27.01.2021 - 07:57

Wegen AstraZeneca-Schwierigkeiten Corona: Spahn erwägt, die Impfreihenfolge zu ändern

Wird uns Jens Spahn bald eine Änderung der Impfreihenfolge mitteilen?

Foto: IMAGO / photothek

Wird uns Jens Spahn bald eine Änderung der Impfreihenfolge mitteilen?

Könnten nun doch jüngere Menschen den Impfstoff gegen das Coronavirus früher erhalten? Vielleicht ja, denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überlegt, die bestehende Impfreihenfolge zu ändern.

Bisher hieß es in Deutschland, dass die Älteren der Gesellschaft zuerst geimpft werden. Mit ihnen wurde kurz nach Weihnachten auch direkt begonnen, als das Impfen anlief. Nun könnte es aber zu einer anderen Impfreihenfolge kommen, als geplant. Nun könnten plötzlich auch Jüngere schon früher an der Reihe sein, sich den Piks zu holen. Grund dafür wäre der Impfstoff von AstraZeneca – denn der könnte möglicherweise bei Jüngeren besser anschlagen. Gesundheitsminister Jens Spahn steckt derzeit in Überlegungen, wie hier weiter verfahren wird.

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Wird die Impfreihenfolge nun abgeändert?

Kurz bevor der neue Impfstoff von AstraZeneca zugelassen werden sollte, kamen Befürchtungen auf, dass dieser bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind, nur eingeschränkt wirkt. Der Hersteller selbst zeigt sich von diesen Befürchtungen irritiert – in Großbritannien werden schon seit Wochen Senioren mit dem "Oxford-Vakzin" geimpft. Entscheiden muss das für die EU aber die Europäische Arzneimittelbehörde EMA – am Freitag. Sollte es dann dazu kommen, dass die EMA nur eine Empfehlung für das Impfen von Menschen unter 65 Jahren herausgibt, erwägt Jens Spahn, die Impfreihenfolge doch noch anzupassen, wie unter anderem der Spiegel berichtete. Bevor die Entscheidung gefällt wird, soll es am Samstag – aufbauend auf der Einschätzung der EMA – eine Beratung Spahns mit den Längerkollegen geben. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) soll auch erfolgen.

Spahn erklärte gegenüber RTL und ntv, dass die unterschiedlichen Wirksamkeiten der drei Impfstoffe die Ausgabe dieser beeinflussen könnten. "Die mRNA-Impfstoffe, die schon zugelassen sind, haben wohl noch eine höhere Wirksamkeit, und deswegen werden wir uns dann sehr genau anschauen, für welche Personengruppen die Zulassungsbehörde und die ständige Impfkommission die Impfung mit diesem Impfstoff empfiehlt.", so Spahn.

Geringere Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes ist schon länger Thema

Dass die Impfstoffe bei unterschiedlich alten Bevölkerungsgruppen auch unterschiedliche Wirksamkeit zeigen können, war schon seit Beginn klar. Im Falle von AstraZeneca gab es generell "Bedenken", da dieser als Vektor-Impfstoff insgesamt als weniger wirksam gilt als die mRNA-Impfstoffe. Eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent ist dennoch enorm für einen neu entwickelten Impfstoff. Dennoch gilt es, insbesondere die zu schützen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben. Dass die Regierung daher erwägt, ihnen die besonders wirksamen Imfpfstoffe zu sichern, ist da nur klar. Eine etwas geringere Wirksamkeit, wie beim "Oxford-Vakzin" von AstraZeneca, wäre für junge Menschen kein Problem, der Schutz wäre immer noch hoch. Die Impfungen an Älteren würden dann währenddessen mit Moderna und Biontech weitergehen. Problem hierbei nur: Es würde wohl erst einmal zu weiteren Verzögerungen kommen.

Erst einmal bleibt jetzt aber abzuwarten, was die EMA empfiehlt – erst dann, und darauf aufbauend, könnte Spahn seine Erwägungen, den Impfstoff früher an Jüngere zu geben, eventuell in die Tat umsetzen.

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Genauere Informationen zu den Aufregungen rund um den Impfstoff von AstraZeneca und wer ihn denn nun bekommen soll, finden Sie hier.

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