Aktualisiert: 19.01.2021 - 09:33

Deutsche Confiserie Holding in der Krise Hussel, Arko und Co: Süßwarenkette beantragt Insolvenz

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Die Krise hat auch die Süßwarenbranche hart getroffen. Wie soll es für Hussel nach dem Insolvenzantrag der Deutschen Confiserie Holding weitergehen?

Foto: imago images / Christoph Worsch

Die Krise hat auch die Süßwarenbranche hart getroffen. Wie soll es für Hussel nach dem Insolvenzantrag der Deutschen Confiserie Holding weitergehen?

Arko, Eilles und Hussel: Das sind Namen, die den deutschen Naschkatzen auf der Zunge zergehen. Es geht um Süßwaren, um Schokolade – und leider nun auch um große finanzielle Probleme.

Die Corona-Pandemie treibt viele bekannte Unternehmen in die wirtschaftliche Krise. Nun ist auch das deutsche Traditionshaus, die Deutsche Confiserie Holding, betroffen, zu der keine geringeren Marken gehören als Hussel und Arko. Die Kette meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das sind die Pläne.

Traditionsunternehmen Hussel meldet Insolvenz an

Nun auch noch die Süßwarenindustrie. Nach Einzelhändlern, namhaften Restaurantketten und anderen Unternehmen gerät nun auch das Süßwarengeschäft in Bedrängnis. Die Deutsche Confiserie Holding (DCH), zu der die Fachhändler Arko, Eilles und Hussel gehören, musste nach Informationen von "t-online.de" beim Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein vorläufige Insolvenz in Eigenregie beantragen. Das Amtsgericht sei den Anträgen auch bereits gefolgt sein.

"Es ist uns nicht leichtgefallen, den Insolvenzantrag zu stellen", so DCH-Geschäftsführer Patrick G. Weber in einer Pressemitteilung des Unternehmens. "Vor uns liegt nun eine große Aufgabe. Wir sind zuversichtlich, die drei Marken positiv in die Zukunft zu führen."

Die Deutsche Confiserie Holding, die auf Kaffee, Tee und Süßwaren spezialisiert ist, soll aber in vollem Umfang weitergeführt werden, so die Stellungnahme in der Pressemitteilung.

Was bedeutet der Insolvenzantrag für die Beschäftigten?

Der Beweggrund für den Antrag sei klar, die Belastungen hätten diesen Schrit notwendig gemacht. Der Antrag wurde auch gestellt, um die Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate zu sichern, bestätigten die beiden vorläufigen Sachwalter Dietmar Penzlin und Tjark Thies "t-online" gegenüber.

Die Geschäfte der Holding waren im ersten Pandemie-Lockdown teilweise geschlossen, im zweiten durften sie zwar offen bleiben, gereicht hätte das aber nicht. "Dennoch blieb der Umsatz aufgrund der nur sehr gering frequentierten Einkaufsstraßen und Shopping-Center aus", so die Mitteilung weiter. Auch die Beantragung von Staatshilfen durch die Geschäfte war nicht möglich.

"Flächenmäßig größter Confiserie-Fachhändler"

Die Holding ist ein Riesenunternehmen, betreibt es doch nach eigenen Angaben unter den Marken Hussel, Ellies und Arko bundesweit ca. 300 eigene Filialen. Dazu kommen Geschäfte in Österreich und 46 Franchise-Betriebe in Deutschland sowie Tschechien. Viele Produkte der DCH finden sich außerdem an rund 4.000 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel und in Bäckereien.

1.600 Mitarbeiter beschäftigt die Gruppe, die der "flächenmäßig größte Confiserie-Fachhändler" sein soll, und verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von 140 Millionen Euro.

Die Corona-Krise belastet viele Unternehmen stark. Erst im Sommer 2020 hatte Sarah Wiener Insolvenz angemeldet., Boris Becker sprach im Januar dieses Jahres über seine Erfahrungen damit.

Auch die Adler-Modemärkte sind wegen des zweiten Corona-Lockdowns insolvent. Nicht viel besser geht es TV-Koch Tim Mälzer, der offensichtlich vor dem Bankrott steht? "Konten sind geräumt".

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