11.01.2021 - 09:29

Maßnahmen verschärfen Karl Lauterbach und Co fordern Lockdown für Betriebe

Obwohl die Arbeit von zu Hause aus theoretisch möglich wäre, bestehen viele Arbeitgeber weiterhin auf Präsenz am Arbeitsplatz. Politiker wie Karl Lauterbach (SPD) fordern deshalb einen Lockdown für Betriebe und eine Homeoffice-Pflicht.

Foto: Getty Images / Luis Alvarez

Obwohl die Arbeit von zu Hause aus theoretisch möglich wäre, bestehen viele Arbeitgeber weiterhin auf Präsenz am Arbeitsplatz. Politiker wie Karl Lauterbach (SPD) fordern deshalb einen Lockdown für Betriebe und eine Homeoffice-Pflicht.

Schulen, Kitas, Kultur- und Freizeiteinrichtungen – alles steht still. Doch in den Büros und Fabriken herrscht weiterhin reger Betrieb. Müssen auch diese bald schließen?

Deutschland befindet sich nach wie vor im Lockdown – bis zum 31. Januar sollen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorerst andauern, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Die Einschränkungen betreffen das öffentliche und das private Leben: Schulen und Kitas sind geschlossen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowieso, es gelten strenge Kontaktbeschränkungen und in machen Gebieten sogar eine Einschränkung des Bewegungsradius. Die einzige Ausnahme stellen bisher die Betriebe dar – schließlich soll es die ohnehin schon geschädigte Wirtschaft nicht noch härter treffen. Könnte sich das jetzt bald ändern? Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und weitere Politiker fordern, dass der Lockdown auf die Betriebe ausgeweitet wird.

Karl Lauterbach: Lockdown für Betriebe, verpflichtendes Homeoffice

Trotz des Lockdowns meldet das Robert-Koch-Institut jeden Tag gleichbleibend hohe Corona-Zahlen. Allein am Sonntag wurden beinahe 17.000 Neuinfektionen gemeldet, die Zahlen von Brandenburg und Sachsen-Anhalt waren da noch nicht einmal mit einberechnet. Mittlerweile verzeichnet Deutschland mehr als 40.000 Corona-Tote. Auch die neue, noch ansteckendere Coronavirus-Mutante B.1.1.7, die auch hierzulande bereits nachgewiesen wurde, bereitet Wissenschaftlern und Experten Sorgen. Ist in Anbetracht dessen eine weitere Verschärfung des Lockdowns notwendig?

SPD-Politiker Karl Lauterbach zumindest hält eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen durchaus für möglich. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte der Politiker: "Wir haben uns bei dem, was wir gemacht haben, sehr stark auf das Private und die Schulen konzentriert. Wenn das nicht reicht, dann müssen wir tatsächlich auch an die Betriebe herangehen."

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hatte sich bereits für verpflichtendes Homeoffice ausgesprochen, notfalls solle dieses mit Bußgeldern für Firmen durchgesetzt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass es einerseits harte Maßnahmen für Einzelhandel, Kultur und Schulen gebe, für große Bereiche der Wirtschaft und Arbeitswelt aber kaum klare verpflichtende Regeln, so die Politikerin.

Homeoffice: Pflicht statt Appell

Welche Rolle spielen Büros und Betriebe bei dem Infektionsgeschehen? Klar ist zumindest eines: Während Versammlungen und Zusammenkünfte selbst im kleinen Kreis landesweit verboten sind, kommen hier weiterhin viele Menschen zusammen – selbst, wenn das gar nicht notwendig ist.

Laut einer Erhebung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung hatten im November lediglich 14 Prozent der Erwerbstätigen vom Homeoffice aus gearbeitet – trotz des Appells der Bundesregierung, den Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen. Doch ein Appell ist eben nur das: ein Appell – keine Pflicht. Da viele Arbeitgeber trotzdem nach wie vor auf Präsenz am Arbeitsplatz bestehen, teilweise ohne Sicherheitsmaßnahmen, werden die Forderungen, eine Homeoffice-Regel einzuführen, immer lauter. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Grünen-Politikerin Laura Dornheim, die den Hashtag #MachtDieBürosZu ins Leben gerufen hat.

Weitere Neuigkeiten und Informationen über das Coronavirus finden sie auf unserer Themenseite. Hier erfahren Sie unter anderem, wie Sie in einem Corona-Impfzentrum mitarbeiten können. Außerdem verraten wir Ihnen einen einfachen Trick, mit dem Sie herausfinden können, ob Ihre Maske wirklich schützt. Ebenfalls interessant: Ist man nach einer Infektion mit dem Coronavirus immun? Und wenn ja, wie lange?

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