: t-online.de, de.ecovis.com, steuertipps.de, swr.de

Mehr Informationen rund um Steuer-, Finanz- und Rechtsangelegenheiten erhalten Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Hier erfahren Sie unter anderem, welche Änderungen im Februar auf Sie zukommen. Weitere Neuigkeiten über das Coronavirus hingegen finden Sie hier – wie zum Beispiel die Erklärung, warum uns die neuen Varianten des Coronavirus eigentlich Sorgen bereiten.

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