Aktualisiert: 10.01.2021 - 14:58

Wo was gilt Neue Corona-Regeln: Diese Bundesländer machen Kompromisse

Ab Montag gilt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein Einreiseverbot. Wie die Bundesländer die verschärften Corona-Regeln interpretieren und welche Ausnahmen und Kompromisse es bereits gibt, erfahren Sie hier.

Foto: imago images/BildFunkMV

Ab Montag gilt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein Einreiseverbot. Wie die Bundesländer die verschärften Corona-Regeln interpretieren und welche Ausnahmen und Kompromisse es bereits gibt, erfahren Sie hier.

Letzte Woche wurde die Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns bekanntgegeben. Doch nicht überall gelten die gleichen Regeln…

Seit letztem Dienstag steht fest, dass der Lockdown verlängert wird – und verschärft. Doch wie bereits in der Vergangenheit gelten nicht in ganz Deutschland die gleichen Regeln. Insbesondere was die Öffnung der Schulen und die Einschränkung des Bewegungsradius angeht, machen einige Länder Ausnahmen. Diese Kompromisse machen die Bundesländer bei den neuen Corona-Regeln:

Merkel zu den Beschlüssen des Corona-Gipfels
Merkel zu den Beschlüssen des Corona-Gipfels

Kompromisse bei den Corona-Regeln: Was in welchen Bundesländern gilt

Berlin: Im Gegensatz zu den bisher herrschenden Regeln gelten jetzt auch Kinder unter 14 als vollwertige Personen und werden bei den Kontaktbeschränkungen mitgerechnet. Berlin hat jedoch eine Ausnahme bei den Kontaktbeschränkungen für Alleinerziehende angeordnet. Die Kinder von Alleinerziehenden werden, sofern sie jünger sind als 12, nach wie vor nicht mitgezählt. Sie dürfen somit zu einem Treffen mit einem weiteren Haushalt dazukommen. Insbesondere Grüne und Linke setzen sich dafür ein, Kinder unter 12 Jahren generell von den Beschränkungen auszunehmen. Ab dem 25. Januar sollen Grundschüler in die Schulen zurückkehren und dort im Wechselunterricht unterrichtet werden.

Bayern: In Bayern soll es Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Diese betreffen die Kinderbetreuung, genauer gesagt, "die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung für Kinder unter 14 Jahren". Die Kinder dürfen allerdings nur aus zwei unterschiedlichen Haushalten kommen. Weiterhin entfallen die vom 15. bis 19. Februar geplanten Faschingsferien. Die Zeit soll genutzt werden, um verpassten Schulunterricht nachzuholen.

Mecklenburg-Vorpommern: Sollte eine Kinderbetreuung notwendig sein, kann es für Kinder unter 12 Jahren Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Für Kinder bis Klassenstufe 6 sowie für Schüler von Förderschulen soll die Möglichkeit einer Betreuung bestehen, ab Klassenstufe 7 gibt es Distanzunterricht. Lediglich Abschlussklassen sollen bereits ab dem 11. Januar wieder Präsenzunterricht erhalten.

Aus weitere Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie wurde in Mecklenburg-Vorpommern eine Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 6 Uhr verhängt. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gilt ab Montag eine Einreisesperre.

Niedersachsen: In Niedersachsen wird die Einschränkung des Bewegungsradius noch konsequenter umgesetzt als in anderen Bundesländern. Hier gilt die eigene Adresse als Ausgangspunkt für den erlaubten 15-Kilometer-Radius, in anderen Ländern ist es das Gesamtgebiet der betroffenen Stadt oder des betroffenen Landkreises. Abschlussklassen erhalten Wechselunterricht, auch Grundschulkinder sollen ab dem 18. Januar Wechselunterricht erhalten.

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg sollen Grundschulen und Kitas, falls möglich, ab dem 18. Januar wieder geöffnet werden – solange eine Öffnung mit den Corona-Zahlen vereinbar ist. Auch Abschlussklassen sollen ab dem 18. Januar wieder die Möglichkeit des Präsenzunterrichts haben. Den eingeschränkten Bewegungsradius hingegen möchte man vorerst nicht umsetzen, die Landesregierung zweifelt an der Wirksamkeit dieser Maßnahme.

Auch bei den Kontaktbeschränkungen sollen Ausnahmen getroffen werden: Diese betreffen Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Patchwork-Familien oder die unentgeltliche Betreuung von Kindern. Kinder unter 14 Jahren sollen in diesen Fällen nach wie vor nicht mitgezählt werden.

Brandenburg: Kinder, die jünger sind als 14 Jahre, sollen nach wie vor von den schärferen Kontaktbeschränkungen ausgenommen sein. Der eingeschränkte Bewegungsradius soll teilweise nur für touristische Zwecke gelten. Der Grund dafür ist, dass die Landkreise in Brandenburg teilweise sehr ländlich sind, es soll sichergestellt werden, dass die Bewohner weiterhin Zugang zur Grundversorgung haben, auch wenn sie mehr als 15 Kilometer vom nächsten Supermarkt o.ä. entfernt leben. Vorerst gibt es Distanzunterricht bis zum 22. Januar, davon ausgenommen sind lediglich Abschlussklassen und Förderschulen.

Bremen: Der Senat plant, Kinder unter 12 Jahren von den verschärften Kontaktbeschränkungen auszunehmen. Auch Kinder sollen sich weiterhin treffen dürfen, auch wenn sie aus mehr als zwei verschiedenen Haushalten kommen. Auf die Einführung des eingeschränkten Bewegungsradius möchte der Bremer Senat vorerst ebenfalls verzichten.

Kitas sind im "eingeschränkten Regelbetrieb" weiterhin geöffnet, Ähnliches gilt für die Schulen. Zwar gibt es keine Anwesenheitspflicht, den Klassenstufe 1 is 6 wird aber empfohlen, am Präsenzunterricht teilzunehmen. Die Klassenstufen 7 bis 9 erhalten Distanz- und Präsenzunterricht, Abschlussklassen werden im Wechselmodell unterrichtet.

Hamburg: Bisher gilt die Einschränkung des Bewegungsradius nicht, es ist unklar, ob sich das ändert. Kitas haben bis zum 31. Januar verkürzte Öffnungszeiten von 8 bis 15 Uhr, für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen soll auch eine Betreuung in Randzeiten möglich sein.

Hessen: Bei den Kontaktbeschränkungen gibt es Ausnahmen für die Kinderbetreuung von bis zu drei Haushalten. Auch der eingeschränkte Bewegungsradius wird eingeführt, es soll allerdings Ausnahmen bei triftigen Gründen geben, beispielsweise für den Weg zur Arbeit. Die Kitas bleiben geöffnet, Schüler bis zu 6. Klassenstufe haben die Möglichkeit, weiter zur Schule zu gehen. Die Anwesenheitspflicht wurde aber ausgesetzt. Schüler der Abschlussklassen erhalten weiterhin Präsenzunterricht.

Nordrhein-Westfalen: Bei den Kontaktbeschränkungen soll es Ausnahmen für die Kinderbetreuung geben. Landkreise und Städte sollen selbst darüber entscheiden, ob der eingeschränkte Bewegungsradius eingeführt wird.

Rheinland-Pfalz: Bei den Kontaktbeschränkungen soll es Sonderregeln für Alleinerziehende geben. Weiterhin sind Kinder unter 6 Jahren von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Auch der eingeschränkte Bewegungsradius wird in dem Bundesland nicht flächendeckend eingeführt. Stattdessen bleibt es den Städten und Landkreisen überlassen, ob sie die 15-Kilometer-Regel einführen möchten. Auch Kitas bleiben geöffnet, ab dem 18. Januar können Abschlussklassen für bis zu zwei Tage pro Woche Präsenzunterricht erhalten. Berufsschüler, deren Prüfung bevorsteht, erhalten Präsenz- oder Wechselunterricht. Ab dem 25. Januar sollen auch die Klassenstufen 1 bis 6 Wechselunterricht erhalten.

Saarland: Es sollen Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen gemacht werden. So sollen Eltern auch mehrere Kinder zu den Großeltern bringen dürfen, Schwerkranke sollen Besuch von mehreren Angehörigen erhalten dürfen. Die gegenseitige Kinderbetreuung für Kinder unter 14 Jahren soll für zwei Familien möglich sein. Der eingeschränkte Bewegungsradius soll nur für touristische Aktivitäten wie Tagesausflüge gelten. Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet. Die Präsenzpflicht für Schüler ist ausgesetzt, es gibt jedoch Ausnahmen: Abiturienten erhalten ab dem 11. Januar wieder Präsenzunterricht, die Abschlussklassen, die den Haupt- oder mittleren Schulabschluss anstreben, ab dem 18. Januar. Auch Ausnahmen für jüngere Schüler sollen bei Bedarf möglich sein.

Thüringen: Vorerst gelten in Thüringen kompromisslos die verschärften Kontaktbeschränkungen, eventuell werden aber noch Ausnahmen festgelegt. Diese sollen insbesondere die Kinderbetreuung betreffen.

Für Schüler der Abschlussklassen soll grundsätzlich die Möglichkeit des Präsenzunterrichts bestehen. Weiterhin wurde beschlossen, die Winterferien um eine Woche vorzuziehen, sodass sie statt im Februar in der letzten Januarwoche stattfinden. Somit fallen sie in die Zeitspanne des verlängerten Lockdowns. Weiterhin soll es in Thüringen keine Einschränkung des Bewegungsradius geben.

Sachsen: Eventuell wird es Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen für Kinder unter 14 Jahrne geben. Es soll aber Ausnahmen für die Kinderbetreuung geben, diese betreffen mehrere Kinder aus bis zu zwei Haushalten.

Schüler der Abschlussklassen sollen ab dem 18. Januar wieder Präsenzunterricht erhalten dürfen. Normalerweise dauern die Winterferien in Sachsen zwei Wochen und finden im Februar statt. Um Schülern, Eltern und Lehrern eine "Verschnaufpause" zu gewähren, wird eine der beiden Ferienwochen auf die erste Februarwoche vorgezogen. Die zweite Ferienwoche soll vor Ostern nachgeholt werden.

Sachsen-Anhalt: Schüler der Abschlussklassen sollen ab dem 11. Januar Präsenzunterricht erhalten, gegebenenfalls in wechselnden Gruppen.

Schleswig-Holstein: Falls eine Betreuung durch Familienangehörige für Kinder unter 14 Jahren notwendig ist, sollen die verschärften Kontaktbeschränkungen für diese nicht gelten. Menschen in Pflegeeinrichtungen sollen weiterhin Besuch von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erhalten dürfen, sofern diese vorher registriert und negativ auf das Coronavirus getestet wurden.

Quellen: tagesschau.de, rtl.de, tagesspiegel.de, spiegel.de

Weitere Informationen und Neuigkeiten über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Lesen Sie hier mehr über die Verlängerung und die Verschärfung des Corona-Lockdowns: Regierung beschließt verschärften Lockdown: Das gilt bis zum 31. Januar. Die neuen Regeln schränken unter anderem die Kontakte weiter ein: Nur noch eine Person – was bedeuten die neuen Kontaktbeschränkungen? Weiterhin bleiben Schulen und Kitas im Lockdown weiterhin geschlossen. Neu ist auch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie wissen, wie Sie den 15-Kilometer-Radius mit Ihrem Smartphone bestimmen!

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