15.01.2021 - 10:56

Hinter Schloss und Riegel Sachsen will Quarantäne-Brecher einsperren

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Gefängnis für Quarantäne-Brecher? Ganz so drastisch wird es nicht. Aber der Freistaat Sachsen plant eine zeitweise Zwangsunterbringung für Personen, die sich nicht an die Quarantäne-Auflagen halten.

Foto: Getty Images / Martin Barth / EyeEm

Gefängnis für Quarantäne-Brecher? Ganz so drastisch wird es nicht. Aber der Freistaat Sachsen plant eine zeitweise Zwangsunterbringung für Personen, die sich nicht an die Quarantäne-Auflagen halten.

Damit sie keine weiteren Personen infizieren, müssen an Covid-19 Erkrankte in eine strenge Quarantäne. Eigentlich. Doch was, wenn sich Menschen nicht daran halten?

Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat oder Kontaktperson einer infizierten Person ist, muss in Quarantäne. So soll sichergestellt werden, dass keine weiteren Menschen angesteckt werden. Eigentlich ein einleuchtendes Konzept, oder? Und trotzdem gibt es sie: die Quarantäne-Verweigerer. Doch jeder, der das Virus potentiell in sich trägt und trotzdem nicht seine Kontakte reduziert, gefährdet durch sein Verhalten nicht nur unmittelbar andere Menschen, sondern verzögert auch die Eindämmung der Pandemie als Ganzes. Um diesem Geschehen – im wahrsten Sinne des Wortes – den Riegel vorzuschieben, plant Sachsen jetzt die zwangsweise Unterbringung von Quarantäne-Brechern in einem ehemaligen Flüchtlingsheim.

Sachsen: Quarantäne-Brecher sollen in ehemaligem Flüchtlingsheim untergebracht werden

Wie die Bild-Zeitung berichtete, plant Sachsen, ein ehemaliges Flüchtlingsheim in Dresden umzubauen, so dass dort in Zukunft Uneinsichtige für die Zwangs-Quarantäne untergebracht werden können. Die ehemalige Erstaufnahme-Einrichtung an der Stauffenbergallee soll Quarantäne-Brecher aus ganz Sachsen aufnehmen.

Bereits zuvor war im Gespräch gewesen, Personen, die gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen, zwangsweise in einer dafür vorgesehenen Einrichtung unterzubringen. Unter anderem waren Hotels im Gespräch gewesen, diese stehen momentan ja ohnehin leer. Dieser Vorschlag wurde aber wieder verworfen, da Hotels nicht gesichert sind. Die ehemalige Erstaufnahme-Einrichtung ist hingegen umzäunt, die Kantine war bereits vor Jahren zu einem Hochsicherheitsgefängnis umgebaut worden. Außerdem soll das Gelände von der Polizei bewacht werden. Weitere Details im Hinblick auf die Einrichtung der Zimmer und die Kosten für die Unterbringung sind noch nicht bekannt.

Unterbringung erfolgt nicht plötzlich

Es handelt sich bei der Quarantäne-Einrichtung nicht um einen "Vorsorge-Knast" für alle, die in Quarantäne müssen. Stattdessen soll die Maßnahme bei Wiederholungstätern ergriffen werden, also bei Personen, die in der Vergangenheit bereits mehrmals gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen haben. Laut dem sächsischen Sozialministerium soll das Vorgehen stufenweise erfolgen: Nach einer eindringlichen Ermahnung wird zuerst ein Bußgeld verhängt. Wenn sich die Person den Maßnahmen weiterhin widersetzt, folgt der Gerichtsbeschluss. Den Antrag beim Gericht zu stellen obliegt dem Gesundheitsamt.

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