Aktualisiert: 07.01.2021 - 21:16

Endlich mal keine Hungerhaken Cosmopolitan zeigt normal gebaute Frauen auf dem Cover

Die britische Cosmopolitan macht sich für Body Positivity stark: Sie zeigt ganz normale weibliche Körper statt Size-Zero-Models auf dem Februar-Cover.

Foto: imago images / imagebroker

Die britische Cosmopolitan macht sich für Body Positivity stark: Sie zeigt ganz normale weibliche Körper statt Size-Zero-Models auf dem Februar-Cover.

Ein Frauenmagazin, das ganz normale weibliche Körper statt Size-Zero-Models auf dem Cover zeigt: Darauf setzt jetzt die britische Cosmopolitan – und macht sich damit für Body Positivity stark.

Alle Welt redet von Body Positivity – auch und gerade Frauenmagazine. Abgebildet werden dort aber nach wie vor überwiegend seeehr schlanke Models. Wie passt das zusammen? Gar nicht! Vermutlich genau deswegen zeigt die britische Cosmopolitan normal gebaute Frauen auf dem Cover der Februarausgabe. Bravo!

Cosmopolitan UK: Cover mit normal gebauten Frauen

Auf dem Instagram-Account der britischen Cosmopolitan ist das Cover samt einiger Aufnahmen der weiteren insgesamt elf Frauen zu sehen, die für die Titelgeschichte der Februarausgabe stehen. Im Text dazu heißt es unter anderem: "Unsere Coverstars für Februar sind da! Diese 11 unglaublichen Frauen mit 11 sehr unterschiedlichen Körpern beweisen, dass Wohlbefinden nicht gleichbedeutend mit 'eine Größe für alle' ist."

Im Magazin gibt es dazu die Geschichten dieser elf Frauen, die allesamt mit dem Kampf gegen Übergewicht, Anecken in der Gesellschaft und dem langen Weg mit dem Ziel, sich selbst akzeptieren und lieben zu können, zu tun haben. Eine von ihnen sagt dazu: "Ich konzentriere mich jetzt darauf, was mein Körper kann, und nicht, wie er aussieht. Die Hauptsache ist doch, Energie zu haben, sich gut zu fühlen und, für mich zumindest, zu sehen, wie viel Power in mir steckt."

Kritik an der Überschrift der Cosmopolitan zu dem Cover

Ein Appell an Body Positivity also, und alle sind zufrieden? Nicht ganz, denn nicht wenige Stimmen wurden in den sozialen Medien laut, die mit der Wahl der Überschrift zu den elf Frauen auf dem Cover nicht einverstanden sind. Die lautet nämlich: "Das ist gesund!" Was an dieser Leibesfülle denn bitteschön gesund sein solle, heißt es – nicht ganz zu Unrecht.

So absolut gesehen stimmt das zwar: Reichlich Übergewicht ist nicht gesund. Aber zum einen sind die elf Frauen in der Cosmopolitan überwiegend normal gebaut – im Zusammenhang mit ihnen von gesundheitlich bedenklichen Körpermaßen zu sprechen, ist vielleicht doch ein wenig vermessen. Zum anderen sind deutlich weniger Menschen echauffiert darüber, dass die sehr dünnen Models, die nach wie vor auf Covern rund um den Globus zu sehen sind, im Vergleich mit diesen elf Frauen vermutlich keine gute Figur abgäben, was einen Gesundheitsvergleich anginge.

Und schließlich sei die Anmerkung gestattet, dass auch die menschliche Seele gesund sein muss. Genau dafür setzt sich Body Positivity nämlich ein: im Einklang mit sich und seinem Körper zu sein – ob der nun etwas größer oder kleiner geraten ist, schmaler oder rund. Na und? Es ist der Gesundheit jedenfalls mit Sicherheit sehr zuträglich, sich und seinen Körper zu mögen. Und das könnte mit der Zeile ja auch gemeint sein.

Gesund für die Seele: Mehr Body Positivity auf Magazine!

Die Überschrift "das ist gesund" im Zusammenhang mit den Covermodels zu wählen, war so gesehen also vielleicht keine besonders glückliche Wahl der Cosmopolitan – kann sie doch zumindest falsch verstanden werden. Und transportiert eine Zeile nicht das, was sie beabsichtigt, ist sie nicht gut. Ganz einfach. Vermutlich wäre etwas wie "das ist Leben" oder "das ist normal" weniger verfänglich gewesen und hätte für weniger Aufruhr gesorgt. Andererseits: Aufmerksamkeit ist der Kampagne so gewiss. Und das kann sie gut gebrauchen.

Warum? Die angeprangerte Überschrift ändert nichts an der Tatsache, dass die Cosmopolitan Body Positivity prall mit Leben gefüllt und dafür gesorgt hat, dass die beiden Wörter mal keine leere Hülse sind: Vom Engagement des Magazins könnten sich viele eine Scheibe abschneiden. Viel zu tun gibt es da noch allemal: Erst wenn ein solches, eigentlich ja ganz normales Cover auch Normalität geworden und keine Nachricht mehr wert ist, sind wir der Bewegung, lieber auf realistische Frauenkörper statt auf diskriminierende Schönheitsideale zu setzen, ein gutes Stück näher gekommen!

Es lebe Body Positivity! Denn letztlich kommt es doch nur darauf an, sich so zu mögen, wie man ist – ob schlank, normal gebaut oder übergewichtig. Das sehen diese starken Frauen genauso:

Ich bin gut so wie ich bin
Ich bin gut so wie ich bin

Auch Plus-Size-Model Tanja Marfo will mehr als nur Quoten-Moppel sein, wie sie im Interview mit BILD der FRAU sagt. Gut also, dass tolle "Body Positivity"-Kampagnen immer mehr an Bedeutung zulegen. Wir zeigen drei tolle Projekte, die Frauen mit vermeintlichen Schönheitsmakeln feiern.

Und auch das Body-Positivity-Projekt "Underneath We Are Women" zeigt Frauen so, wie sie sind: ungeschönt, mit Makeln, ganz und gar natürlich. Kurz: unbeschreiblich weiblich!

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