13.01.2021 - 12:25

Makabrer Fehler Französin kämpft darum, als lebend anerkannt zu werden

Die Französin Jeanne Pouchain wurde fälschlicherweise für tot erklärt. Jetzt kämpft sie vor Gericht darum, wieder als lebendig anerkannt zu werden.

Foto: Getty Images / JEAN-PHILIPPE KSIAZEK

Die Französin Jeanne Pouchain wurde fälschlicherweise für tot erklärt. Jetzt kämpft sie vor Gericht darum, wieder als lebendig anerkannt zu werden.

Versehentlich für tot erklärt werden? Was klingt wie ein Horrorszenario aus einer TV-Serie ist einer Frau aus Frankreich tatsächlich passiert…

Dass eine Person für tot erklärt wird, obwohl sie noch quicklebendig ist, kennen wir eigentlich nur aus Krimiserien oder Thrillern. Sofort steigt vor unserem geistigen Auge die Szene auf, wie der vermeintlich Tote seiner eigenen Beerdigung beiwohnt.

Tatsächlich ist die Realität eines solch skurrilen Fehlers weniger unterhaltsam. Niemand weiß das besser als Jeanne Pouchain (58). Die Französin, die fälschlicherweise für tot erklärt wurde, kämpft jetzt darum, sich wieder für lebendig erklären zu lassen – und das ist gar nicht so einfach…

Deshalb wurde die Französin fälschlicherweise für tot erklärt

Nun ist versehentlich für tot erklärt zu werden ja – hoffentlich – nichts, was alle Tage passiert. Wie kam es also zu diesem Fehler? Tatsächlich fühlt man sich, wenn die Ursache erfährt, doch wieder ein Stück weit in eine Krimiserie versetzt: Denn der Grund war kein anderer als Rache…

Als "verrückte Geschichte" bezeichnete Jeanne Pouchains Anwalt gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP die Angelegenheit, über die auch der Spiegel bereits berichtete. Seine Mandantin sei Inhaberin einer Reinigungsfirma. Nachdem das Unternehmen einen wichtigen Auftrag verloren hatte, musste eine Mitarbeiterin im Jahr 2000 die Firma verlassen. Es kam zu einem Rechtsstreit, vier Jahre später erhielt die entlassene Mitarbeiterin von einem Arbeitsgericht eine Entschädigung von mehr als 14.000 Euro zugesprochen.

Das Urteil wurde nie vollstreckt. Nach einiger Zeit verlangte jedoch ein Berufungsgericht von Jeanne Pouchains Ehemann und ihrem Sohn, die Summe zu zahlen, denn man ging davon aus, dass sie selbst tot sei. Offenbar hatte die frühere Mitarbeiterin dies behauptet – und anscheinend hatte man ihr geglaubt, ohne den Todesfall zu überprüfen. Seit 2017 gilt Jeanne Pouchain deshalb als verstorben.

Weder tot, noch lebendig

Die ehemalige Mitarbeiterin erzählt hingegen eine andere Version der Geschichte. Ihrem Anwalt zufolge habe sich Jeanne Pouchain selbst tot gestellt, um vor Gericht nicht zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Unter anderem habe sie ihre Briefe nicht mehr beantwortet.

Wie es auch immer gewesen sein mag: Für tot erklärt zu werden ist keine Kleinigkeit. Jeanne Pouchain verlor ihren Ausweis, ihr Konto und ihre Krankenversicherung. Deshalb wandte sie sich an ein Gericht in Lyon und kämpft seitdem dafür, sich wieder für lebendig erklären zu lassen. Wie die Behörden ihr mitteilten, gilt sie im Moment "nicht mehr als tot, aber auch noch nicht als lebendig". Sie wartet nun darauf, dass ihr das Gericht ihre Lebendigkeit bestätigt.

Gut, dass es für die falsche Todeserklärung zumindest einen rational erklärbaren Grund gab… Noch ein bisschen gruseliger ist diese Geschichte: Nach 15 Jahren Pech: Kanadierin gibt gestohlene Pompeji-Artefakte zurück.

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