Aktualisiert: 23.02.2021 - 08:41

Palmöl, Papiertüten und mehr Hätten Sie's gewusst? Diese 10 Alltagsprodukte schaden der Umwelt

Von Spot-on-news und Sonja Utsch

Achtlos weggeworfene Getränkeflaschen sind Standard an Stränden weltweit. Dabei lässt sich PET zumindest hierzulande eigentlich sehr gut recyceln. Doch es gibt Grenzen. Welche Alltagsprodukte ebenfalls schlecht für die Umwelt sind und welche Alternativen es gibt, lesen Sie hier.

Foto: Getty Images/Westend61

Achtlos weggeworfene Getränkeflaschen sind Standard an Stränden weltweit. Dabei lässt sich PET zumindest hierzulande eigentlich sehr gut recyceln. Doch es gibt Grenzen. Welche Alltagsprodukte ebenfalls schlecht für die Umwelt sind und welche Alternativen es gibt, lesen Sie hier.

So manches Alltagsprodukt mag praktisch sein, erweist sich aber als wahrer Klimakiller. Hier gibt's eine Übersicht – und Tipps, wie Sie stattdessen Gutes für die Umwelt tun!

Die Diskussionen über den Klimawandel, Mikroplastik in Produkten sowie Plastik und Müll in den Meeren begleiten uns seit Jahren – leider noch nicht ausführlich genug. Denn einigen Konsumenten ist gar nicht bewusst, wie viele alltägliche Produkte der Umwelt tatsächlich schaden. Wichtig daher, einmal mehr aufzuklären – und umweltfreundlichere Alternativen zu nennen.

Umweltschädliche Alltagsprodukte: Palmölproduktion auf Kosten der Tiere und Wälder

Die Nachfrage nach Palmöl ist immens, der Grund dafür einfach erklärt: Der Anbau der Ölpalmen ist billig und effizient – und das Öl aufgrund seines recht niedrigen Schmelzpunktes gut zu verarbeiten. Bei Raumtemperatur ist es fest, so dass es Speisen eine griffigere Konsistenz gibt. So findet sich das pflanzliche Speiseöl mittlerweile in zahlreichen Produkten von Margarine über Schokocreme bis zum Speiseeis. Genauer gesagt in jedem zweiten Supermarktprodukt.

Die hohe Nachfrage hat jedoch seine Schattenseiten, den wahren Preis dafür zahlen Tiere und Regenwälder, die den Palmplantagen weichen müssen. Riesige Flächen Regenwald werden noch immer zerstört, meist durch illegale Brandrodung. Jährlich werden so 66 Millionen Tonnen Palmöl hergestellt – auf inzwischen 27 Millionen Hektar Land weltweit. Das ist eine Fläche so groß wie Neuseeland, betont die Infoseite "Regenwald.org".

Was tun? Lesen Sie vor dem Kauf eines Produkts die Inhaltsangabe auf der Verpackung durch. Werden palmölhaltige Produkte nicht mehr gekauft und sinkt die Nachfrage, zieht irgendwann das Angebot mit. So kann jeder von uns zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, dass weniger Brandrodung geschieht. Und noch ein Tipp: Auto möglichst oft stehen lassen. In Benzin und Diesel ist mittlerweile immer ein gewisser Teil Agrosprit enthalten – inklusive Palmöl. Biodiesel ist übrigens der größte Palmölfresser.

Kosmetika und Waschmittel verunreinigen Gewässer, Felder und Luft

Die meisten Wasch- und Reinigungsmittel enthalten einige umweltschädliche Inhaltsstoffe, die unsere Kläranlagen nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern können. Diese gelangen schließlich in Gewässer, auf die Felder und letztlich in die Luft. Ganz vorne dabei: Mikroplastik, zum Beispiel in Haarsprays oder optische Aufheller in Waschmitteln.

Mikroplastik ist übrigens auch für den menschlichen Körper gefährlich.

Was tun? Auch hier kann der Verbraucher viel selbst in die Hand nehmen. An diesen Abkürzungen erkennen Sie Mikroplastik in Produkten. Und im Haushalt? Putzen ohne Chemie: So reinigen Sie mit natürlichen Mitteln!

Zu Luftverschmutzern gesellt sich auch die Papiertüte

Die zahlreichen Diskussionen rund um die Plastiktüte und den erheblichen Müll in den Meeren ließen viele Konsumenten im Alltag zur Papiertüte greifen. Sofern diese nicht aus recyceltem Altpapier hergestellt wird, erfordert die Produktion allerdings diverse Chemikalien – mit Auswirkungen auf unsere Luftqualität.

Was tun? Wiederverwendbaren Stoffbeutel nutzen! Aber auch Papiertüten lassen sich wunderbar mehrfach nutzen.

Butter, Rindfleisch und Käse gelten als wahre Klimakiller

Abgesehen von Veganern hat wohl jeder von uns Butter und Käse, viele auch noch Rindfleisch zu Hause – und nutzt diese Lebensmittel alltäglich. Laut Daten von Greenpeace beeinflussen genau diese drei den Klimawandel am meisten. Grund hierfür sind die bei der Kuh- und Rinderhaltung in großem Umfang austretenden Methangase, die den Treibhausgas-Effekt vorantreiben.

Was tun? Pflanzliche Milchalternativen können mittlerweile richtig viel und haben in vielen Fällen einen weit geringeren ökologischen Fußabdruck als Kuhmilch. Und ein veganer Tag in der Woche – oder gleich mehrere – können schon viel bewirken.

Toilettenpapier verursacht hohen Energieaufwand

Das liebe Klopapier – eines DER Themen im Jahr 2020. Und dazu auch noch gar nicht mal so gut. Denn in das Aufbereiten blütenweißen, weichen Klopapiers fließt jede Menge Energie – von der Abholzung von Bäumen ganz zu schweigen.

Was tun? Die Alternative Recycling-Toilettenpapier ist ein guter Schritt – denn bei der Verwendung von Altpapier wird um ein Vielfaches weniger an Energie benötigt, als es für die Herstellung aus Frischfasern (Holz) notwendig ist. Ein Unterschied zwischen Frischfaser- und Recycling-Toilettenpapier ist ohnehin so gut wie nicht feststellbar.

Doch die Corona-Krise hat uns gelehrt: Es gibt auch noch andere Alternativen zu Toilettenpapier!

Anbau von Avocados fördert Wasserknappheit

Avocados erfreuen sich in Europa großer Beliebtheit und gelten aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes als Superfood. Ein wichtiger Punkt trübt die Umweltbilanz der Früchte dagegen: Beim Anbau wird sehr viel Wasser verbraucht (1.000 Liter für drei Avocados) – und das auf Kosten der dort lebenden Bevölkerung.

Was tun? Lieber auf regionale Produkte zurückgreifen, die ökologischer im Anbau sind – und ruhig auch im Haushalt auf die Wasserverschwendung achten.

Wissen Sie zum Beispiel, wieviel Geld Sie fürs tägliche WC-Spülen zahlen?

Flaschen aus Plastik: Es wird sehr viel recycelt, aber...

Deutschland ist Recycling-Weltmeister – und anders, als es in einer früheren Fassung hieß, stimmt das sogar. Im Jahr 2003 wurde in Deutschland das Flaschenpfand für Einwegverpackungen eingeführt. 98 Prozent der PET-Getränkeflaschen werden in Deutschland recycelt. Laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Verpackungsforschung von Oktober 2020 betrug der Anteil des recycelten Kunststoffes, der für die Produktion neuer Flaschen eingesetzt wird, im Jahr 2019 zwar "nur" 38 Prozent, aber fast der gesamte Rest wird auch verwertet. 29 Prozent des PET-Granulats werden für die Produktion von Folien eingesetzt, 20 Prozent werden zu Fasern weiterverarbeitet, die dann etwa für Kleidung verwendet werden können. 13 Prozent fließen in Kunststoffbänder oder Non-Food-Flaschen.

Getränkehersteller nutzen vermehrt das sogenannte rPET, recyceltes PET – das steht übrigens für Polyethylenterephthalat –, für die Herstellung neuer Flaschen. Das schont immerhin Ressourcen wie Wasser und vor allem den problematischen Rohstoff Erdöl. Dennoch ist der Recyclingkreislauf, wenn auch hierzulande sehr gut, nicht gänzlich geschlossen.

Probleme gibt's mit PET-Flaschen trotzdem, etwa wenn sie importiert sind und kein Pfandsiegel aufweisen. Dann landen sie nämlich ("bestenfalls) im normalen Müll und können nicht immer problemlos sortiert werden – oder eben doch auf der Straße oder im Meer. Das Problem ist hier ein weltweites. Es sammeln sich Müllberge an – so gibt es im Pazifik etwa eine Müllinsel, auf der sich Stand 2018 auf einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratmetern mindestens 80.000 Tonnen Plastikmüll tummeln sollen. Das ist eine Fläche so groß wie drei mal Frankreich. Und das ist längst nicht alles.

Was tun? PET-Flaschen aus Deutschland mit Pfandsiegel nutzen, auf Glasflaschen zurückgreifen – oder am besten gleich das in Deutschland bestkontrollierte Lebensmittel nutzen: Leitungswasser ist so gut wie kostenlos, immer verfügbar – und schmeckt. Mehr dazu: Kann man Wasser aus dem Hahn bedenkenlos trinken?

Und ganz wichtig: Weder Getränkeflaschen noch sonstigen Plastikmüll einfach achtlos wegwerfen. Plastikmüll begegnet uns tagtäglich. Wichtig ist eine richtige Trennung. Denn nur so kann reibungsloses Recycling in höchstmöglichem Ausmaß stattfinden.

Übrigens:

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