17.01.2021 - 11:17

Vorsorglich bereits Masken bestellt FFP2-Maskenpflicht in Zügen? Das kommt auf Bahnreisende zu

Kann man FFP2-Masken säubern?

Kann man FFP2-Masken säubern?

Beschreibung anzeigen

Bis April hat die Deutsche Bahn offenbar vorsorglich Millionen Masken für einen Vorrat bestellt – denn das Unternehmen scheint einem Bericht zufolge eine Maskenpflicht in allen Zügen zu prüfen. Die Details:

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt in den Zügen der Deutschen Bahn bereits seit Monaten. Doch nun will man passend zu den Vorstößen Bayerns und der Überlegungen anderer Bundesländer einen Schritt weiter gehen. Der "Bild am Sonntag" zufolge plant die Deutsche Bahn eine FFP2-Maskenpflicht in allen Regional- und Fernverkehrszügen. Man berät wohl auch bereits, wie das funktionieren soll – und sorgt vor.

FFP2-Maskenpflicht in der Bahn: Bringt das was?

Lange Zeit galt Bahnfahren als sicheres Verkehrsmittel in Zeiten von Corona – jedenfalls solange sich alle an die Maskenpflicht in den Zügen hielten. Erst spät begann man, in Fernverkehrszügen nur noch gewisse Plätze anzubieten – immer noch aber mit der Option auf volle Züge, sollte das Reiseaufkommen erhöht sein. Klarheit über mögliches Infektionsgeschehen: bis heute nicht so richtig.

Da ist es kaum verwunderlich, dass man nun offenbar hergehen will und die Sicherheit der Fahrgäste und des Zugpersonals weiter erhöhen möchte. Und das geht eben recht gut mit FFP2-Masken. Im Unterschied zu einer einfacheren Mund-Nasen-Bedeckung eignen sich die nämlich auch in höherem Maße zum Eigenschutz. OP-Masken, Stoffmasken oder Schals dagegen sind (fast) ausschließlich auf den Fremdschutz ausgelegt. Und auch hier gibt es selbstverständlich je nach Beschaffenheit der Bedeckung Unterschiede. Ein dünner Schal hält weniger Tröpfchen und Aerosole auf als ein medizinischer Mundschutz. Hinzu kommt: Wer sich umsieht, sieht noch immer viele Menschen, die ihren Mundschutz nicht korrekt tragen. Da schaut einmal die Nase raus oder er wird zum Telefonieren oder gar zum Niesen abgezogen. Eine fester sitzende und dichtere FFP2-Maske kann hier Abhilfe schaffen – und eben die Träger selbst auch besser schützen.

Eine Studie konnte zeigen: Masken helfen gegen eine Corona-Ansteckung im Zug. Konsequentes Tragen von FFP2-Masken dürfte den Infektionsschutz nochmals signifikant erhöhen.

Die allgegenwärtige Frage: Wer soll das bezahlen?

Doch wie auch in den Bundesländern wirft eine FFP2-Maskenpflicht in der Bahn Fragen auf: Woher nehmen – und wer bezahlt's? Laut "BamS"-Bericht hat die DB auch hier schon vorgesorgt – und bis April bereits vorsorglich zehn Millionen FFP2-Masken bestellt. Damit soll bis April schon einmal ein Vorrat für Personal und Reisende vorhanden sein.

Rund 80.000 davon sollen täglich an die 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen. Man gehe von einem Verbrauch von zwei Masken pro Tag und Person aus. Aber auch eine Ausgabe oder ein Verkauf an Reisende sei möglich. Dafür wären aber laut interner Planung täglich 6,6 Millionen FFP2-Masken erforderlich.

Für die Masken nur fürs eigene Personal rechne die Bahn laut dem Bericht mit 2,2 Millionen Euro monatlich – plus rund 1,7 Millionen Euro monatlich als Erschwerniszulage für die Betroffenen. Wie die Kosten beglichen werden sollen, wird bisher nicht erwähnt. Erst im September hatte die Bahn niedrigere Preise für junge Fahrgäste eingeführt – allerdings nur bis November 2020.

Nebst Masken schützen Abstand halten, regelmäßige Hygiene und Lüften am besten gegen eine Infektion mit dem Coronavirus. In der Bahn müssen sich Reisende und Personal vor allem auf vernünftig funktionierende Klimaanlagen verlassen – und je nach Auslastung ist das mit dem Abstand ebenfalls nicht einfach. Da können FFP2-Masken definitiv einen zusätzlichen Schutz gewähren, senken sie doch auch die Aerosol-Konzentration in der Raum- bzw. Waggonluft.

Mehr dazu:

Familie & Leben

Familie & Leben

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe