05.01.2021 - 12:12

33 Meter lang Gigantische Vulva-Skulptur spaltet Brasilien

Sehen Sie die Vulva auf diesem Bild? Nein? Nun, vermutlich fällt Sie Ihnen bei Juliana Notaris riesiger Skulptur eher ins Auge. Diese sorgt in Brasilien gerade für Aufruhr...

Foto: Getty Images / vvmich

Sehen Sie die Vulva auf diesem Bild? Nein? Nun, vermutlich fällt Sie Ihnen bei Juliana Notaris riesiger Skulptur eher ins Auge. Diese sorgt in Brasilien gerade für Aufruhr...

In Brasilien ist eine riesige Vulva-Skulptur aufgetaucht. Nicht alle sind von dem Kunstwerk begeistert.

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass uns im Alltag phallische Darstellungen begegnen: Ob Toiletten-Schmiererei, eindeutig-zweideutige Werbebotschaft oder Bahnhofsgraffiti in Überlebensgröße: Der Penis ist ein beliebtes Motiv für künstlerische Anwandlungen aller Art. Über Vulven hingegen stolpert man deutlich seltener – dafür ist jetzt in Brasilien eine aufgetaucht, in die man glatt hineinfallen könnte: Die Vulva-Skulptur der Künstlerin Juliana Notari ist 33 Meter lang und von leuchtend roter Farbe. Sie trägt den klangvollen Namen "Diva" – überaus passend: Denn wie eine echte Diva hat sie nicht nur glühende Verehrer, sondern geht so manchem auch mächtig gegen den Strich…

Das ist Brasiliens neue Vulva-Skulptur

Die Vulva-Skulptur "Diva" thront auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco, das in einen Kunstpark umgewandelt wurde. Wie der Spiegel bereits berichtete, dauerte es ganze 11 Monate, bis die 20 Mitwirkenden das gigantische Kunstwerk aus Beton und Harz vollendet hatten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und nur schwer übersehen werden, selbst an einem Ort, der ganz der Kunst gewidmet ist.

Obwohl deutlich erkennbar ist, dass die Skulptur ein weibliches Geschlechtsorgan darstellt, weckt die "Diva" gleichzeitig auch Assoziationen mit einer klaffenden Wunde. Kein Zufall, sondern Absicht: Die Vulva-Skulptur ist nicht nur ein schlagzeilenträchtiger Hingucker, sondern auch hochpolitisch: In einem Facebook-Post schreibt die Künstlerin, dass sie an die "Problematisierung der Geschlechter aus einer weiblichen Perspektive" erinnern und die "Beziehung zwischen Natur und Kultur in unserer westlichen phallozentrischen und anthropozentrischen Gesellschaft in Frage stellen" möchte.

Riesige Vulva erhitzt die Gemüter

Über 26.000 Kommentare hat der Facebook-Post, in dem Juliana Notari ihr Kunstwerk enthüllt, bisher. Und in diesen sind sämtliche denkbaren Reaktionen vertreten – von sexistischen, hasserfüllten Beleidigungen und dem Vorwurf, Kinder zu verderben, bis hin zu Begeisterungsausbrüchen und feministischen Solidaritätsbekundungen.

Und nicht nur die breite Masse fühlt sich genötigt, einen Kommentar zu der Vulva-Skulptur abzugeben: Auch in der Politik ist man auf die "Diva" aufmerksam geworden. Fans des Präsidenten Jair Bolsonaro, der bereits seit Längerem versucht, gegen ihm unliebsame Kunst vorzugehen, zeigen sich empört. So schlug der konservative Journalist Olavo de Carvalho, der in der Vergangenheit bereits durch verschwörungstheoretische Äußerungen aufgefallen war, vor, auf die Vulva mit einer 33 Meter hohen Penis-Skulptur zu reagieren.

Eigentlich verblüffend, dass die künstlerische Darstellung eines Körperteils heute noch dermaßen starke Reaktionen hervorrufen kann – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Abbildung von Geschlechtsorganen ja nun wirklich nicht Neues ist: Bereits in der antiken Stadt Pompeji wimmelte es nur so vor Penis-Darstellungen und Pornographie – was die künstlerischen Ambitionen der Leute anging, hat sich also seit damals gar nicht so viel geändert…

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