05.01.2021 - 10:48

Vorstoß von der SPD Kommt der bezahlte Urlaub für Eltern im Lockdown?

Wird der Lockdown verlängert, müssen viele Eltern weiterhin zu Hause bei ihren Kindern bleiben müssen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil will sie mehr entlasten – und plädiert für bezahlten Urlaub in dieser Zeit.

Foto: imago images / MiS

Wird der Lockdown verlängert, müssen viele Eltern weiterhin zu Hause bei ihren Kindern bleiben müssen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil will sie mehr entlasten – und plädiert für bezahlten Urlaub in dieser Zeit.

Bleiben Kitas und Schulen weiterhin zu, womit zu rechnen ist, müssen Eltern mehr entlastet werden – findet SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Und plädiert für bezahlten Urlaub im Lockdown.

Der Lockdown wird wohl in die Verlängerung gehen – und mit ihm sehr wahrscheinlich auch das Home-Schooling bzw. die Betreuung von eigentlichen Kitakindern zu Hause. Damit stehen viele Eltern erneut vor dem Problem, wie sie das mit ihrem Job unter einen Hut kriegen sollen. Urlaub nehmen? Und dann nicht mehr genügend für die Ferienzeiten übrig haben? Oder zu Hause bleiben? Und finanzielle Einbußen in Kauf nehmen? Aus Regierungskreisen kommt jetzt ein Vorstoß: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil macht sich für bezahlten Urlaub für betroffene Eltern stark.

SPD plädiert für bezahlten Urlaub für Eltern im Lockdown

Zu Beginn des Lockdowns im Dezember hatte es im Bund-Länder-Beschluss geheißen: "Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen." Es ist anzunehmen, dass damit sowohl der Zeit- als auch der finanzielle Aufwand gemeint sein sollte.

Und schon damals, am 16. Dezember, wurde in der Ministerpräsidentenkonferenz über bezahlten Urlaub diskutiert. Dabei blieben viele Fragen unbeantwortet, wie die Südwest-Presse berichtete, etwa

  • Wer genau bekommt bezahlten Urlaub?
  • Und wie lange?
  • Wird der volle Lohn bezahlt?
  • Wer kommt für die Kosten auf?
  • Ist eine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit nicht gegeben?
  • Gilt das für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben?

Jetzt, wo abzusehen ist, dass der Lockdown Eltern weiterhin in Nöte bringen wird, hat sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in einer "Bild live"-Sendung so geäußert: "Wenn man Schulen und Kitas zu lässt, muss man mitdenken, was mit den Eltern ist. Die brauchen dann bezahlten Urlaub." Und weiter: "Dann müssen Unternehmen den Eltern freigeben, zehn Tage, 14 Tage, eine Woche."

Unterstützung bekommt er unter anderem von Carsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" gegenüber sagte er: "Es ist Eltern nicht zuzumuten, jetzt schon ihren Jahresurlaub zur Betreuung der Kinder zu nehmen, der dann in den Ferien fehlt."

Bislang erhalten Eltern 67 Prozent Lohnersatz

Noch vor Weihnachten wurde zwar ein Anspruch auf Entschädigung für Eltern beschlossen, der vorsieht, dass sie einen Lohnersatz von 67 Prozent erhalten, wenn sie wegen der Betreuung von Kindern bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr ihrem Job nicht nachkommen können – allerdings bis zu einer Obergrenze von 2016 Euro monatlich.

Das ist nicht ausreichend, heißt es aus den Reihen der SPD – und wirft der Union eine Blockadehaltung vor. Auch DGB-Vorsitzende Elke Hannack hält eine Erweiterung der finanziellen Mittel für betroffene Eltern für dringend nötig, wie sie im Interview mit der "Welt" deutlich macht: "Eltern brauchen einen klaren gesetzlichen Freistellungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, eine Aufstockung der Entschädigung und die unbürokratische Auszahlung der Leistung." Und stellt gleich auch noch klar, dass die SPD den Ausdruck "bezahlter Urlaub" unglücklich gewählt hätte. Denn die Betreuung von Kindern zu Hause habe mit Urlaub eher wenig zu tun.

Bleibt also abzuwarten, ob sich die große Koalition auf bezahlten Urlaub für Eltern schnell einigen kann.

Bis wann wird der Lockdown verlängert? Lesen Sie hier mehr zum Thema.

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