19.01.2021 - 11:03

Unternehmen schon im März 2020 insolvent Riesige Entlassungswelle: Maredo kündigt allen Mitarbeitern

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Schlimme Nachrichten für die Mitarbeiter der Restaurantkette Maredo. Fast allen wurde jetzt aufgrund der Insolvenz gekündigt.

Foto: imago images / Udo Gottschalk

Schlimme Nachrichten für die Mitarbeiter der Restaurantkette Maredo. Fast allen wurde jetzt aufgrund der Insolvenz gekündigt.

Es war absehbar, dass etliche Mitarbeiter der Restaurantkette Maredo nicht mehr beschäftigt sein würden. Das Ausmaß der Entlassungen, die jetzt bekannt wurden, ist aber erschreckend. Die Details.

Mehr als 1.600 Mitarbeiter zählte das Unternehmen. Bereits während des ersten Corona-Lockdowns hatte die Restaurant-Kette Maredo Insolvenz in Eigenregie angemeldet, nämlich schon im März 2020. Der Wunsch, die Kette zu retten, ging nicht auf, und so ging das Verfahren in eine Regelinsolvenz über. Die traurige Bilanz bisher: 16 der zuvor 35 Restaurants wurden geschlossen. Doch damit nicht genug. Jetzt wurde fast allen Mitarbeitern gekündigt. Bleiben darf nur ein kleines Team, das sich um die Abwicklung der Insolvenz kümmert.

Riesige Entlassungswelle: Maredo kündigt fast allen Mitarbeitern

Die 1973 in Düsseldorf gegründete Restaurantkette Maredo hatte schon vor Corona Probleme. Die seit mehreren Jahren rückläufigen Umsätze und das von Experten als unzeitgemäß eingestufte gastronomische Konzept rüttelten schon eine Weile an dem angeschlagenen Unternehmen. Dann kam Corona – und mit dem Lockdown offensichtlich das Aus!

In einem Schreiben der Geschäftsführung vom 15. Januar an die Mitarbeiter, das nun per Twitter geteilt wurde, steht: "Aus insolvenzrechtlichen Gründen sind wir gezwungen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen und – abgesehen von einem sehr kleinen Team für die restliche Erledigung insolvenzspezifischer Arbeiten – mit sofortiger Wirkung freizustellen..."

Das Schreiben offenbart auch, dass bereits zu Ende Dezember alle Mietverträge gekündigt worden seien. Maredo-Chef Klaus Farrenkopf kritisiert darin auch die Politik, darunter konkret NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die lange nicht auf Hilfegesuche reagiert hätten.

"Nur haben wir erst in dieser Woche die Rückmeldung erhalten, dass Maredo aus Sicht der zuständigen Behörden die Voraussetzungen für die November- und Dezemberhilfe nicht erfüllen würde", so Farrenkopf. "Das ist bitter und enttäuschend", beginnt der letzte Absatz des Schreibens.

Bitter ist der Ausgang vor allem für die vielen ehemaligen Maredo-Beschäftigten, die nun ohne Arbeit dastehen.

Auch die berühmten Süßwarenketten Hussel und Arko mussten jetzt Insolvenz beantragen.

Die Corona-Krise belastet viele Unternehmen stark. Erst im Sommer 2020 hatte Sarah Wiener Insolvenz angemeldet.

Auch die Adler-Modemärkte sind wegen des zweiten Corona-Lockdowns insolvent. Nicht viel besser geht es TV-Koch Tim Mälzer, der offensichtlich vor dem Bankrott steht? "Konten sind geräumt".

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