12.01.2021 - 10:39

Spreewaldhof wird übernommen Voilà: Konzern im Ausland schluckt Spreewaldgurken

Der Traditions-Produzent "Spreewaldhof" wird jetzt von einem ausländischen Unternehmen übernommen. Warum, lesen Sie hier.

Foto: Getty Images / Animaflora

Der Traditions-Produzent "Spreewaldhof" wird jetzt von einem ausländischen Unternehmen übernommen. Warum, lesen Sie hier.

Gurken aus dem Spreewald sind längst zu einem Markenzeichen Deutschlands geworden. Jetzt wird der größte Hersteller von einem ausländischen Unternehmen übernommen. Das ist der Grund.

Spreewaldgurken kommen aus dem Spreewald. Wo sollen sie sonst herkommen. Produziert werden sie natürlich auch im Spreewald, logisch. Der größte Hersteller der beliebten eingelegten Gürkchen sitzt ebenfalls dort. Doch etwas ändert sich jetzt: Genau dieser Produzent, nämlich der "Spreewaldhof", wird jetzt von einem ausländischen Unternehmen übernommen. Warum bloß?

Konzern im Ausland schluckt größten Spreewaldgurken-Produzenten

Seit 30 Jahren sind die Geschwister Karin Seidel und Konrad Linkenheil Inhaber des Unternehmens "Spreewaldhof" (das eigentlich "Obst-und Gemüseverarbeitung Spreewaldkonserve Golßen GmbH" heißt). Jetzt wird es von der französichen Firma "Andros" aufgekauft, die ihren Sitz im südfranzösischen Biars-sur-Cère hat. Der Lebensmittelkonzern hat sich auf die Verarbeitung von Früchten und Milch spezialisiert. In Deutschland kennt man ihn vor allem durch die Marmeladenmarke "Bonne Maman". Außerdem existiert bereits eine deutsche Tochter: der Obstkonservenhersteller "Odenwald-Früchte", der 2017 in "Andros Deutschland GmbH" umgenannt wurde.

Auf ihrer Facebook-Seite verkündet das Geschwisterpaar die Entscheidung – und warum es dazu kam: "Jetzt sind wir fast 70 Jahre alt und werden die Verantwortung abgeben, um uns ins Privatleben zurückzuziehen. Der Verkauf der Spreewaldkonserve ist für uns die beste Möglichkeit, die Zukunft des Betriebes inklusive der Arbeitsplätze und des Know-hows im Spreewald zu sichern."

Auf tagesschau.de heißt es über den Schritt von Karin Seidel und Konrad Linkenheil , "dass sich die nachfolgende Generation für einen anderen Weg entschieden habe, sie also keine Nachfolger gefunden hätten."

Französischer Konzern Andros übernimmt Spreewaldhof

Auf der Seite von "Andros Deutschland" ist zu lesen, dass das vor fast 130 Jahren gegründete Familienunternehmen Spreewaldkonserve jährlich rund 32 unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten zu verschiedenen Spezialitäten verarbeite: "Die Produktpalette umfasst 250 Artikel inkl. Handelsmarken, verkauft in über 30 Ländern. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 109 Mio. Euro. In Ostdeutschland ist Spreewaldhof mit dem Gurkensortiment unbestrittene Nummer 1, bundesweit die Nummer 3 im Markt."

Geschäftsführer Tim Schwertner äußert sich zur geplanten Übernahme so: "Obst und Gemüse von leidenschaftlichen Erzeugern zusammen mit ebenso passionierten Verarbeitern gehört die Zukunft." Aufgrund der "beeindruckenden Historie von Spreewaldkonserve" fühle man sich dem Standort und der Tradition in Golßen verpflichtet und wolle "die Erfolgsgeschichte begeistert weiterschreiben". Die Kartellbehörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen.

Unter der Facebook-Ankündigung der Noch-Geschäftsführer von Spreewaldhof finden sich ein paar Tipps eines Gurken-Fans, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: "Dem neuen Geschäftsführer wünsche ich eine gute Hand. Mein Ratschlag ist aber folgender: 1. Das Rad nicht neu erfinden und Bewährtes übernehmen. 2. Produktionsverfahren und Rezepturen beibehalten (...) .3. Nicht die Pfeffermenge reduzieren! 4. Persönliche Qualitätskontrolle durch kontinuierliches Naschen von Gürkchen. Viele Grüße aus Thüringen." In diesem Sinne wünschen wir dem Traditionsunternehmen auch unter künftig französischer Ägide weiterhin viel Erfolg!

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Wussten Sie schon, dass Georg Kofler Til Schweigers Lifestyle-Marke kauft? Der Spreewaldhof ist dem Coronavirus zwar nicht zum Opfer gefallen, wohl aber andere Unternehmen: So sind die Adler Modemärkte insolvent. Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass die Friseurkette Klier insolvent ist und Filialen schließen muss.

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