12.01.2021 - 11:42

Macht die Büros zu! Präsenzpflicht im Büro trotz Pandemie? Sie will es ändern!

Grünen-Politikerin Laura Dornheim fordert: Macht die Büros zu! Sie will eine Schließung der Büros und die Pflicht zum Homeoffice. Online erhält sie viel Zuspruch und Unterstützung, zahlreiche Arbeitnehmer teilen ihre Erfahrungen unter dem Hashtag #MachtBuerosZu.

Foto: imago images / Future Image

Grünen-Politikerin Laura Dornheim fordert: Macht die Büros zu! Sie will eine Schließung der Büros und die Pflicht zum Homeoffice. Online erhält sie viel Zuspruch und Unterstützung, zahlreiche Arbeitnehmer teilen ihre Erfahrungen unter dem Hashtag #MachtBuerosZu.

Selbst mitten im Lockdown bestehen viele Arbeitgeber darauf, dass ihre Angestellten im Büro anwesend sein müssen. Die Politikerin Laura Dornheim möchte die Büros schließen lassen.

Die ganze Welt kämpft gegen die Corona-Pandemie. Auch in Deutschland steht das öffentliche Leben still: Die Gastronomie ist schon lange dicht, Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen oder Kinos sind ebenfalls geschlossen, Schulen und Kitas sind mittlerweile auch zu. Auch unser Privatleben wird durch Maßnahmen wie strenge Kontaktbeschränkungen und eine Begrenzung des Bewegungsradius stark eingeschränkt. Der einzige Bereich, der bei den Corona-Regeln vergleichsweise glimpflich davonzukommen scheint, sind die Betriebe: Vollbesetzte Großraumbüros inklusive Gedrängel an der Kaffeemaschine und gemeinsame Mittagspause ist in vielen Firmen nach wie vor eher die Regel als die Ausnahme. Die Grünen-Politikerin Laura Dornheim und zahlreiche Angestellte fordern deshalb unter dem Hashtag #MachtBuerosZu die Schließung der Büros und die Pflicht zum Homeoffice.

Doppelmoral: Politikerin Laura Dornheim und Angestellte fordern Schließung der Büros

Wie kann es sein, dass wir uns im Privaten dermaßen einschränken, während im Büro nach wie vor so gut wie alles erlaubt ist? Wie absurd ist es, wenn der erlaubte Bewegungsradius auf 15 Kilometer begrenzt, dabei jedoch das Pendeln zur Arbeit in überfüllten Bussen und Bahnen nach wie vor erlaubt ist? Wie kann es sein, dass Friseursalons und Restaurants unter Androhung hoher Bußgelder monatelang schließen müssen, während die Option, von zu Hause aus zu arbeiten, lediglich als Appell den Weg in die Corona-Regeln der Bundesregierung findet? Diese Fragen stellte sich auch die Grünen-Politikerin Laura Dornheim. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel äußerte sie Anfang Januar ihr Unverständnis darüber, dass sie selbst mitten im Lockdown jeden Tag an den Fenstern vollbesetzter Büros vorbeiläuft – die Menschen darin oftmals ohne Sicherheitsabstand oder Maske.

Kritik an Präsenzpflicht aus Prinzip

Dabei geht es ihr logischerweise nicht um Berufsgruppen, die tatsächlich systemrelevant sind. Dass Pflegepersonal, die Feuerwehr oder Supermarkt-Mitarbeiter nicht vom Homeoffice aus arbeiten können, ist klar. Aber Marketing-Mitarbeiter? Laura Dornheim kritisiert, dass viele Arbeitgeber auf der Anwesenheit im Büro bestehen – oft aus aberwitzigen Gründen, und obwohl diese schlichtweg nicht nötig wäre. Und auch, obwohl diese mit einem ernsthaften Gesundheitsrisiko für alle Angestellten einhergeht. Schließlich ist es dem Coronavirus herzlich egal, ob eine Menschengruppe am Tresen einer überfüllten Bar oder im Meeting-Raum zusammenkommt.

#MachtBuerosZu trendet auf Twitter

Auf Twitter nutzt Laura Dornheim seither den Hashtag #MachtBuerosZu. Unter diesem teilt sie die Horrorgeschichten, die ihr Betroffene anonym zukommen lassen. Wie zum Beispiel den Beitrag eines Angestellten, der nach elf Jahren gekündigt hat, weil das Unternehmen, für das er arbeitete, die Corona-Maßnahmen nicht erstnimmt, oder die Berichte von Massenansteckungen bei vollkommen unnötigen Meetings:

Für ihr Engagement erhält Laura Dornheim viel Zuspruch und Unterstützung. Eine Nutzerin bringt es auf den Punkt: "Genau richtig! Wir sollen in Büros unsere Gesundheit & möglicherweise sogar unser Leben riskieren, müssen aber unser soziales Leben komplett einschränken. Das ist doch grotesk!"

Viele User trauen sich auch, ihre Geschichten selbst zu erzählen. Ein User schildert zum Beispiel, dass in seinem Betrieb Angestellte extra ins Büro fahren, um dort "unter Leuten" zu sein – absurder geht es in Anbetracht des Pandemie-Mottos "Stay home" und dem Aufruf zum Social Distancing wohl kaum.

Ein anderer Nutzer schildert, wie ein Mitarbeiter wegen einer Panikattacke ein Meeting verlassen musste. Der Grund: Niemand hatte eine Maske getragen. Als Konsequenz erhielt er eine Abmahnung.

Laura Dornheim führt Negativ- und Positivliste

Anhand der Zuschriften, die sie erhält, stellt Laura Dornheim zwei Listen zusammen. Da ist einmal die Liste mit Arbeitgebern, die trotz Pandemie "Business as usual" betreiben. Aus Angst davor, von den Hausjuristen dieser Unternehmen verklagt zu werden, möchte sie diese allerdings nicht veröffentlichen.

Gut, dass es inmitten all der Anwesenheits-Absurditäten auch einen Lichtblick gibt: die Positivliste! Hier sammelt sie Arbeitgeber, die sich vorbildlich verhalten, nicht nur Homeoffice erlauben, sondern auch noch Büro-Equipment zur Verfügung stellen, Sonderurlaub genehmigen und vieles mehr. Bleibt zu hoffen, dass so mancher Arbeitgeber, der über #MachtBuerosZu stolpert, ertappt fühlt und sich schleunigst ein Beispiel an den Geschichten von der Positiv-Liste nimmt…

Laura Dornheim ist definitiv eine starke Frau! Mehr inspirierende Geschichten von und über Frauen finden Sie auf unserer Themenseite.

Mehr Neuigkeiten und Informationen über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach stellte bereits einen Lockdown für Betriebe in Aussicht.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe