14.01.2021 - 15:33

Wie gewonnen, so zerronnen? Bitcoin-Passwort vergessen: Verliert dieser Deutsche 220 Million Dollar?

Viele sind mit der Kryptowährung Bitcoin zu Multimillionären geworden. Verloren ist der Reichtum hingegen, wenn man sein Bitcoin-Passwort vergessen hat. So ging es diesem deutschen Programmierer...

Foto: Getty Images / Kanawat Thongrod / EyeEm

Viele sind mit der Kryptowährung Bitcoin zu Multimillionären geworden. Verloren ist der Reichtum hingegen, wenn man sein Bitcoin-Passwort vergessen hat. So ging es diesem deutschen Programmierer...

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen ganzen Haufen Geld – zumindest theoretisch. Doch leider haben Sie keinen Zugang dazu…

Mit Passwörtern ist das ja immer so eine Sache. Einerseits dürfen sie auf keinen Fall zu einfach zu erraten sein. Der Name Ihres Hundes oder Ihres Partners ist also eine schlechte Idee. Gleichzeitig sollte Ihr Passwort aber auch nicht so kompliziert sein, dass Sie es auf einem Zettel in Ihrem Portemonnaie mit sich herumtragen müssen. Nicht auszudenken, wenn dieser verloren ginge… Welche Konsequenzen der unbedachte Umgang mit Passwörtern haben kann, zeigt die unglaubliche Passwort-Panne eines deutschen Programmierers: Er hat das Passwort zu seinem Bitcoin-Konto vergessen – sollte es ihm nicht wieder einfallen, verliert er 220 Millionen Euro.

Bitcoin-Passwort vergessen: Nur noch zwei Versuche…

Von Bitcoins haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Es handelt sich dabei um eine Kryptowährung, also um eine Art unabhängige Online-Währung. Im Moment steigt diese stark im Wert. Gerade diejenigen, die bereits kurz nach der Erfindung der Kryptowährung in Bitcoins investiert haben, haben es geschafft, mit sehr geringem Startkapital Multimillionäre zu werden.

Auch der deutsche Programmierer Stefan Thomas, der in San Francisco lebt und über den unter anderem die New York Times bereits berichtete, ist schon seit Längerem im Bitcoin-Business. Bis jetzt hat er auf seinem Bitcoin-Konto 7.002 Bitcoins angesammelt. Diese sind im Moment um die 220 Millionen Dollar wert. Stefan Thomas verfügt also über ein unglaubliches Vermögen – zumindest theoretisch. Denn leider hat er gerade keinen Zugang zu seinem Bitcoin-Konto. Der Grund dafür: Er hat das Passwort vergessen.

Zugang verloren? Pech gehabt!

Bitcoins werden nicht von einer Bank im klassischen Sinn verwaltet. Stattdessen muss jeder selbst auf sein Passwort aufpassen. Wird dieses geknackt und die Bitcoins gestohlen, ist nicht nachvollziehbar, wohin sie überwiesen wurden. Die meisten, die sich mit Bitcoins beschäftigen, geben sich deshalb große Mühe, ihr Passwort so zu verschlüsseln, dass kein Dritter es knacken kann. Dass diese Passwörter dann verloren gehen, passiert laut New York Times leider häufiger. Laut der Zeitung vermuten Kryptowährungsanalysten, dass von den derzeit 18,5 Millionen Bitcoins ca. 20 Prozent in vergessenen oder nicht zugänglichen Wallets liegen. Offenbar gelten nach aktuellem Wert somit 140 Milliarden Dollar im Moment als verloren oder nicht zugänglich. Zahlreiche darunter stammen aus der Frühzeit des Bitcoins von vor zehn Jahren, als diese Währung kaum beachtet wurde.

Stefan Thomas legte sich für die Verschlüsselung seines Passwortes einen sogenannten IronKey zu. Das ist ein USB-Stick, auf dem sich der Zugang zu dem Bitcoin-Konto speichern und verschlüsseln lässt. Auch der Stick selbst ist mit einem Passwort gesichert: Gibt man dieses zehn Mal falsch ein, wird der Inhalt des Sticks dauerhaft zerstört. Die Bitcoins wären damit endgültig verloren.

Nur noch zwei Versuche

Leider hat Stefan Thomas das Passwort für seinen IronKey bereits vor Jahren verloren. Er hat bereits mehrere seiner am häufigsten verwendeten Passwortkombinationen ausprobiert – genauer gesagt: acht davon. Alle waren falsch. Das bedeutet, dass er für die Rettung seines Bitcoin-Vermögens nur noch zwei Versuche übrig hat.

"Manchmal lag ich einfach im Bett und dachte nach", so der Programmierer gegenüber der NYT. "Dann ging ich an meinen Computer und probierte eine neue Strategie aus. Die funktionierte nicht – und ich war wieder verzweifelt…"

Mittlerweile hat Stefan Thomas das Unterfangen, sich an sein Passwort zu erinnern, vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen verwahrt er den IronKey an einem sicheren Ort. Dort bleibt er jetzt erst einmal – bis vielleicht irgendwann eine neue Technik entwickelt wurde, um ihn zu entschlüsseln. "Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich zu mir selber gesagt habe: 'Lass es hinter dir, allein wegen deiner psychischen Gesundheit.'"

Was seiner psychischen Gesundheit vermutlich auch zuträglich gewesen sein mag, ist, dass die Bitcoins auf dem nicht zugänglichen Konto nicht seine einzigen Bitcoins waren. Weiteren Bitcoin-Geschäften verdankt er "mehr Geld als er ausgeben kann". 2012 schloss er sich sogar selbst einem Kryptowährungs-Start-Up-Unternehmen an. Dieses hatte unter anderem einige Verbesserungen gegenüber Bitcoin zum Ziel.

Bitcoins und Co sind nicht für jeden etwas. Wie Sie sich ansonsten gut um Ihr Geld kümmern können, erfahren Sie auf unseren Themenseiten Spartipps und Ratgeber Recht.

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